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Wenn Personaler im Juni kommunizieren …

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Auch im Juni 2015 wurde wieder personalgemarketet, vieles richtig und einiges falsch gemacht. Dieses Mal geht’s um McDonald’s-Rapper, Barclays-Banker, Telekom-Barrieren, Wurst-Designer, Talent-Krieger – und die Zukunft der HR. Und weil das dann doch ganz schön viel ist, sortieren wir das für Sie, die geneigten Leser, ein bisschen vor. Los geht’s:

Bewegende Bilder

McDonald’s Azubi Rap
Leichte Schauer laufen dem geneigten Leser über den Rücken, wenn er an die bisher erschienenen Azubi-Raps denkt. Nun steigen also auch die Fastfood-Azubis in dieses Business ein und produzieren einen Rap, der – natürlich – einen ganz normalen Tagesablauf im Restaurant beschreiben soll – als hätte es sich die Personalabteilung so gewünscht. Aus Angst vor Shitstorms und damit aus Verantwortung für seine Mitarbeiter stellt Personalvorstand Wolfgang Goebel das Video erst mal nur auf sein Blog und nutzt es sonst nur intern. Klingt vernünftig.

Macht keine Fehler
Irgendwie durchgerutscht ist wohl der Azubi-Rap, den die Agentur Scholz&Friends schon 2013 produziert hat – für einen Kunden, den wir aber mal nicht verraten. Spoiler-Alarm und so. Lohnt sich!

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Neues aus der Tagespresse

Lehrjahre vs. Herrenjahre
Ein Banker der Barcleys Bank fand’s witzig, einmal aufzuschreiben, wie hart das Praktikantenleben so zu sein hat: „Nimm immer eine zweite Krawatte mit – falls dein Chef mal eine Serviette benötigt.“ Hier das Original auf Englisch. Die Bank fand’s weniger witzig und setze ihn an die Luft. Nicht schlimm, mag er sich gedacht haben, er wollte ja im Sommer sowieso einen neuen Job antreten. Wird er aber nicht, da er dort vorsorglich gefeuert wurde.

Bloß keine Authentizität!
Bei Spiegel Online rät eine „Karriereberaterin“ derweil überqualifizierten Bewerbern, sich doch einfach die ersten paar Jahre im Job dumm zu stellen: „Fahren Sie Ihre Ambitionen herunter wie den PC am Abend. Machen Sie Ihren Lebenslauf etwas kleiner, als er “ Ob man so auch Kolumnen bei Spiegel Online bekommt?

Schluss mit Beratung
Die FAZ berichtet über die Trendence Absolventen-Studie, die europaweit untersucht, wo denn die (mutmaßliche) Generation Y gern arbeiten würde. Beratung scheint erstmal zu anstrengend.

Mit HR in die Zukunft

Digital und transformiert
Sie wird wohl nicht aufzuhalten sein, die Zukunft. Das hat nun auch die HR erkannt und entschieden, mal ein bisschen nach vorne zu schauen. Diesen Monat positiv aufgefallen ist in dieser Kategorie Ralf Grässler, der im Talent Management Blog des HR-Software Herstellers Veda über die digitale Transformation der Human Relations (Relations) schreibt.

Die Zukunft der Arbeit
Das Digital-Magazin Wired befasst sich mit der Frage, wie denn eigentlich die Arbeit in Zukunft aussieht. Werden Roboter uns alle arbeitslose machen wie schon in den 80ern, als sie anfingen Autos zu lackieren und zu bauen? Spannende Frage, vor allem für die HRler, die dafür sorgen müssen, dass für die zukünftige Arbeit die richtigen Menschen bereitstehen.

