Newsletter

Wenn Personaler im November kommunizieren, dann …

Draußen ist es kalt auch grau, das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit, sich am Computer warm zu halten und zu schauen, was im November beim Thema Employer Branding so los war.

… hagelt es Preise …
Fangen wir mit den Highlights an: Die Verleihung der Goldenen Runkelrübe 2014 ging Anfang Dezember über die Bühne und die Nominierten hatten sich sichtlich ins Zeug gelegt, um den nicht begehrten Preis abzuräumen. Einer war so stolz, “renommierte Unternehmen und Arbeitgeberadressen wie REWE und Randstad, Boston Consulting und Hermes oder Norma und ARAG hinter sich lassen” zu können, dass eine Pressemitteilung verschickt wurde. Ob any-pr-is-good-pr in Zeiten von Social Media noch gilt, ist an anderer Stelle zu diskutieren. Das Medienecho auf die Verleihung war erheblich und reichte bis in die Wirtschafts- und Publikumsmedien hinein. Stellvertretend genannt seien Spiegel Online, FAZ und Handelsblatt. Im Nachgang entspinnt sich auf Xing eine Diskussion über Sinn und Unsinn der Runkelrübe. #pfuipfuipfui Stellvertretend für alle Gewinner sei hier nur der Sieger in der Kategorie Recruiting-Video gezeigt:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

… und auch Preise, über die man sich freut.
Zum Beispiel den HR Excellence Award, der traditionell in der Folgenacht zur Runkelrübe verliehen wird. Im Gegensatz können hier die Trophäen aber nicht jedes Jahr wiederverwendet werden, da sie von den Siegern auch wirklich entgegen genommen werden. Hier ging es dann neben Employer-Branding-Themen auch um Kernaufgaben von HR, wie Vergütungssysteme, Führungskräfteentwicklung oder Kompetenz- und Performance-Management.

… und einen Preis für das, worüber sich niemand freut.
Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass … es auch anders geht: Es wurde der Preis für die besten Absageschreiben verliehen.

… Generation Y.
Wenn wir einmal davon ausgehen, dass sie existiert, diese Generation Y oder die Millennials, wie sie im englischen Sprachraum genannt werden, dann stellt sich natürlich vor allem für international Organisationen die Frage, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich so von Land zu Land zeigen. Universum Global hat darum eine weltweite Studie aufgelegt, deren Ergebnisse man in Form eines aufgezeichneten Webinars erhalten kann. Einige der Ergebnisse dürften aber in diese englischsprachigen Artikel eingeflossen sein:

… ist IT noch Männer-Sache.
Vor allem die IT-Branche kämpft noch immer mit dem Image, eher männlich geprägt zu sein und im Wesentlichen mit Pizza und Cola betrieben zu werden. Das Blog Information is Beautiful hat sich die Mühe gemacht, die Diversität in der amerikanischen Tech-Branche einmal grafisch zu veranschaulichen – und vor allem mit Zahlen der Gesamtbevölkerung zu vergleichen. Offenbar sind hier noch erhebliche Talent-Pools unangetastet.

… muss man auch mal an die Kinder denken.
Denn die wissen nicht, was aus ihnen werden soll und sind offenbar mit der Berufswahl zu einem Großteil auch überfordert – berichtet Spiegel Online über eine Studie im Auftrag der Vodafone-Stiftung.

… suchen sie Rockstars.
Ob sie für die dann aber wirklich die richtigen Rockstar-Jobs haben, hinterfragt Volker Frey bei saatkorn.

… gehen sie zu Facebook.
Oder besser sollten es viel öfter tun und die dort existierenden Targeting-Möglichkeiten besser nutzen. Wie das dann aussehen kann, hat man bei der Wollmilchsau einmal durchgespielt und aufgeschrieben.

… und zu Xing.
Die Wirtschaftswoche fragt sich, wie lange Deutschland noch Xing-Land bleibt. Xing startet indessen ein neues Produkt für die Jobsuche(n), das der Personalblogger ausführlich unter die Lupe nimmt.

