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10 Tipps für Social-Media-Einsteiger

Was einst als Spielzeug der Web 2.0-Generation belächelt wurde, ist heute als Fundament der digitalen Pressearbeit nicht mehr wegzudenken. Und doch sind noch längst nicht alle PR-Profis in Netzwerken wie Facebook oder Twitter unterwegs. Dabei sind Social-Media-Postings längst nicht mehr nur Amüsement für Privatpersonen, sondern ein effektives Instrument, um Neuigkeiten kleiner wie großer Unternehmen, Produkte oder Marken zu verbreiten. Sie wollen nun auch endlich in der Social-Media-Welt mitmischen? Dann hat Jasmin Kreulitsch 10 Tipps für Ihren Einstieg!

1. Man erkenne das Potenzial von Social Media
Über die wesentlichen Erkenntnisse von Social Media: Saß ein Journalist vor Jahren noch vor einem Papierstapel Presseaussendungen oder sortierte unzählige E-Mails nach relevanten Daten, findet er heute das Gros seiner Informationen im Internet. Denn nicht nur der Endverbraucher nutzt das Web als Informationsquelle Nummer eins, auch für Journalisten ist das Internet und vor allem Web 2.0 ein Instrument für die berufliche Recherchearbeit. Laut der „Social Journalism Studie 2012/13 – Deutschland“ von Cision Germany und der Canterbury Christ Church Universität sind Social Media-Kanäle das Hauptwerkzeug der täglichen Redaktionsarbeit: Rund 98 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie in Social Media unterwegs sind. Lassen Sie uns das gemeinsam wiederholen: 98 Prozent! In Worten: achtundneunzig! Machen Sie sich deshalb bewusst, dass Sie mit einer guten Social-Media-Strategie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – und zweierlei Zielgruppen erreichen: den Kunden und den Journalisten.

2. Man sehe Social Media als Intrument für die tägliche Arbeit an
Über die korrekte Haltung zu Social Media: Egal, ob Sie Ihr Unternehmen, ein Produkt, eine Marke oder eine Person des öffentlichen Lebens bekannt machen wollen: Der Weg der Verbreitung führt meist über die Presse zum Endverbraucher. Doch wo finden Sie diese beiden Seite an Seite? Nirgendwo anders als im Web 2.0 stehen Kunden und Journalisten so nahe beieinander! Denn die „Social Journalism Studie 2012/13 – Deutschland“ ergab zwar auch, dass rund 86 Prozent der befragten Journalisten Social Media primär für die Recherche nutzen. Knapp 81 Prozent verwenden Facebook und Co. aber auch, um interessanten Kontakten und/oder Unternehmensseiten zu folgen. Na, klingelt es jetzt? Auch das sind Zahlen, die Sie sich auf der Zunge zergehen lassen sollten. Verwerfen Sie daher den antiquierten Gedanken, dass man Social-Media-Kanäle nur privat nutzt. Netzwerke wie Facebook, Twitter und Google+ sind für Unternehmen, Personen und Organisationen die beste Möglichkeit, Medienkontakte gezielt mit interessanten Inhalten anzusteuern, ein Image aufzubauen und an den Endverbraucher weiterzugeben.

3. Man baue eine Unternehmenssite auf
Über die Einführung einer neuen Unternehmensstrategie: Der erste Schritt ist Ihre eigene Unternehmensseite auf Facebook und/oder ein Twitteraccount. Im Idealfall starten Sie Ihre Social-Media-Präsenz dreidimensional, denn die parallele Veröffentlichung auf mehreren Profilen unterstützt eine effiziente Verbreitung Ihrer Social-Media-Postings. So können Sie mehrgleisig neue Fans und Follower gewinnen und Kunden sowie Interessenten auf Ihr Unternehmen und Ihre Marken aufmerksam machen. Ihr erstes Ziel könnte eine Fanseite auf Facebook sein. Die Studie „Recherche 2012“ der dpa-Tochter news aktuell ergab: Der Trend 2013 geht weg von der Informationssuche auf Unternehmenswebseiten – und hin zur Recherche in sozialen Netzwerken. Betrachten Sie es ruhig pragmatisch: Ihre Informationen sollen Ihre Zielgruppe erreichen, dort wo sie sich aufhält, und nicht unbedingt dort, wo Sie die Menschen erst hinlocken müssen.