Technologien

Whazzapp!?
Wir hatten schon einmal berichtet, dass Daimler und nun auch ProSiebenSat1 und McDonald’s WhatsApp im Recruiting nutzen. Nun stellt sich aber raus, bzw. Henner Knabenreich fand heraus, dass die Diakonie schon einen Monat vor Daimler die Chat-App zur Berufsorientierung nutzte. Interessenten können Fragen zu den Ausbildungsberufen im sozialen Bereich stellen und bekommen diese beantwortet. Schöne und sicher sinnvolle Idee, die Zielgruppe dort abzuholen, wo sie sich rumtreibt. Bezeichnend übrigens die Diskussion unter dem Text, wo natürlich die Datenkranke Facebook/WhatsApp ausgegraben wird – Himmel hilf, wenn die Jugendlichen nach Gehalt fragen!?

Barriere frei!
In einem gewohnt umfänglichen Artikel befasst sich Henner Knabenreich mit dem Thema barrierefreie Bewerbung. Idee dahinter ist, dass auch Menschen mit eingeschränkten technischen Fähigkeiten oder einfach schlechten Augen in der Lage sind, eine Bewerbung abzuschließen. „Hä? Das ist nicht selbstverständlich?!“, fragen Sie? Nein. Leider nicht. Und Henner macht grausam präzise deutlich, warum auch die Telekom es nicht geschafft hat, ein barrierefreies System zu entwickeln.

HR Hackathon
Ein Hackathon ist eine meist mehrtägige Veranstaltung, bei der Software-Entwickler ihr Tagwerk ruhen lassen, um gemeinsam, in einem Rutsch sozusagen, ein einzelnes oder mehrere Projekte umsetzen. Auf die chronisch analoge HR-Profession übertragen wurde dieses Konzept beim HR Hackathon Ende Mai in Berlin. Die Menge an Software, die den Personaleralltag erträglicher machen soll, ist zwar endlos, so richtig zufrieden ist aber niemand mit seinen Lösungen. Hier einige Nachberichte zum HR Hackathon.

Hinter den Kulissen

Krieg um Talente
Wenn der Terminus „War for Talents“ mal angebracht ist, dann sicher beim „Arbeitgeber“ Bundeswehr, die mehr und mehr strampeln muss, um genügend Rekruten zu rekrutieren. Alexander Fedossov von Wollmilchsau schaut sich die Rekrutierungskampagne der Bundeswehr mal genauer an und analysiert, wie sie sich im Krieg um Talente so schlägt.

Tipps & Tricks auf Englisch

Hier nur kurz angerissen einige englischsprachige Artikel – mit praktischen Tipps zum modernen Rekrutieren:

How to Recruit on LinkedIn – 15 Practical Tips – Stimmt, genau das.
The Power of 10 Ideas for Finding Great People Without a Job Posting – Direkt von LinkedIn und die müssen es ja wissen.
Why You Lose Potential Candidates with LinkedIn Job Posts – Wirklich gut zu wissen!
How to Measure Work Ethic When Hiring Salespeople – Vorher.
Yes, Content Can Save Your Job Description – Glauben Sie es nur!

Wörterbuch

In dieser Rubrik will ich Ihnen die heißesten Themen der HR-Branche mal einfach erklären. Wir starten heute mit:

Matching, das; hieß früher Personalauswahl. Soll sicherstellen, dass die Bewerber sich auf die Jobs bewerben, auf die sie auch passen. Was die Arbeit der Recruiter erleichtert und das Risiko einer Fehleinstellung (englisch Mis-Hire) reduzieren soll. Eingesetzt werden hauptsächlich Online-Testverfahren, die idealerweise durch → Gamification eine spielerische Selbsteinschätzung des Bewerbers liefern.
Siehe auch: Berufsorientierung
Aktueller Artikel: Wurst-Designer? Deo-Tester? Augen auf bei der Berufswahl

Über den Autor:
sebastian-dietrich-s
Unser Autor Sebastian Dietrich studierte Politik und Publizistik- und Kommunikationswissenschaften in Potsdam und Berlin. Er arbeitet seit über zehn Jahren an der Schnittstelle von Human Resources und Public Relations, auf Agentur- wie Unternehmensseite.