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Social Media Wahlkampf

Der Wahlkampf der letzten Monate ist vorbei. Ob die allgemeine Kritik an einem langweiligen und inhaltslosen Wahlkampf berechtigt war, bleibt jedem selbst überlassen. Für mich steht jedoch fest: Social Media und Wahlkampf, das geht noch besser!

Die Idee hinter fast jedem Social Media Kanal ist schnell beschrieben, es geht um Kommunikation in beide Richtungen. Wer Social Media Kanäle als eine Ausweitung langweiliger Kampagnen versteht und den Dialog nicht zulässt, kann sich gleich aus Twitter, Facebook und Co. heraushalten. Noch immer verweilen die meisten Parteien in reiner Verkündungskommunikation und überlassen die Diskussionen zu ihren Posts den Nutzern.

Natürlich gab es den Versuch, mit dem Wahlvolk via Social Media in Kontakt zu treten. Mit dem Hashtag #fragpeer wollte der SPD-Spitzenkandidat Fragen auf Twitter beantworten. Leider fehlten hier oft die Antworten zu den zahlreichen Fragen. Am Ende bleibt der Wahlkampf für die Basis noch auf dem Marktplatz, den Schrebergärten-Sommerfesten und bei den Klinkenputzern der Parteien. Der Dialog hat auch in diesem Wahlkampf nicht so stattgefunden, wie er möglich gewesen wäre.

Es ist nicht einfach, sich mit zahllosen, teils niveaulosen, Kommentaren auseinanderzusetzen. Das ist es aber am Wahlstand auf dem Marktplatz auch nicht. Nur wenn sich die Politik, vor allem jetzt nach der Wahl, in einen permanenten Diskurs mit der Basis begibt, entsteht eine Community, auf die bei der nächsten Wahl Verlass ist. So bindet man die Wähler durch Einbeziehung in den politischen Prozess enger an die Partei und muss sich nicht vor unentschiedenen Wechselwählern bis zum Schluss fürchten. Einfach ist das nicht, aber, um es im Politikersprech zu sagen, alternativlos.

Über den Autor: Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen.