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Wenn Personaler im Juli kommunizieren …

Didi_07-2015_Fotolia_50145991_Subscription_Monthly_M… dann geht’s um Buzzwords wie Candidate Experience, Matching Algorithmen, Talent Assessment, Performance Management, Workforce Management. Aber auch um Bahn, Handwerk, Google, Accenture, Loriot und ziemlich viele Werbeagenturen.

Bewegte Bilder

Bewerber-Rap
Es war zu befürchten und es ist geschehen: Bewerber rappen brutal zurück. Personaler sind noch unsicher, wie sie das Video in die Personalakte heften sollen.

Abschlussstreich des Handwerks
Eher bewegende als bewegte Bilder zeigt uns das Marketing-Magazin Horizont in seinem Bericht über eine Aktion, die „Das Handwerk“ (früher: Deutscher Handwerkskammertag) in Berlin zum Ende des Schuljahres veranstaltete, um potenzielle Bewerber zu umwerben.

Die Bahn kommt
Die neue Kampagne, mit der die Bahn um Azubis wirbt, wird gleich von zwei Blogs besprochen. Einmal vom saatkorn und einmal von Recrutainment.

Die Zukunft der Arbeit

Blogfabrik
Wie werden Medien in Zukunft hergestellt werden, mit Freiberuflern oder Angestellten, in Teams oder in Scrums, für Geld oder Bitcoins – diese Frage stellt sich wohl eher früher als später. Und die deutsche Ausgabe der Wired versucht anhand des Beispiels Blogfabrik Antworten zu zeigen.

Das Ende der Performance
Zumindest die jährlichen mit Begeisterung von allen Beteiligten erwarteten Performance-Gespräche, Feedback-Discussions, Jahresmitarbeitergespräche gibt es bei Accenture nicht mehr, wie die Washington Post schreibt.

Zukunft der Arbeitsagentur
Also, die Arbeit in (Werbe-)Agenturen und wie sie organisiert sein wird, sind Thema einer Interview-Serie des Magazins Werben & Verkaufen. Bisher beantworteten den Fragebogen die Personaler von Sapient Nitro, BBDO, Jung von Matt, Serviceplan, VCCP Berlin. Warum Agenturen beim Recruiting umdenken müssen, schreibt die W&V auch auf.

kununu
Des Personalers liebste Website hat mal rausgesucht, welches Unternehmen der Kategorie Werbung/Marketing/PR („Agenturen“) eigentlich die positivsten Mitarbeiterbewertungen bei der Xing-Plattform gesammelt hat.

Tötet mich!
Wie die Agentur Jung von Matt Stuttgart nach Talenten fischt, zeigt ebenfalls die Horizont.

Technologien

Apps gegen Sexismus
Wollten Sie schon immer wissen, ob Ihre Stellenanzeige sexistische Sprache enthält? Das LinkedIn Talent Blog schreibt [Eng.] über eine App, die genau das herausfindet. Wenn Sie das geklärt haben, können Sie Ihrer Sekretärin einen Klaps auf den Hintern geben – fristlos gefeuert werden können Sie dafür zumindest nicht.

Apps zum Kennenlernen
Den Service der Kollegen von Watchadoo, der es Unternehmen ermöglicht bzw. sie manchmal regelrecht zwingt, sich authentisch gegenüber potenziellen Bewerbern darzustellen, gibt es jetzt auch als App.

Matching und Candidate Experience
Letzten Monat hatte ich Ihnen erklärt, was Matching im Zusammenhang mit Recruiting ist. Heute lernen wir, welche Implikationen dieses Buzzword auf das Buzzword Candidate Experience hat. Wie diese Algorithmen aussehen können und welche Rolle sie z.B. bei der Zulassung von Studierenden an Universitäten spielen, schreibt Tim Harford (The Undercover Economist) in seinem Blog [Eng].

Online Assessment in der Praxis
Mit dem Online Assessment, dass die Targo Bank ihren Bewerbern anbietet, befasst sich das Blog Recrutainment.

Job-Apps werden scheitern
Warum sie das werden und was das mit der Candidate Experience (siehe unten) zu tun hat, lesen wir beim Persoblogger in aller gebotenen Ausführlichkeit.

