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Profis geben ihre Tipps und Tricks weiter

Wenn Personaler in die Zukunft schauen, …

Foto: © Fotolia/Martin Erdniss

… dann wird das eigentlich auch wirklich mal Zeit. Darum machen wir im Januar des neuen Jahres keinen Jahresrückblick, sondern wagen mal den Blick in die Glaskugel Zukunft. Drei Themen werden (hoffentlich) die Debatten in der HR-Szene bestimmen:

Herzstück Content-Marketing-Plan: In 3 Schritten zum strategischen Storytelling

Photo by pine watt on Unsplash

Launische Busfahrer, unpünktliche Bahnen und nörgelnde Zugführer – die BVG hat es geschafft, den unbeliebten, öffentlichen Berliner Nahverkehr in einen humorvollen medialen Dauerbrenner zu verwandeln. 2015 startete die BVG die Kampagne #weilwirdichlieben, die zuerst unter keinem guten Stern stand. Inzwischen ist die Kampagne über die Landesgrenzen hinaus bekannt und kaum mehr aus den Medien wegzudenken. Das Geheimrezept dahinter: Die richtige Mentorenrolle und die entsprechende Ausrichtung all ihrer Content-Marketing-Aktivitäten – gebündelt in einem guten Redaktionsplan. In diesem sollten alle Inhalte, Formate und strategischen Ziele zu einem spannenden Erzählstrang zusammenlaufen. Ob inhouse oder extern – wie Content-Redakteure ihrem Brand Storytelling den perfekten Schliff geben, zeigen die folgenden drei Schritte:

Deep Fake

Foto: © Fotolia/Lux Blue

Nach einem Eklat während einer Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump hat das Weiße Haus dem beteiligten CNN-Reporter Jim Acosta die Akkreditierung „bis auf Weiteres“ entzogen. Ein Video diente als Rechtfertigung für diesen Schritt. Darauf war zu sehen, wie eine Praktikantin Acosta das Mikrofon entziehen wollte und Acosta den Versuch abwehrte. Aber offenbar hatte man auf dem Video Acostas Handbewegung digital beschleunigt, so dass sie der Praktikantin gegenüber aggressiver wirkte als sie es in Wahrheit war.

Zumindest wurde das in den Medien so kolportiert, ein Rest Unsicherheit bleibt in mir. Und das ist mein Problem. Wir wissen von Fake News und von Carmen Geiss, wie leicht sich Fotos manipulieren lassen. Aber wir neigen trotzdem dazu, Videos und Audio noch als Nachweis für die Realität anzuerkennen. Das dürfte bald enden, spätestens mit Deep Fake – für mich das am meisten unterschätzte Phänomen 2018.

Ein Tag im Fraport-Newsroom – Alexander Zell gibt Einblicke in die Kommunikationsarbeit des Flughafenbetreibers

Foto: © Fotolia/Tobias Arhelger

Die Unternehmenskommunikation der Fraport AG hat im letzten Jahr zusammen mit allen betroffenen Beschäftigten einen Change-Prozess durchgeführt und sich in einem themenzentrierten Newsroom neu aufgestellt. Wie dieser Prozess lief und wie die Arbeit im Newsroom aussieht, verrät Alexander Zell, Vice President Media Relation bei der Fraport AG, im Interview.

„Print ist hirngerechte Kommunikation“ – Interview mit Olaf Hartmann

Foto: © Fotolia/kirasolly

Das Multisense Institut für sensorisches Marketing in Remscheid beschäftigt sich wissenschaftlich mit der Wirkung verschiedener Kommunikationskanäle und berät auf dieser Basis Unternehmen bei der Optimierung ihrer Marketingstrategien und Produktentwicklung. Nun hat das Team um den geschäftsführenden Gesellschafter Olaf Hartmann in einer Meta-Analyse zur Werbewirksamkeit von Print mehr als 300 internationale Studien ausgewertet. Im Interview erläutert er die teils überraschenden Befunde.

Wenn Personaler im Oktober kommunizieren, …

Foto: © Fotolia/pathdoc

… dann geht es unter anderem ums Home-Office, Künstler im Konzern, Millionenschäden durch schlechte Candidate Experience, vermeintliche Minderleister, Sugar Coating der Employer Brand und die Messbarkeit von Digitalität.

Die amerikanische Blockchain-Plattform Civil

Wir stecken knietief in der Vertrauenskrise. Schuld sind Filterblasen, Fake News und manipulierte Information. Unter anderem. Die amerikanische Blockchain-Plattform Civil hält den Journalismus, wie wir ihn heute kennen, auch deshalb für defizitär und arbeitet an dessen Rettung.

Via Civil hinterlegen Medien ihre journalistischen Inhalte in der Blockchain, also in einer dezentralen digitalen Informationskette. Das macht Inhalte – einmal publiziert – unveränderbar (wie damals in der Zeitung), oder zumindest werden nachträgliche Eingriffe für jedermann nachvollziehbar dokumentiert. Auf diese Weise soll das Vertrauen in die Arbeit von Medien gestärkt werden, weil zum einen Zensur und Manipulation verhindert werden und zum anderen, weil die Leser dank Civil kollektiv an der Finanzierung und Entwicklung beteiligt werden.

Civils Oberhaupt ist Vivian Schiller, eine bestens vernetzte US-Journalistin, die offensichtlich Freunde für Civil in Deutschland finden will und das ambitionierte Modell vor kurzem in Berlin promotet hat. Sie hat dazu mit der Welt gesprochen. Nicht der Journalismus, die Öffentlichkeit müsse gerettet werden, sondern „der Zugang zu faktentreuen Informationen“.