4. Man probiere sich aus
Über die korrekte Art der Kommunikation: Je nach inhaltlicher Ausrichtung kann ein Social-Media-Posting verschiedene Ergebnisse auslösen. Von der völligen Ingoranz über unzählige Like-Angaben und Kommentare bis zum Shitstorm ist alles möglich. Gerade am Anfang werden Sie merken, dass die Schere der Akzeptanz zwischen manchen Postings sehr breit ist. Sie müssen letztlich herausfinden, welche Kommunikation am besten ankommt und worauf Ihre Fans reagieren. Ausprobieren sollten sie allerdings: Von kurzen und langen Textbeiträgen über multimediale Inhalte wie Bilder, Grafiken und Videos bis hin zu Umfragen und geteilten Links. Ihnen muss immer klar sein: Das Social-Media-Posting ist ein vielseitiges Instrument, auf dem Sie spielen können. Und auch, wenn Sie anfangs vielleicht Informationen falsch anbringen, gilt die Grundregel: Lieber ein schlechter Beitrag als gar keiner! Den gesunden Menschenverstand sollten Sie vor dem Klicken des „Senden“-Buttons allerdings konsultieren.

5. Man finde Fans und Follower
Über die gelungene Kontaktpflege: Es mag am Anfang nach viel Arbeit aussehen, entwickelt sich mit der Zeit aber zum Selbstläufer, sofern Sie Kontinuität, Aktualität und Interaktion bieten. Von alleine wird niemand Ihre Inhalte liken, teilen oder kommentieren. Daher muss Ihr Mantra immer sein: Je mehr Fans und Follower, desto besser die Kommunikationsarbeit! Integrieren Sie auf Ihrer Website einen Facebook- und Twitterbutton. Erwähnen Sie in Ihrem nächsten Newsletter, dass es Sie nun auch auf Facebook und/oder Twitter sind. Seien Sie eigennützig und laden Ihre Privatkontakte zu Ihrer Firmenseite ein. Wichtig ist, dass Sie überall streuen, dass Sie ein Social-Media-Leben begonnen haben. Zudem sollten Sie sich mit Partnern und ähnlichen Marken und mit passenden Kollegen oder Firmen aus Ihrer Branche vernetzen. Das ist denkbar einfach: Liken Sie andere Firmen, bitten Sie um ein Re-Like, hinterlassen Sie Kommentare und Links, die zu Ihrer Seite zurückführen. Die Grundregel lautet: Nur, wer Spuren im Social Web hinterlässt, wird irgendwann digitale Größe erlangen. Bedenken Sie auch: Fanseiten, die im Bereich von tausenden Anhängern mitspielen, haben eine Liga erreicht, in der eine Facebook-Seite auch wirklich monetären Nutzen für Marketing-Aktionen darstellt.

6. Man erweitere seine Kontakte
Über die Erweiterung Ihrer sozialen Kompetenz: Ein besonderes Merkmal von Social Media ist die Möglichkeit, Inhalte zu teilen und für weitere Kontakte zugänglich zu machen. Kontakte, die eigentlich nicht Ihre sind, weil Sie noch kein Fan Ihres Social-Media-Profiles sind. Noch. Denn sobald einer Ihrer Fans eine Information von Ihnen teilt, erscheint diese in der Timeline seiner Kontakte. Das sind potentielle Adressaten, die Sie gewinnen können. Daher gilt: Je interessanter ein Posting, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, das dieses gestreut wird. So können Sie als Unternehmen oder Organisation effektiv Fremd-Kontakte erreichen, die nicht zu Ihren Fans und Followern gehören.
Ein „Geteilt“ unter einem Ihrer Inhalte ist somit die Adelung Ihres Profils, weil Sie dadurch auf einer Meta-Ebene Kontakte gewinnen und im optimalen Fall an Sie binden können.

7. Man bleibe beständig
Über die korrekte Kommunikationsstrategie: Das größte Geheimnis eines gelungenen Social-Media-Auftrittes ist Kontinuität. Der tägliche Umgang mit Ihren Profilen muss in Fleisch und Blut übergehen, denn nur ein gepflegtes, aktuelles und konstantes Profil wird weiter wachsen sowie Kunden und Journalisten binden. Machen Sie es sich daher zur Gewohnheit, täglich einen oder mehrere Postings zu verfassen. Ernennen Sie auch Kollegen  zu Administratoren, die ebenso die Möglichkeit haben, News zu posten, auch wenn diese Ihnen manchmal banal vorkommen mögen. Je aktiver Sie sind, umso effizienter ist Ihr Profil. Dazu gehört nicht nur, dass Sie Ihren Status mit Informationen aktualisieren, sondern auch Ihr Profil in Bewegung bringen, indem Sie stetig neue Kontakte suchen, andere Seiten oder Postings liken und so Präsenz zeigen. Bedenken Sie: Selbst der Like eines Fotos erscheint in der Timeline Ihrer Fans, erreicht Fremd-Kontakte – und gibt Ihnen das Gefühl, dass Sie immer präsent sind. Es gilt: Fanseiten, die wochenlang ruhen, verlieren nicht nur Fans, sondern auch Glaubwürdigkeit.

