Threads rollt Werbung weltweit aus

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Meta weitet die Monetarisierung seines Kurznachrichtendienstes Threads deutlich aus. Ab der kommenden Woche sollen Anzeigen weltweit in der Timeline von Threads erscheinen. Gleichzeitig bestätigt der Konzern erstmals offiziell, dass die Plattform inzwischen mehr als 400 Millionen monatlich aktive Nutzer:innen erreicht hat.

Bislang hatte Meta Werbung auf Threads nur eingeschränkt getestet. Anzeigen wurden lediglich einem kleinen Teil der Nutzerschaft in ausgewählten Märkten angezeigt. Nun folgt der globale Rollout. Meta kündigt an, dass Anzeigen ab nächster Woche allen Nutzern weltweit ausgespielt werden sollen. Dabei handle es sich jedoch um einen schrittweisen Prozess, bei dem die Auslieferung zunächst niedrig bleibe.

Die Ausweitung der Werbung auf alle Nutzer:innen werde „schrittweise erfolgen, wobei die Anzeigenauslieferung zunächst niedrig bleibt, während wir in den kommenden Monaten die weltweite Nutzerverfügbarkeit erreichen“, teilte Meta mit.

Mit der weltweiten Einführung von Werbung will der Konzern die stark gewachsenen Nutzerzahlen wirtschaftlich nutzen. Threads war im Sommer 2023 gestartet und entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einem der wichtigsten Konkurrenten von Elon Musks Plattform X. Schon Ende Januar 2025 lag die Zahl der monatlich aktiven Nutzer:innen laut Meta-Chef Mark Zuckerberg bei über 320 Millionen, mehr als 100 Millionen nutzten den Dienst täglich. Im August 2025 überschritt Threads schließlich die Marke von 400 Millionen monatlich aktiven Nutzer:innen – eine Zahl, die Meta nun offiziell bestätigt.

Im Vergleich dazu wachsen alternative Kurznachrichtendienste deutlich langsamer: Bluesky kam zuletzt auf rund 41 Millionen registrierte Nutzer:innen, Mastodon auf etwa 15 Millionen, zudem mit geringerer Aktivität.

Meta beschreibt Threads inzwischen nicht mehr als experimentelle App, sondern als etablierte Gesprächsplattform. Zwei Jahre nach dem Start sei Threads „nicht mehr nur eine neue Social-App, sondern eine schnell wachsende Konversationsplattform mit eigenen Nischen-Communities und Stimmen“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Mit über 400 Millionen monatlich aktiven Nutzer:innen entwickle sich Threads zunehmend „zum besten Ort für Gespräche über das, was gerade wichtig ist“.

Die Werbeanzeigen auf Threads basieren auf Metas bestehender, KI-gestützter Werbeinfrastruktur. Nutzer:innen sollen daher ein ähnliches Maß an Personalisierung erleben wie auf Facebook oder Instagram. Für Werbekunden wird Threads als zusätzlicher Platzierungsort in bestehende Kampagnen integriert. Anzeigen lassen sich sowohl manuell als auch über das automatisierte System Advantage+ buchen. Unterstützt werden bekannte Formate wie Bild-, Video- und Karussellanzeigen, neu hinzugekommen ist unter anderem das 4:5-Format. Die Anzeigen erscheinen nativ im Threads-Feed.

Zugleich hebt Meta neue Funktionen zur Verwaltung und Markensicherheit hervor. Threads-Konten lassen sich künftig direkt über die Business Settings verwalten. Zudem wird eine externe Überprüfung der Markensicherheit eingeführt. Meta betont, man wisse, „wie wichtig Transparenz und Kontrolle für Unternehmen sind“, und sei daher stolz darauf, „eine unabhängige Überprüfung der Markensicherheit und Eignung für den Threads-Feed anbieten zu können“.

Ursprünglich hatte Meta-Chef Zuckerberg angekündigt, Threads erst dann zu monetarisieren, wenn die Plattform eine Milliarde Nutzer:innen erreicht habe. Diese Linie hat der Konzern inzwischen aufgegeben. Bereits vor einem Jahr starteten erste Werbetests in den USA und Japan, im Frühjahr 2025 folgte eine vorsichtige Ausweitung auf weitere Märkte.

Nun setzt Meta klar auf Wachstum durch Werbung. Threads sei „nicht nur eine Distributionsplattform, sondern ein Zuhause für engagierte Communities, die die kulturellen Debatten unserer Zeit prägen“, heißt es weiter. Für Unternehmen sei jetzt der richtige Zeitpunkt zum Einstieg: Mit Werbung auf Threads könnten sie „authentisch an diesen Gesprächen teilnehmen und neue Wege finden, mit den Menschen in Kontakt zu treten, die sich am meisten für ihr Angebot interessieren“.

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