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Streaming-Dienste: Netflix und TV Now beherrschen Medienberichterstattung

Netflix ist nicht nur unter Pandemie-Bedingungen der unangefochtene König unter den Streamingdienst-Anbietern. Weil in der Corona-Krise die Menschen weltweit mehr Zeit zu Hause verbringen, steigen die Abo-Zahlen des Videodienst-Riesen um Millionen. Der Marktführer aus den USA vermeldet allein für das erste Quartal 2020 das bislang größte Kundenwachstum, klettert damit auf rund 180 Mio. Abonnements und übertrifft alle Prognosen. Aber nicht nur finanziell läuft es rund. Während viele Branchen unter der Krise ächzen, profitieren Netflix, Amazon Prime, Disney+ & Co. von der „Stay at home“-Phase in der Pandemie. Landau Media hat den Boom der Streaming-Dienste untersucht und ermittelt, wie sich das Medienimage der Anbieter entwickelt, wer im öffentlichen Meinungsbild die Nase vorn hat und welche Angebote in den sozialen Netzwerken am intensivsten diskutiert werden.

Zu den großen Gewinnern der Corona-Krise zählen laut Spiegel die Video-on-Demand Anbieter (VoD). Dienste, wie z.B. Netflix, Amazon Prime und das zuletzt in Deutschland erschiene Angebot von Disney+, erfreuen sich nicht erst seit des Lockdowns großer Beliebtheit. Insgesamt konnten die von Landau Media untersuchten Anbieter Netflix, Sky, TV Now, Disney+, Amazon Prime, Joyn und Apple TV+ mit mehr als 235 Tsd. Meldungen und einer potenziellen Reichweite von 55 Mrd. Menschen im Untersuchungszeitraum eine außerordentliche Aufmerksamkeit generieren.

Netflix generierte im Untersuchungszeitraum die mit Abstand größte mediale Aufmerksamkeit. Andere Streamingdienste, wie Amazon Prime, Sky und Disney+ mussten sich zumindest in dieser Hinsicht geschlagen geben. Mit einer überwältigenden Reichweite von 25,09 Mrd. Kontakten setzte sich der US-amerikanische Marktführer „Netflix “die Krone auf. Weit abgeschlagen folgten auf den weiteren Plätzen die Anbieter „TV Now“ (11,22 Mrd.), „Amazon Prime“ (7,54 Mrd.), „Sky“ (6,24 Mrd.). Der große Rivale Disney+ boomt zwar ebenfalls stark und legte zuletzt kräftig in den Abonnentenzahlen zu, liegt jedoch mit 3,19 Mrd. nur auf Platz fünf. Schlusslichter bilden die Streamingdienst-Anbieter Joyn (1,28 Mrd.) und Apple TV+ (0,63 Mrd.).

Rund 60% des medialen Contents lief dabei über den Kurznachrichtendienst Twitter, gefolgt von den Newsseiten im Netz (21%) sowie Tageszeitungen (9%).

Trauriger Peak in der Berichterstattung mit mehr als 19.000 Beiträgen an einem einzigen Tag war der 23. Mai 2020 mit der Nachricht vom Tod von Netflix-Star Hanna Kimura.


(Denver Clan Staffel 3 wurde auch noch an diesem Tag veröffentlicht)

Einen viralen Hit konnte Netflix mit der im März angelaufenen Serie „Tiger King“ landen. Die bizarre True-Crime-Doku über exzentrische Liebhaber von Großkatzen wie Tigern und Löwen war auch in den deutschsprachigen Medien ein Top-Thema. Mit 2,1 Mrd. war der 05. Mai 2020 der reichweitenstärkste Tag im Untersuchungszeitraum. Einsamer Spitzenreiter mit rund 16 Mio. Reichweite erzielte darunter die Meldung von BILD online, die Hollywood-Star Nicolas Cage in der Hauptrolle der Leinwand-Verfilmung von „Tiger King“ sieht.

In der Tonalität der medialen Berichterstattung ist sich die deutschsprachige Medienlandschaft sehr einig: Streaming-Dienste sind die großen Gewinner der neuartigen Lebensumstände in der Pandemie. Positiv bewertet werden dabei nicht nur die finanziellen Gewinne und Höhenflüge bei den Nutzerzahlen. Auch Corona-Specials, wie die „Netflix-Party“, bei der sich Freunde virtuell zusammenfinden und gemeinsam ihre Lieblingsserie ansehen, oder das Gratis-Angebot vom Amazone Prime für Kinder im Vorschulalter, werden von den Medien gefeiert. Lediglich die Drosselung der Bildqualität in Folge der Netz-Überlastung am Beginn der Corona-Krise im März sorgte für negative Resonanz in den Medien.

Insgesamt sehen die Medienberichte die großen Video-Streaming-Dienste auf einem anhaltenden Höhenflug. Die Erfolgsgeschichte geht weiter, auch wenn abzuwarten bleibt, wie sich der Ausgang der Coronakrise auf die Nachfrage nach den Streaming-Anbietern auswirken wird.


Zur Untersuchungsmethode:
Untersucht wurden insgesamt sieben Streaming-Dienst-Anbieter weltweit im Zeitraum vom 28.04.2020 bis zum 07.06.2020. Die Auswahl der Anbieter erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ausgewertet wurde die deutschsprachige Medienresonanz der ausgewählten Anbieter in Print- und Onlinemedien und auf Social-Media-Plattformen. Dazu wurden insgesamt mehr als 26.000 Zeitungs- und Zeitschriften-Artikel und 210.000 User-Beiträge, Blogposts, Tweets und Newsbeiträge zu den untersuchten Marken ausgewertet und analysiert.


Über den Autor: Marcus Meier ist Kommunikationsmanager bei Landau Media. Der studierte Wirtschaftspsychologe war zuvor u.a. für die Lufthansa tätig und verantwortete die interne und externe Unternehmenskommunikation eines Pflegedienstleisters. Seit 2020 ist er beim Medienmonitoring-Dienstleister Landau Media u.a. für PR und Marketing verantwortlich.