Befürworter sehen in der Blockchain mindestens einen Neustart des Internets, mit dem Bürokratien und Zwischenhändler ausgeschaltet werden, die in unseren Wertschöpfungsketten eigentlich für Integrität und Vertrauen sorgen sollen. Und die wir dafür bezahlen, die aber trotzdem angreifbar sind. Banken zum Beispiel, oder um beim Journalismus zu bleiben: Verlage. Sie sind von ihren Werbekunden abhängig – und sie können verkauft werden. In der Szene berühmt geworden ist der Fall der Denver Post, die von einem Hedgefonds gekauft wurde. Die Belegschaft ging von Bord und gründete die Colorado Sun, die auf der Blockchain basiert (mit Civil).

Jüngster Zuwachs im Civil-Kosmos ist das Wirtschaftmagazin Forbes, das sich schon lange ins Blockchain-Ökosystem eingearbeitet hat. Auch die Nachrichtenagentur AP macht mit. Außerdem vor allem regionale und politisch ausgerichtete Medien, also Absender, die wirtschaftlich auf der Kippe stehen oder deren Unabhängigkeit besonders relevant ist.

Deutsche Partner hat Civil bisher nicht, eine europäische Alternative zu Civil ist nicht in Sicht. Aber auch in Deutschland arbeiten schlaue Köpfe an der Schnittstelle zwischen Blockchain und Journalismus. Einige Beispiele habe ich etwa hier gefunden. Relativ bekannt sind die Hubert-Burda-Tochter BotLabs und ihr Chef Ingo Rübe, der oft zum Thema zitiert wird.

Ich kann nicht sagen, dass ich das Modell von Civil bis ins letzte Detail durchdrungen habe. Mir fehlt insbesondere Fantasie abzusehen, ob und wie Civil erreichen will, dass der Journalismus wieder zu einem tragfähigen Geschäftsmodell findet und damit den Urhebern eine Existenz ermöglicht. Allein, dass alle Urheber eines Werks (Text, Musik, Bild, etc. ) in der Blockchain lückenlos erfasst sind, verspricht vermutlich eine faire Verteilung von Erlösen, so sie denn entstehen. Und das disruptiert das Modell von Verwertungsgesellschaften.

In der Kritik steht auch die sogenannte Civil-Verfassung, die via Blockchain garantieren soll, dass Medien in der Civil-Welt ethischen Anforderungen genügen. Immerhin ein zentrales Versprechen der Plattform: Wer hier publiziert, baut keinen Mist! Die Inhalte der Verfassung werden kollaborativ und dezentral verhandelt, und dahinter stehen auch Menschen – aller Technologie zum Trotz.

Ich bin sicher, dass auch die prominenten Medienmarken wie AP und Forbes, die sich Civil angeschlossen haben, das als Experiment verstehen und nicht wissen, wohin die Zusammenarbeit letztlich läuft. Genau deshalb verdient das Denkmodell Aufmerksamkeit.

Mir erscheint reizvoll, dass die ethischen Ansprüche, die über Civil formuliert werden, auch die Latte für die Arbeit von PR-Leuten höher legen. Ich halte es für wichtig, dass wir lernen, die Blockchain-Technologie realistisch einzuschätzen. Deren Vermittlung als Konzept verläuft ähnlich schleppend wie die des Internets selbst in den Anfängen, auch wenn unsere Wirtschaft langsam anbeißt.

Blockchain als technische Infrastruktur wird noch immer sehr stark mit ihrer bekanntesten Anwendung assoziiert, Bitcoin. Und es sind genau der Erfolg und die ungesunde Spekulation mit dieser Kryptowährung, die ironischerweise das gesellschaftliche Vertrauen in diese Technologie selbst erschüttern. Eine große Hürde. Langfristig aber kann die Blockchain radikal verändern, wie Vertrauen entsteht – nicht nur in den Journalismus. Sondern auch in Marken, in Produkte, in Unternehmen, Regierungen, Autoritäten. In die Kunden dieser Branche.

Disclaimer: Den Impuls für diesen Beitrag lieferte Patrick Degenhardt, CMO der Blockchain-Firma ConsenSys, die zu den Investoren von Civil gehört. Patrick war unser Gast beim #30u30-Camp Ende September bei thyssenkrupp in Essen. ConsenSys und die Agentur RLYL sind Partner meiner Nachwuchsinitiative #30u30.


nico-kunkel_150x150pxÜber den Autor: Nico Kunkel ist seit mehr als zehn Jahren professioneller Beobachter von Themen und Trends in Kommunikation, PR- und Medienindustrie. Er arbeitet als freier Journalist und Impulsgeber für Events und Netzwerke in der Branche. 2012 begründete Kunkel die PR-Nachwuchsinitiative #30u30. Er ist Herausgeber des PR Career Center, das PR-Studierende unterstützt und vernetzt. Nico Kunkel lebt in Berlin. Er twittert als @prreporter.

Buzzword-Bingo adé: Wie Unternehmen ihre Botschaft klar vermitteln

Foto: © Unsplash/Emily Morter

Verständnislose Blicke, fragende Gesichter, verwirrtes Grummeln – das Publikum scheint das Thema nicht zu verstehen. In diesem Fall leidet der Präsentierende unter dem Fluch des Wissens. Wer denkt, dieser Hokuspokus ist nur ein Hirngespinst, der irrt gewaltig. Das Übel ist real und bringt so manch einen in Erklärungsnot.