
Viele Eltern in Deutschland setzen beim Umgang ihrer Kinder mit Smartphones und sozialen Medien auf Eigenverantwortung statt auf feste Regeln. Das geht aus der repräsentativen Postbank Digitalstudie 2026 hervor, für die mehr als 3.000 Menschen befragt wurden, darunter 732 Eltern mit Kindern im Haushalt.
Demnach verbringen 47 Prozent der unter 18-Jährigen nach Angaben ihrer Eltern täglich mindestens eine Stunde auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube. Dennoch gibt es in 57 Prozent der Familien keine klaren Regeln für die Nutzung sozialer Medien. Besonders Eltern ab 40 Jahren behalten die Online-Aktivitäten ihrer Kinder nur selten im Blick: 61 Prozent kontrollieren die Inhalte und Aktivitäten in sozialen Netzwerken nicht oder nur gelegentlich.
Auch bei der Smartphone-Nutzung verzichten viele Familien auf Einschränkungen. In 65 Prozent der Haushalte gibt es keine zeitlichen Begrenzungen für die tägliche Nutzung, in rund zwei Dritteln gilt auch vor dem Schlafengehen kein Handyverbot. Die Mehrheit der Kinder erhält ihr erstes Smartphone zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr, jedes fünfte bereits spätestens mit acht Jahren. Jüngere Eltern statten ihre Kinder dabei tendenziell früher mit einem eigenen Gerät aus als ältere.
Gleichzeitig wünschen sich viele Eltern strengere gesetzliche Vorgaben für soziale Netzwerke. 86 Prozent der Befragten sprechen sich für eine Altersbeschränkung aus. 44 Prozent halten eine Nutzung erst ab 16 Jahren für angemessen, weitere 27 Prozent würden soziale Medien ab 14 oder 15 Jahren erlauben.
Auch für Schulen wünschen sich viele Erziehungsberechtigte klare Regeln. 82 Prozent der Eltern befürworten ein Handyverbot an Schulen, weil Smartphones aus ihrer Sicht den Unterricht und die Konzentration der Schüler:innen beeinträchtigen.
David Dommel, Leiter Digital Performance Marketing der Postbank, erklärt: „Das Smartphone ist für viele Familien längst Teil des Alltags. Kinder lernen, kommunizieren und organisieren vieles online. Deshalb geht es nicht allein darum, die Nutzung zu begrenzen. Entscheidend ist, Kindern Orientierung zu geben, damit sie digitale Angebote sicher und verantwortungsvoll nutzen können.“
Für die repräsentative Studie wurden im Mai 2026 insgesamt 3.050 Personen in Deutschland befragt.