Hinter den Kulissen

Jobware-Umfrage
Die Ergebnisse der diesjährigen Jobware-Umfrage unter Personalern und Bewerbern fasst Henner Knabenreich zusammen. Eine Forderung von 80 Prozent der Bewerber und immerhin 40 Prozent der Personaler: verpflichtende Angabe von Gehältern in Stellenanzeigen. Dieses Ergebnis kann nur stimmen, wenn diese 40 Prozent der Personaler gerade auf Jobsuche sind.

Stereotype schuld am Fachkräftemangel?
Die den tradierten Geschlechterklischees entsprechende Berufswahl (Lehrerin vs. Maurer) ist auch ein Grund für den grassierenden Fachkräftemangel – schreibt die Wollmilchsau und belegt das auch mit Zahlen. Und wie der Fachkräftemangel grassiert, schreibt das Blog saatkorn.

Recruitment Business Partner
Das Modell des „HR Business Partner“ sollte die Personaler eigentlich aus der Administrationsfalle befreien und auf Augenhöhe mit dem Business bringen. Wie gut das geklappt hat, muss wohl jeder selbst beurteilen. Ob man dieses Modell, das dankenswerter Weise noch einmal grob erläutert wird, auch auf die Rolle des Recruiters angewendet werden kann, diskutiert das Blog “talent target recruiting”. #HRnerd

Grenzen der Transparenz und Fairness
Stellen Sie sich mal vor, ein Kollege erstellt eine Liste auf dem Firmenserver und trägt sein Gehalt ein, auf dass es ihm seine Kollegen gleich tun sollen. Absurd, oder? Ja, selbst für Google, wo man die Kollegin immerhin nicht rausschmiss, sondern ihr nur den von den Kollegen verteilten Bonus verweigert. Dass Google nicht wirklich nach Fairness, sondern eher nach Markt-Mechanismen zahlt, hat übrigens der Personalchef selbst in seinem Buch geschrieben – das Kapitel heißt „Pay unfairly (it’s more fair!)“.

Fässer mit Löchern
Schöne Metapher, die Marcus Reif auf seinem Blog aufmacht: Workforce Management (Personalplanung) ist ein Fass mit Loch. Die strategische Antwort der Unternehmen ist mehr Wasser.

Tipps & Tricks

Personality Assessment
Wie Sie in einem Interview mit einer Bewerberin mehr über ihre Persönlichkeit erfahren können, steht in einem Artikel bei idealcandidate.

Top 10 in Demand Job Titles
Die zehn meistgesuchten Job-Titel listet Socialtalent auf. Rausgesucht hat man das aus den Research Tools der Jobbörse Indeed.

Onboarding
Wie Sie neue Kollegen schnell, effektiv und emotional in Ihre Organisation bringen, schreibt LinkedIn in seinem Talent Blog auf.

Active Sourcing
Wie man in Social Networks auf die Jagd nach neuen Mitarbeitern gehen kann, beschreibt talent target recruiting anhand zweier Beispiele. Hilfreich könte auch dieser Trick sein: Wie man Facebook mit Google durchsucht. (Keine Angst, davon geht nicht das Internet kaputt!)

„Wir haben aus einem kleinen, miesen Saftladen einen großen …“
Sie mögen das Loriot-Zitat verzeihen, aber wie kann die Süddeutsche eine Klickstrecke mit den besten Kündigungen und Abgängen publizieren und diese legendäre Szene vergessen? Sträflich! Darum hier:

HR Wörterbuch

Candidate Experience, die; früher: Prozessqualität. Die Eigenschaften, die ein Bewerber seinem konkreten Bewerbungsprozess zuschreibt. Abstrakter: Die Sichtweise des Bewerbers auf den Prozess einnehmen und nicht immer nur die naheliegende Sicht der Personalers.  Erklärtes Buzzword des Jahres 2015

Über den Autor:
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Unser Autor Sebastian Dietrich studierte Politik und Publizistik- und Kommunikationswissenschaften in Potsdam und Berlin. Er arbeitet seit über zehn Jahren an der Schnittstelle von Human Resources und Public Relations, auf Agentur- wie Unternehmensseite.