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Wenn Personaler im April kommunizieren, dann …

… geht’s um Schafe, das ZDF, Foursquare, Microsoft, Algorithmen, Meldewesen und die Candidate Experience! medienrot-Kolumnist Sebastian Dietrich fasst zusammen.

… suchen Tiere Menschen.

Beziehungsweise Menschen suchen Menschen für Tiere. Auf dem Stellenmarkt für Schäfer, mit dessen Gründer und Betreiber Eva Zils ein interview führt. Wie der Job dann aussehen kann, wird hier deutlich:

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… checken die Mitarbeiter von Foursquare wieder aus.

Nachdem man sich ganz gut positionierte, um im vor wenigen Jahren noch jungen Markt mit Location Based Services mitzumischen, wurde die Strategie etwas schwammig. Wie mangelnde interne Kommunikation und eine unklare Strategie zum Braindrain des einstigen Superstars führten, schreibt Jannis Tsalikis bei Mein Freund die Arbeitgebermarke.

… sucht das ZDF einen Corporate Social Media Manager.

An sich ja nicht schlimm oder bemerkenswert, selbst fürs ZDF nicht. Dass man aber nur postalische Bewerbungen akzeptiert (für eine Social-Media-Stelle!), das führt natürlich zu Aufruhr und Gelächter unter den Netzpersonalern – allen voran Henner Knabenreich. Der fragt in Mainz mal nach, ob das denn wirklich so gemeint sei – und bekam eine Antwort! Das mag alles ganz furchtbar peinlich und hihihi sein, aber es ist authentisch, und das ist nur gut.

… ist der attraktivste Arbeitgeber der Welt: Microsoft.

Ja, wirklich! Lassen Sie sich kein G für ein M vormachen! Randstad hat’s herausgefunden.

… macht Laszlo Bock auf reddit ein AMA.

Wer? Was? Hä? Okay: Bock ist SVP People Operations bei einem Unternehmen namens Google – so eine Art Arbeitsdirektor. Und reddit ist Newsaggregator für … irgendwie alles. Auf reddit stellen sich immer wieder Menschen den Fragen anderer Menschen. Klingt unspektakulär, ist aber schon cool, wenn Noel Gallagher, Barack Obama oder Eunice Aktoh, zwölfjährige Schülerin aus dem größten Slum Kenias, die zum ersten Mal in den USA ist, sich den Fragen stellen. Mit dem Ausruf: Ask Me Anything – AMA! Zurück also zu Laslo Bock, der ein Buch (Work Rules) darüber geschrieben hat, wie Google HR macht. Sollten also nach der Lektüre des Buches noch Fragen offen sein, beim AMA wäre die Chance gewesen. Oder Sie können das AMA einfach nachlesen – sonst würde ich das ja hier nicht schreiben. Hier gibts übrigens ein Kapitel aus Work Rules zum Anlesen.

… können Algorithmen einen Recruiter ersetzen.

Oder auch nicht. Das zu klären, oder zumindest die beiden Positionen einmal deutlich niederzulegen, sind beim Blind HR Battle Jan Kirchner, Wollmilchsau und Michael Witt, Voith angetreten. Hier lesen Sie, ob Sie morgen noch einen Job haben werden. Wie die Algorithmen das machen, schreibt Idealcandidate.com mal auf (englisch).

… wird wieder gerankt.

Rankings – Germanys Next Top Model für Arbeitgeber: Nur eine gewinnt und der Preis ist … ja, was eigentlich? Hat mal jemand den Einfluss von Arbeitgeberrankings auf Bewerbungseingang oder gar Bewerberqualität erhoben? Bis dahin müssen Sie das Universum Absolventen-Ranking 2015 für Deutschland lesen, wenn Sie die unglaubliche Spannung bis hierher überhaupt ausgehalten haben.

… sind sie Love Employer Brand.

