Wikimedia gibt KI-Partnerschaften bekannt

Bild: © AdobeStock / Rokas
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Zum 25. Geburtstag von Wikipedia hat die Wikimedia Foundation neue Partnerschaften mit großen Technologieunternehmen angekündigt. Amazon, Meta, Microsoft, Mistral AI und Perplexity haben nun offiziell Lizenzvereinbarungen über Wikimedia Enterprise abgeschlossen, um ihre KI-Modelle mit Inhalten der Online-Enzyklopädie zu trainieren. Auch Suchmaschinenanbieter wie Ecosia aus Deutschland sowie frühere Nutzer wie Google und Pleias gehören zu den Partnern.

Der Schritt ersetzt das bisherige Scraping, bei dem KI-Firmen die Wikipedia-Server stark belasteten, indem sie kontinuierlich auf Inhalte zugriffen – häufig auch auf selten abgerufene Seiten. „Noch vor weniger als einem Jahr hat die Wikimedia Foundation beklagt, dass Scraper für das Training von KI-Modellen für einen drastischen Anstieg der Bandbreite für Downloads von Multimedia-Inhalten verantwortlich seien“, heißt es in Berichten. Mit den neuen Verträgen nutzen die Unternehmen nun die speziell dafür eingerichteten APIs von Wikimedia Enterprise, die schnellen, strukturierten und skalierbaren Zugriff ermöglichen.

Die Stiftung betont, dass das menschlich kuratierte Wissen von Wikipedia korrekt und transparent genutzt wird. Über die Enterprise-APIs können Artikel auf Abruf in ihrer aktuellen Version abgerufen, als stündlich aktualisierte Dateien heruntergeladen oder als Live-Stream von Änderungen genutzt werden. Gleichzeitig unterstützt die kommerzielle Nutzung die Wikimedia Foundation finanziell und entlastet die Serverinfrastruktur. Details zu Zahlungen oder Tarifen nennt Wikimedia bislang nicht.

Wikipedia zählt zu den zehn meistbesuchten Websites weltweit, über 65 Millionen Artikel in mehr als 300 Sprachen werden monatlich fast 15 Milliarden Mal aufgerufen. Das Wissen dient unter anderem als Grundlage für generative KI-Modelle, Suchmaschinen und Sprachassistenten. Mit den neuen Partnerschaften will Wikimedia sicherstellen, dass KI-Unternehmen weiterhin verlässlich auf hochwertiges, menschlich kuratiertes Wissen zugreifen können, ohne die Plattform zu überlasten.

Lane Becker von Wikimedia Enterprise betonte gegenüber Reuters: „Wir haben etwas gebraucht, um zu verstehen, was die Firmen genau bräuchten. Aber jetzt sähen alle Partner ein, dass sie sich für die Aufrechterhaltung der Wikipedia einsetzen müssten.“

enterprise.wikimedia.com, heise.de, reuters.com