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Uni Jena startet mit „eHealth and Communication“ ein neues Weiterbildungsstudium

Ein neues berufsbegleitendes Studienangebot der Universität und des Uniklinikums Jena soll fit machen für den Einsatz digitaler Medien im Gesundheitswesen.

Die Corona-Pandemie hat die Notwendigkeit und das Potential des Einsatzes digitaler Technologien im Gesundheitsbereich schlagartig deutlich gemacht. Vermutlich hat Kollege Drosten mit seinem Podcast seinen Anteil daran. Auch wenn zunächst der Infektionsschutz die treibende Kraft für Videosprechstunden und Kontaktverfolgungs-Apps war, so zeigen diese Beispiel doch, wie sich die Art der Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen ärztlichen KollegInnen, PatientInnen, Gesundheitsinstitutionen, MedienvertreterInnen oder WissenschaftlerInnen verändert.

Aber wie können digitale Medien so eingesetzt werden, dass sie PatientInnen und Behandelnden nützen? Können sie dazu beitragen, den Menschen wieder mehr in den Mittelpunkt der Behandlung zu rücken? Das ist zumindest das Ziel des neuen Masterstudiengangs „eHealth and Communication“. Der berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengang ist ein fakultätsübergreifendes Angebot zwischen der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Universitätsklinikum Jena.

„Die Digitalisierung ist eine Herausforderung. Sie ist jedoch gleichzeitig auch eine Chance. Eine Chance, die Kommunikation zwischen Behandlern und Patienten neu zu gestalten“, kommentiert Prof. Jutta Hübner das neue Angebot. Die Professorin für Integrative Onkologie am Universitätsklinikum Jena leitet den neuen Studiengang, der im Wintersemester 2020 erstmals startet und nach anderthalb Jahren mit einer Masterarbeit abschließt.

Interessierte können sich noch bis zum 1. September 2020 bewerben. Qualifiziert sind dafür alle Berufstätigen aus dem Gesundheitsbereich – unter anderem MedizinerInnen, PsychologInnen, PharmazeutInnen, MedizinjournalistInnen, BioinformatikerInnen oder GesundheitswissenschaftlerInnen. Voraussetzungen sind ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss sowie mindestens ein Jahr Berufserfahrung in der Gesundheitsbranche.

„Nach unserer Recherche gibt es in Deutschland bisher keinen Studiengang, der den Fokus auf die Kommunikationsaspekte in der Digitalisierung der Medizin setzt“, so die Koordinatorin des Studienganges, Sarah Salomo. Der Wohnort der Teilnehmer spielt keine Rolle. Mit PC oder Laptop können die webbasierten Module von überall aus absolviert werden. Zu festen Abendterminen stehen Online-Seminare auf dem Stundenplan, darüber hinaus wird online Material fürs Selbststudium bereitgestellt.

Eine gemeinsame Veranstaltung pro Semester findet in Berlin statt. „Hier pulsieren die Start-Ups und Unternehmen zum Thema digitale Versorgungsverbesserung. Wir möchten unseren Studierenden hier bereits erste Kontakte und Möglichkeiten aufzeigen und arbeiten dafür mit vielen externen Experten – u.a. aus Berlin“, so Salomo. Kontakte zu knüpfen für spätere Kooperationen, sei eines der Ziele dieser realen Treffen. „Außerdem wünschen wir uns, dass die Teilnehmenden des Studienganges sich vernetzen – auch über die Zeit des Studiums hinaus.“

In verschiedenen Modulen werden die TeilnehmerInnen unter anderem eHealth-Technologien wissenschaftlich analysieren, Ideen entwickeln, wie diese im beruflichen Alltag eingebunden werden können, und sollen optimale Kommunikationsstrategien finden. „Es geht nicht darum, zu programmieren, sondern die digitalen Medien bewusst und effektiv im Alltag nutzen zu können“, so Salomo. Die AbsolventInnen, so das Ziel, sollen an den Schnittstellen zwischen Patienten, digitalen Medien und Institutionen in Zukunft besondere Aufgaben übernehmen und so WegbereiterInnen für eine patientenzentrierte und patientengerechte Digitalisierung der Medizin sein.