… sollten sie sich mal die Karriere-Website ansehen.
Jo Diercks hat nämlich den sechsten Teil der Reihe über Karriere-Websites (und worauf es dabei ankommt) veröffentlicht. Wer gerne von vorne anfängt, findet Teil 1 hier.

… sinkt das Vertrauen.
Das Vertrauen der Personaler ins Employer Branding. Schockschwerenot, denkt man sich und sucht sich eine lukrative Zweitkarriere. Oder man liest den Artikel des Magazin Human Resources Manager sicherheitshalber noch mal ganz? Aber dann ist man auch nicht schlauer: “Denn im Vergleich zur Vorjahresstudie ist das uneingeschränkte Vertrauen in Employer Branding um knapp zehn Prozent gesunken, 2013 sagten dies noch 84 Prozent, in diesem Jahr waren es nur noch 75 Prozent.” Vertrauen in Employer Branding? Generell? Als Strategie? Als Mittel zum Zweck? Zu welchem Zweck? Man weiß es nicht …

… kauft Microsoft Minecraft und Minecraft baut dann Microsoft nach – in Schweden.
Alles klar? Nicht? Na gut: Minecraft ist so eine Art Tetris aber in 3D und zum drinnen herumlaufen – also im Computer. Dieses Unternehmen wurde kürzlich von Microsoft gekauft. Und dann baut ein Mitarbeiter das Microsoft-Büro in Schweden in eben jeder 3D Welt nach und bietet virtuelle Rundgänge an. Warum man das jetzt nicht mit Second Life gemacht hat, weiß ich allerdings auch nicht.

… kann man auch mal Fünfe grade sein lassen.
Finden laut Spiegel zumindest nicht gerade wenige Arbeitnehmer.

… sollte man Arbeitgeberbewertungen nicht überbewerten.
Das findet zumindest Markus Eicher, Geschäftsführer der Agentur wbpr, im Interview mit dem PR Report. Der wiederum auf eine Studie des PR Journals über die Mitarbeiterzufriedenheit bei PR Agenturen verweist. Dass der Schluss vom kununu-Ranking direkt auf die Mitarbeiterzufriedenheit ein bisschen kurz ist, merkt man den Ganzen aber auch an.

… bitten sie zum Referat.
Henner Knabenreich nimmt die Flut an Referenten aufs Korn und legt dar, warum dieser aussageloseste aller Job-Titel auch nach SEO-Gesichtspunkten nun wirklich keinerlei Sinn macht.

… geben sie Brief und Siegel.
Arbeitgebersiegel um genau zu sein. Was die so wert sind und wie viele es eigentlich gibt, hat Henner Knabenreich auch noch aufgeschrieben.

… gibt es Kampagnen, Tools und Ideen.
Im Schnelldurchlauf das, was sich noch so tat:
Disney Land Paris mit einer visuell starken Print-Kampagne
Die App Truffls – wie Tinder nur für Jobs.
Die Berliner Stadtreinigung wird von Kandidaten überrannt. Die Chefin erzählt der Berliner Zeitung, warum das so ist.
Das Ranking der Karriere-Accounts auf Twitter.
Der Silicon Valley Job Title Generator – nicht neu, aber besser.
Die FAZ über Employer Branding und ungewöhnliche Maßnahmen.

Sebastian Dietrich
Über den Autor: Unser Autor Sebastian Dietrich studierte Politik und Publizistik- und Kommunikationswissenschaften in Potsdam und Berlin. Er arbeitet seit über zehn Jahren an der Schnittstelle von Human Resources und Public Relations, auf Agentur- wie Unternehmensseite.

Sind Sie schon dabei?

9.000 Profis lesen bereits unseren medienrot-Newsletter. Wenn auch Sie unseren 14-tägigen, kostenlosen Branchenüberblick nicht verpassen wollen, dann senden Sie uns gern eine E-Mail an abo@medienrot.de und wir nehmen Ihre Adresse in unseren Verteiler auf.