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Wenn Personaler im Juni kommunizieren, dann …

… geben sie manchmal tiefe Einblicke.

Wie zum Beispiel die Case Study, die Brett Minchington (der als einer der Ersten den Terminus Employer Branding prägte) veröffentlicht. Sein Interview mit Sara Axling, People & Employer Brand Strategy Manager bei Volvo Cars, gibt sehr konkrete Einblicke in den Strategie-Prozess, der idealerweise vor all den Flyern, Anzeigen und Kugelschreibern steht. Extrem lesensewert.

… gehts meistens um Social Media.

Zumindest in letzter Zeit. Aber warum auch nicht. Die Zahlen sprechen für sich und die Vorteile der Bewerberansprache per LinkedIn, Xing und Twitter liegen ja auf der Hand – oder lagen auf der Hand. Das findet zumindest Henner Knabenreich von Personamarketing2null.de, wenn er die Ergebnisse der Social Media Personalmarketing Studie 2014 [pdf] in gewohnter und gebotener Ausführlichkeit auseinandernimmt.

… sollte man auch mal genauer hinsehen.

Business Intelligence, oder kurz BI, steht immer wieder für einen Schatz, der in vielen großen Unternehmen schlummert und zunehmend gehoben wird: Informationen über das Kauf- und Klickverhalten der Kunden fallen bei den B2C-Unternehmen zu Hauf an. Sie aber sinnvoll aufzubereiten und die fürs Geschäft möglichst gewinnbringenden Schlüsse zu ziehen, ist eine andere Sache. Diese Strategie sollte man natürlich auch in HR-Fragen anwenden, findet man bei der Wollmilchsau. Ob die dortige Auflistung schon BI oder einfach nur kennzahlenbasierte Steuerung ist, muss die geneigte Leserschaft selbst entscheiden.

… müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass …

… es einen neuen Wettbewerb gibt. Gesucht wird das “Beste Absageschreiben 2014”. Kriterien sind Offenheit und Wertschätzung. Dass sich die beiden oft ausschließen, ist ein Gebot der Höflichkeit. Ausgelobt wird der Wettbewerb von der auf HR-Fragen spezialisierten Beratung Kienbaum und der auf – nun ja – Jobs spezialisierten Stellenbörse Jobware. Mehr weiß man bei Lead Digital. LeserInnen, die Absageschreiben von Kienbaum oder Jobware haben, dürfen die ersten Steine werfen.

… sollte man noch mal nachfragen.

Denn sonst könnte tatsächlich der Eindruck entstehen, Starbucks in den USA würde seinen Mitarbeitern ein Studium an der Arizona State University finanzieren. Die Sache ist aber etwas komplizierter als ein einfacher Iced White Chocolate Moccha Latte mit Sojamilch – non-fat. Es bedarf des konkreteren Blickes und vor allem der Nachfrage bei der Universität. Dann wird aus dem noblen Investment von Starbucks nämlich eine verdammt clevere Vertriebsmaßnahme der Online-Universität.
Kleiner Tipp noch: Presseinformationen immer vorher mit allen Beteiligten abstimmen!

… kommt man auch ohne Stellenanzeigen aus.

Das US-Unternehmen Zappos hat angekündigt, komplett auf Stellenanzeigen zu verzichten und nur noch aus einem selbst aufgebauten Netzwerk an Interessenten zu rekrutieren. Drüber geschrieben haben im Juni irgendwie alle und darum nur der Link zur Google-Suche – und ein Artikel aus dem August 2011, in dem so etwas schon vorhergesagt wurde.

… wird alles mobil.

Die Wollmilchsau veröffentlich die 2014er Version ihrer Mobile Recruiting Studie – zum Download. Und bei dem Thema geht noch was: 23% der mobilen Google-NutzerInnen suchen nach Stellenangeboten und 80% der Unternehmen sind noch ohne ein für Mobilgeräte optimiertes Angebot für BewerberInnen.

… braucht es neue Ideen.

Wie die Tour de PostFinance der Schweizer PostFinance. Die ermöglicht durch die clevere Verlinkung mehrerer YouTube Videos, seinen neuen Arbeitgeber virtuell-persönlich kennenzulernen und gleich mal zu testen, ob man auch zusammenpasst. Zumindest bei der Frage, ob man Vorstände duzt oder siezt ist Vorsicht geboten. Mehr Informationen und das Making-of bei Employer Branding Today.

… müssen wir auch drüber reden, wie es Google macht.

Aber nicht als Auflistung, welche Benefits und Goodies die Mitarbeiter bekommen, sondern mit einem Blick hinter die Kulissen der HR Abteilung, liebevoll POPS genannt. Die Abkürzung steht wahrscheinlich für People Operations (nicht-medizinisch), aber da schwingt auch der Kosename für den Vater mit – in etwa übersetzbar mit dem Berlinerischen “Vaddi”. Lange Rede, kurzer Sinn:  Bei POPS scheint man einiges richtig zu machen.

… merken das auch PR-Agenturen.

So veranstaltet zum Beispiel die Fink&Fuchs ein regelmäßiges Business Breakfast Arbeitgeberkommunikation mit Inputs aus Unternehmen.

…können sie von anderen lernen.

Zum Beispiel von den Kollegen im Online-Marketing. Die sind nämlich in der Lage, die BesucherInnen ihrer Website zu verfolgen und anzubetteln, doch zurückzukommen und doch noch zu kaufen – oder sich zu bewerben. Wer schon mal in einem Online-Shop nach einer neuen Kaffee-Maschine oder Socken recherchiert hat, wird erlebt haben, dass man diese Produkte in den kommenden Tagen wieder und wieder in Bannern auf allen möglichen Seiten zum Teil recht unsubtil angeboten bekommt. Man stelle sich das mit Stellenausschreibungen vor…

… geht es auch mal um Bier.

Damit hat sich der Designer Brennan Gleason beworben.

Sebastian Dietrich
Über den Autor: Unser Autor Sebastian Dietrich studierte Politik und Publizistik- und Kommunikationswissenschaften in Potsdam und Berlin. Er arbeitet seit über zehn Jahren an der Schnittstelle von Human Resources und Public Relations, auf Agentur- wie Unternehmensseite.