Springer streicht Regionalteile der „Welt am Sonntag“ in Hamburg und NRW

Axel Springer beendet zum Jahresende die gedruckten Regionalteile der Welt am Sonntag für Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Die Einstellung des Hamburg-Teils bestätigte die Redaktionsleitung nach einem Bericht des Hamburger Abendblatts auch gegenüber dem NDR. Für die betroffenen Redakteur:innen kommt die Entscheidung offenbar überraschend. Die Redaktionsleitung führt demnach nun individuelle Gespräche mit sechs festangestellten und mehreren freien Mitarbeitenden.

Der Konzern begründet den Schritt mit einer Neuausrichtung der regionalen Berichterstattung. Die Berichterstattung aus wichtigen Metropolregionen wie Hamburg und NRW bleibe Bestandteil der „Welt am Sonntag“, erklärte Springer. Man verabschiede sich lediglich von der „starren Struktur eigener gedruckter Regionalbücher“ und wolle weiterhin auf regionale Expertise vor Ort setzen.

Für Hamburg ist es bereits der zweite Einschnitt: Den täglichen gedruckten Hamburg-Teil der „Welt“ hatte Springer Ende 2019 eingestellt. Lokale Themen wurden seitdem unter der Woche nur noch digital veröffentlicht. Die wöchentliche Regionalbeilage der „Welt am Sonntag“ soll noch bis Ende 2026 erscheinen.

Kritik kommt vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV). Dessen Vorsitzender Mika Beuster bezeichnete das Ende der Regionalredaktionen als „weiteres Ausdünnen des publizistischen Angebotes“ und forderte Springer auf, die Entscheidung zu überdenken.

kress.de, newsroom.de