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Urlaubsgespräch: Journalismus in Zeiten von Social Media

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Der Medienwandel ist überall zu spüren, selbst auf meiner Lieblingsinsel Hiddensee. Nicht nur, dass mich meine digitalen Informationsquellen hier genau so zuverlässig mit den aktuellsten Nachrichten versorgen wie an jedem anderen Ort der Welt oder dass man mehr Menschen mit Smartphones im Café sitzen sieht als mit Zeitungen. Nein, mein Urlaub gibt mir auch die Zeit für längere Gespräche über Journalismus.

Piep, piep, pleite!

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Zum Ferienbeginn war ich in London. Das Epizentrum des Tennis hatte gerufen und meine Frau und ich sind diesem Ruf gefolgt. Wimbledon. Tennis auf dem heiligen Rasen des All England Lawn Tennis and Croquet Club. Voller Vorfreude landeten wir in Gatwick und machten das, was man als Deutscher häufig als erstes macht, wenn man in einem Land außerhalb der europäischen Währungsunion landet: Geld abheben.

Bevormundet

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Manchmal habe ich richtig Angst beim Schreiben. Was, wenn ich aus Unwissenheit gegen eine neue Verordnung verstoße? Datenschutz, Leistungsschutz, Wasweissichfüreinschutz … Also immer vorsichtig schreiben, keine Personen erwähnen, denn der Schutz der Persönlichkeit könnte betroffen sein. Nichts verlinken, Leistungsschutz könnte verletzt werden.

Der Dorsch-Flüsterer oder eine Geschichte über digitale Abhängigkeit

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Mein Sohn hat ja vor einigen Wochen an dieser Stelle bereits über seinen Versuch geschrieben, „Digital Detox“ zu betreiben. In einer später folgenden Kolumne wird er noch einmal selbst von diesem Erlebnis berichten. Nur soviel: Es war nicht hunderprozentig erfolgreich.

Nun kann man ja schnell denken, dass die Abhängigkeit von der ständigen Online-Verbindung per Smartphone oder Tablet ein Problem der jüngeren Generation ist. Die „Digital Immigrants“, also die Generationen, die nicht mit der digitalen Technik und den sozialen Netzwerken aufgewachsen sind, fühlen sich oft darüber erhaben.

Meditation und MediaTalk

Was für ereignisreiche Tage. Erst habe ich vier Tage in einem Zen-Kloster bei einem Leadership-Seminar verbracht. Und dann ging es am Dienstag gleich weiter mit dem MediaTalk von Landau Media und turi2 in München. Interessant, wie sich beide Aktivitäten im Laufe des MediaTalks miteinander verbunden haben.

Beim MediaTalk sprach Miriam Meckel, Herausgeberin der Wirtschaftswoche, mit Peter Turi, Medienmacher und Herausgeber des Mediendienstes turi2, über digitale und analoge Netze und ihr neues Buch „Mein Kopf gehört mir“. In diesem Buch schildert sie, wie sich bald die digitale Welt der Netzwerke mit den neuronalen, biologischen Netzen unseres Gehirns verbinden könnte. Eine „Optimierung“ unseres Verstandes durch digitale Technologien steht kurz bevor.

Echo des Echo

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Der Publikumspreis ECHO ist ein deutscher Musikpreis, der von einer Jury vergeben wird. Ausschlaggebend sind Verkaufszahlen und Chartplatzierungen, so sagen es zumindest Wikipedia und der Bundesverband der Musikindustrie. Die Verleihung dieses Musikpreises ist in diesem Jahr von 1,79 Mio. Menschen gesehen worden .

Mit der Veranstaltung einer solchen Preisverleihung und vor allem mit der Übertragung dieser Veranstaltung im Fernsehen übernehmen Veranstalter und Fernsehsender eine Verantwortung. Sie übernehmen die Verantwortung dafür, was über eine Mio. 14 – 19-Jährige sehen, wenn man der ermittelten Einschaltquote trauen darf. Sehen konnten diese Jugendlichen, und die schauen nicht nur über die in den Einschaltquoten ermittelten Kanäle, dass zwei Rapper einen Preis gewinnen konnten, die Texte rappen, die ich aus Scham und Respekt vor Frauen, jüdischen Mitbürgern und Homosexuellen nicht in dieser Kolumne wiedergeben möchte.

Die Rapper sind jetzt Preisträger, Träger des Preises der deutschen Musikindustrie. Sie sind beglückwünscht worden und durften ihre Kunst dem Publikum des Echos und dem Fernsehpublikum näher bringen. Vorher hatte die Ethikkommission des ECHO diesen Vorgang geprüft und mit dem Ausdruck des Bedauerns darauf hingewiesen, dass die Kunstfreiheit es gebiete, diesen Preis zu verleihen und Provokation ein allgemeines Stilmittel der Rapper sei. Das stimmt! Aber sollte eine „Ethik“-Kommission wirklich nur prüfen, ob etwas zum Stil einer Musikrichtung gehört oder vom Begriff der Kunstfreiheit gedeckt ist? Muss eine solche Kommission nicht auch die Maßstäbe anlegen, die die Organisation vertritt, die diese Kommission ins Leben gerufen hat?

Für mich scheint das „Waschen der Hände in Unschuld“, was schon bei Pontius Pilatus nicht geklappt hat, auch hier gründlich missglückt! Die Deutsche Phono Akademie und der Bundesverband Musikindustrie haben maßgeblich zur Verbreitung der Musik dieser Rapper beigetragen. Sie haben die Bekanntheit der Rapper extrem gesteigert und sicherlich auch deren Verkaufszahlen und haben somit deren Meinungsäußerungen unterstützt und verbreitet.

