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Trendbarometer Industriekommunikation 2022

Wenn es nach dem Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. (bvik) geht, dann ist die deutsche Industriekommunikation bei den digitalen Skills bereits jetzt in Rückstand.

Demnach sind die entsprechenden Fertigkeiten im B2B-Marketing unerlässlich. Der Schlüssel zum Erfolg sind Fachkräfte, digitalisierte Prozesse und agile Methoden. Nachhaltige Praxen werden dabei Grundvoraussetzung, eine authentische und transparente Kommunikation darüber ebenso. Zu diesen und mehr Schlüssen kommt das Trendbarometer Industriekommunikation 2022, die gerade erschienene Studie des Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. (bvik).

„Die Einschätzung der B2B-ExpertInnen, wie viel Bedeutung und Potenzial für die Markenpositionierung im B2B-Bereich bei den Mitarbeiter:innen gesehen wird, ist sehr beindruckend,“ so Dr. Seon-Su Kim, Professor an der DHBW Mosbach und wissenschaftlicher Partner der Studie. Die Ausrichtung der Trends weist auf den Menschen als wichtigsten Faktor in der Marketing-Schleife hin – persönlich, qualifiziert, vertrauenswürdig.

B2B-Markenbotschafter

Die Herausforderungen für Unternehmen liegen dabei neben der Gewinnung von technisch versierten Fachkräften unter anderem in der erfolgreichen Implementierung von Social-Selling- und Corporate-Influencer-Strukturen. Neben klassischen Weiterbildungen müsse in innovative Ansätze zur Kompetenzweiterentwicklung investiert werden, heißt es seitens des Bundesverbandes.

Digitale Unternehmensstrukturen

Mit 94 Prozent Zustimmung der teilnehmenden B2B-ExpertInnen bleibt die Weiterentwicklung digitaler Skills ein erfolgsentscheidender Faktor im Zukunftsmarketing, ein Trend, dem in den nächsten drei Jahren höchste Relevanz zugeschrieben wird. Im Fokus stehen die B2B-Erfolgsmessung, die Anpassung von Unternehmensstrukturen und die Einführung agiler Methoden. Professor Kim beurteilt den aktuellen Mangel als „alarmierend für die internationale Wettbewerbsfähigkeit“. Auch deshalb ist mit einem erheblichen Kampf um gut qualifizierte Marketing-Fachkräfte zu rechnen.

Nachhaltigkeit

In der Erhebung zum Trendbarometer wurde deutlich, dass nicht nur in Gesellschaft und Öffentlichkeit das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt des Interesses rückt. Auch im Industriesektor wird es mittlerweile als wesentlicher Treiber der Markenpositionierung bewertet, als Dreh- und Angelpunkt einer neuen, umfassenden Kommunikationsstrategie. Markenexperte Alexander Biesalski, Vorstand des bvi, ist überzeugt: „Nachhaltigkeit ist ein Feld, mit dem wir im Industriegüterbereich Wertschöpfung erzielen können. Klar ist: Nachhaltigkeit abseits von Greenwashing kostet den Unternehmen Geld. Dafür braucht es aber die richtige Bewertung, denn es ist ein Thema, das Menschen emotional anspricht und den Wert von Marken nachweislich steigert. Wichtig ist, die professionelle Unternehmenskommunikation von Anfang an so aufzusetzen, dass nachhaltige Firmenstrategien für die Kunden transparent, glaubwürdig und nachvollziehbar werden.“

Klar sei demnach: Marken stehen gehörig unter Druck. Unternehmensverantwortliche sind daher gut beraten, sich mit Fach- und Digitalexpertise in Marketing und Kommunikation für die neuen Anforderungen der internationalen Märkte zu rüsten.

Grafik: Pixybay/neotam