8. Man führe einen Dialog
Über den Umgang mit Fans und Followern: Die schönste Sache bei Social-Media-Auftritten ist die dialogische Struktur und der dadurch vorhandene direkte Kontakt bis zum Endnutzer oder Endkonsumenten. Bedenken Sie immer: Das Ziel ist es, dass Fans und Follower ein Social-Media-Posting nicht nur lesen, sondern auch darauf antworten und über die bereitgestellten Inhalte diskutieren.
Im Idealfall nicht nur mit anderen Fans, sondern auch mit Ihnen. Reagieren Sie daher immer auf Kommentare, Fragen oder Kritik. Was Ihnen anfangs vielleicht lästig erscheint, ist in Wahrheit ein wunderbares Instrument der Markforschung, das Sie unbedingt für sich nutzen sollten. Wo sonst können Sie so direkt mit Ihren Kunden kommunizieren? Sammeln Sie Feedback und Anregungen, lernen Sie die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppen kennen und begegnen Sie diesen auch! Zusätzlich eignet sich ein Social-Media-Posting für vielerlei Interaktion: Ob Sie Gewinnspiele anbieten oder dank Umfragen durchaus verwertbare Informationen erhalten: Sie geben dadurch auch Ihren Fans und Follower die Chance, selbst aktiv zu werden. So entsteht nicht nur ein Dialog zwischen Ihrem Unternehmen und Ihren Kunden, sondern Sie stärken zudem Ihr Unternehmen, weil Sie als Ansprechpartner für Ihre Kunden und Fans greifbar sind.

9. Man poste vielfältig und bleibe flexibel
Über die gelungene Statusmeldung: Die Statusmeldung ist die bekannteste Form des Social-Media-Postings und bietet vielerlei Spielraum für die Verbreitung von Informationen. Ob Sie News aus Ihrem Unternehmen posten, ein neues Produkt vorstellen, Branchen- und Marktinformationen verbreiten oder einen Blick hinter die Kulissen zulassen: Die Bandbreite ist schier unendlich. Ziel sollte aber immer sein, dass Sie Ihr Publikum regelmäßig und umfassend mit aktuellen Unternehmensinformationen auf dem Laufenden halten.
Bedenken Sie auch, dass Sie jede Pressemittelung auf Ihrem Profil streuen können und sollten. Ob als aktuelle Statusmeldung oder Textdokument in Ihren Facebook-Notizen – letztlich können Sie beispielsweise auf Ihrer Facebookseite eine Art Archiv anlegen, in der Fans und Kunden jederzeit stöbern können. Pressemitteilungen gehören immer noch zu den wichtigsten Inhalten für die Unternehmenskommunikation in den Sozialen Medien. Nach Bildern und Videos lösen vor allem Pressemitteilungen die meisten Interaktionen von Fans und Followern aus. Machen Sie sich diese Chance zu Nutze!

10. Man lerne die Bedürfnisse seiner Zielgruppe kennen
Über den korrekten Umgang mit Interessenten: Social Media bedeutet Echtzeitkommunikation. Das bedeutet für Sie, dass Sie lernen müssen, wann Sie den größten Zulauf haben. Nur dann macht es Sinn, Ihre Informationen zu verbreiten. Hier gilt: Sie erreichen Ihre Kontakte nur, wenn Sie zur selben Zeit online sind wie sie. Womöglich ist ein für 22 Uhr geplantes Posting am nächsten Morgen effektiver? Sie müssen im Laufe der Zeit nicht nur Ihre Social-Media-Strategie festlegen, sondern auch ein Gespür für Ihre Zielgruppe bekommen. Dank bestimmter Analysetools erkennen Sie ganz genau, was Sie mit welchem Social-Media-Post erreicht haben: Von Viralität über Klicks und Dialogstrukturen bis hin zur Reichweite verrät Ihnen eine solche Analyse ganz genau, ob Ihre Strategie auch fruchtet. So können Sie sicherstellen, dass Sie in jedem Fall Ihre Zielgruppe erreichen.

Über die Autorin: Jasmin Kreulitsch ist seit 2008 freiberufliche Autorin für Print, Online, TV und PR und verantwortete zuvor als Chefredakteurin mehrere Jugendzeitschriften, u.a. „CHICA“, „Top of the Pops“ und „Best of the Dome“.