Das alles darf man gerne tun, sollte sich dann aber hinterher nicht darauf berufen, man hätte es tun müssen. Nein, diese Rapper mussten den Preis nicht bekommen! Sie mussten nicht vor fast zwei Mio. Menschen im Fernsehen auftreten, sie taten es, weil der ECHO ihnen eine Bühne gegeben hat und die Reichweite eines Massenmediums. Auch eine Diskussion wurde auf der Veranstaltung vermieden, nur wenige nahmen Bezug darauf, dass Kunst zwar vieles darf, man aber nicht zwanghaft Preise dafür bekommen muss. Diesen wenigen bin ich dankbar, da der Umgang mit solcherlei Gedankengut eben eines unbedingt braucht: Haltung. Und die haben der ECHO und seine Veranstalter leider nicht gezeigt.


Über den Autor: andrea katheder für landau media, berlin 2013Uwe Mommert ist Geschäftsführender Gesellschafter von Landau Media. Darüber hinaus ist der Digitalexperte begeisterter Social Media- und Technology-Jünger und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen. Sie erreichen Uwe Mommert auch unter mommert@landaumedia.de, bei Xing und bei LinkedIn.

Journalistischer Neuanfang

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Man kann ja über die große Koalition denken, was man will. Egal, ob man sie als Neuanfang betrachtet oder als schlichtes „Weiter so“ – sie ist das Ergebnis eines Wahlprozesses, der unsere Regierenden alle vier Jahre durchrüttelt und dazu zwingt, Bilanz ihres Tuns zu ziehen und mit neuen Versprechen Stimmen zu gewinnen. Begleitet wird dieses Verfahren „Bundestagswahl“ von journalistischer Berichterstattung.

Unendliche Weiten

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Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200.

Viele werden diese Sätze kennen und an Schauspieler mit pyjamaähnlichen Kostümen denken, die in einfachen Kulissen eine Vision der Zukunft darstellten – Raumschiff Enterprise. Viele der Technologien, die damals als unglaublich, ja als unmöglich wahrgenommen wurden, sind schon heute, im Jahr 2018, Alltag. Wenn ich auf meiner Apple-Watch Telefonate annehme, fühlt sich das an, als würde Captain Kirk mit der Enterprise Kontakt aufnehmen.

Digital Detox – Selbstverschuldet ohne Internet

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Digital Detox – allein das Wort reicht aus, um den normalen Medienkonsumenten erschaudern zu lassen. Die eine Sache, die Teenager mehr als den Tod oder ihre Eltern fürchten ist, ihr Handy zu verlieren, könnte man meinen.
Aber offensichtlich gibt es auch Ausnahmen. Hallo, ich heiße Marlon, bin 14 Jahre alt und werde zwei Wochen lang Digital Detox machen.

Social Sunny Boy

 

Er ist der Sunny Boy der deutschen PR Landschaft. Frank Behrendt, Senior Advisor bei Serviceplan, Buchautor, Stern-Kolumnist und auch sonst an vielen anderen kommunikativen Schnittstellen aktiv. Als er vor anderthalb Jahren seinen Ratgeber „Liebe dein Leben und nicht deinen Job“ auf den Markt brachte, startete er auch kurz vorher seine Selbstvermarktung in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter.

Wobei „startete“ ein wenig untertrieben ist. Als einer, der wirklich spät auf den sozialen Spielplatz dazugekommen ist, hat er es geschafft, allen anderen die Schaufel zu klauen und im Mittelpunkt des Interesses zu stehen. Wenn man lernen möchte, wie das funktioniert mit Social Media, dann ist Frank Behrendt sicherlich der richtige Ansprechpartner.

Mit Kind und Hund entwickelte er verschiedene Handlungsstränge seiner Social-Media-Geschichte und ließ immer wieder Teile seines Buches in seine Geschichten einfließen. Mit regelmäßigen Updates und Fotos mit anderen Social-Media-Größen wilderte er in der Follower Schar der anderen PR-Influencer.

Am Ende habe ich sein Buch gekauft und verfolge seine Eskapaden in der wilden Welt der PR immer wieder mit Interesse. Das nächste Highlight war das persönliche Treffen mit @Frankzdeluxe auf dem PR Talk in Hamburg, den wir mit dem BdP Ende Januar ausgerichtet haben.

Die Erkenntnis: „Der ist wirklich so“. Seine Social-Media-Präsenz ist kein „Social-Media-Storytelling“, das einen biederen PR-Manager im Social Web in ein lustiges Licht rücken soll. Nein, er ist locker, kompetent und unterhaltsam. Sein Redefluss ist seinem Heimatort angepasst, ganz rheinländisch sprudelt eine Geschichte nach der anderen aus ihm heraus. Das führt aber nicht zu einer schnellen Überforderung, sondern ist unterhaltsam und lehrreich.

Vielleicht kaufe ich sein zweites Buch ja auch …


Über den Autor: andrea katheder für landau media, berlin 2013Uwe Mommert ist Geschäftsführender Gesellschafter von Landau Media. Darüber hinaus ist der Digitalexperte begeisterter Social Media- und Technology-Jünger und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen. Sie erreichen Uwe Mommert auch unter mommert@landaumedia.de, bei Xing und bei LinkedIn.