Die Stellenbörse Monster hat untersucht, was einen Arbeitgeber überhaupt attraktiv macht. Der Vergleich zwischen 2004 und 2014 zeigt deutliche Unterschiede.

… managen sie Bewerber.

Mittels sogenannter Bewerber-Managent-Systeme (BMS) oder gleich eines Applicant Tracking Systems, also Software, die Bewerbungen verwaltet und den Auswahlprozess idealerweise unterstützt. Der Markt ist verständlicherweise unübersichtlich und das Institute for Competitive Recruiting (nicht: Um die Wette rekrutieren) untersuchte einige Lösungen in einer kostenpflichtig zu beziehenden Studie. Katharina Vogt von Cyquest hat nun einen Artikel über die Studie bei Recruitainment veröffentlicht, ohne die Anbieter zu nennen, der mich zum klaren Ergebnis kommen lässt: Anbieter K bekommt mein Geld!

„Wieso zerzählt der das denn? Was hat das denn mit Employer Branding zu tun?“ werden Sie sich fragen. Und ich werde antworten: „So viel wie eine pünktliche Gehaltsüberweisung oder ein geheizter Arbeitsplatz. Es sind Hygienefaktoren, die Sie als Arbeitgeber zwar erfüllen müssen, aber  niemals einen Preis oder gar Lob dafür zu bekommen.“ Traurig, aber wahr.

Dass die Recruiter ihre Systeme meistens innig hassen, macht die Sache sicher nicht leichter.

Etwas ausführlicher erklärt den Zusammenhang zwischen Bewerbungsprozess-Qualität und Unternehmensmarke wiederum Jo Diercks bei Recruitainment.

… Matching.

Klingt nach einem Kinderspiel, ist aber natürlich kompliziert genug, um ein Markt für vier Anbieter zu sein und einen Artikel von Jo Diercks bei Recruitainment auszulösen. Kurz gesagt geht es darum, dass Bewerber ein Unternehmen kennenlernen sollen und andersrum – aber mit ’ner App. Aber lassen wir die Fachleute ran.

… geht noch was bei Social Media.

Oben bereits genannter Jan Kirchner schreibt auf seinem Wollmilchsau-Blog über den Stand des Social Media Recruitings anno 2015. Spoiler: Da geht noch einiges!

… geht’s wieder um die Candidate Experience.

An dieser Stelle bereits häufig erwähnt ist die Idee der Candidate Experience – dass man als Arbeitgeber seinen Bewerbern einen ordentliche Bewerbungsprozess bietet. Nicht mehr, nicht weniger. Saatkorn hat mal fünf Handlungsempfehlungen für Sie.

… melden sich Wesen fürs Meldewesen.

Ina Ferber und Saatkorn mögen mir den Kalauer verzeihen, aber sie kennt sich mit dem Meldewesen eben einfach aus. Schließlich hat sie für den Unternehmensberater BearingPoint eine Recruiting-Kampagne für Absolventen entwickelt, die genau im Meldewesen starten sollen. Mehr bei Saatkorn. Wie viele Bewerber sich gemeldet haben, verrät sie nicht (Sorry!). Mit diesem Link wäre dann auch die Generation Y pflichtschuldigst für diese Ausgabe abgehakt.

… brennt die Candidate Pipeline.

Dass Feuerwehren auch abseits robusten Stammtischhumors recrutieren können, zeigt die Ausschreibung der Freiwilligen Feuerwehr des Amtes Haddeby.

… gibt’s was zu lachen.

Denn das gehört dazu. LinkedIn hat die besten Recruiting-Anekdoten gesammelt und hier abgeworfen – inklusive der Zuckerwasser-Story von Steve Jobs.

Über den Autor:
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Unser Autor Sebastian Dietrich studierte Politik und Publizistik- und Kommunikationswissenschaften in Potsdam und Berlin. Er arbeitet seit über zehn Jahren an der Schnittstelle von Human Resources und Public Relations, auf Agentur- wie Unternehmensseite.