
Der aktuelle Pressestellentest des Fachmagazins prmagazin zeigt ein deutliches Spannungsfeld zwischen ambitionierter Unternehmenskommunikation und praktischer Erreichbarkeit: Während einzelne Start-ups sehr gute Ergebnisse erzielen, fällt die Gesamtbilanz ernüchternd aus. Acht von zwölf getesteten Unternehmen erhielten die Bewertung „katastrophal“.
Testsieger ist das Energie-Start-up Enpal mit 173 von 200 Punkten und der Note „sehr gut“. Ebenfalls stark abschneidend ist Proxima Fusion auf Platz zwei mit 168 Punkten. Beide Unternehmen überzeugten vor allem durch schnelle Reaktionen, strukturierte Rückmeldungen und inhaltlich belastbare Auskünfte.
Große Unterschiede in der Medienerreichbarkeit
Im Zentrum des Tests stand die Frage, wie Start-ups auf journalistische Anfragen reagieren. Dabei ging es unter anderem um Finanzierungsmodelle, Profitabilitätsziele, Wachstumshemmnisse in Deutschland sowie Zukunftsaussichten bis 2027.
Das Ergebnis offenbart laut Test erhebliche Schwächen in der Pressearbeit vieler junger Unternehmen: Nur eines der zwölf Start-ups – Nelly – stellte auf der Website eine Telefonnummer bereit. Die übrigen setzten überwiegend auf E-Mail-Adressen, Kontaktformulare oder zentrale Postfächer.
Problematisch war vor allem die Erreichbarkeit: Wer nicht oder zu spät reagierte, konnte in den entscheidenden Kategorien „Umfang der Auskunft“ und „Qualität der Auskunft“ kaum punkten.
Spitzenreiter überzeugen durch direkte Kommunikation
Enpal punktete laut Test mit einem serviceorientierten Kommunikationsansatz. Das PR-Team hielt Rücksprache, organisierte ein Gespräch mit dem Chief Product Officer und ergänzte die Antworten schriftlich.
Auch Proxima Fusion überzeugte durch schnelle Rückmeldungen und die Einbindung der Führungsebene. Die Antworten wurden als fundiert, faktenreich und klar bewertet.
Breites Mittelfeld – schwaches unteres Ranking
Während die beiden Spitzenreiter die Note „sehr gut“ erreichen, bleibt die Bestnote „erstklassig“ unbesetzt. Bereits der drittplatzierte Kandidat, Black Semiconductor, fällt mit der Bewertung „verbesserungswürdig“ deutlich ab.
Am unteren Ende des Rankings stehen mehrere bekannte Start-ups aus der deutschen Tech-Szene, darunter DeepL, Parloa, Helsing, 1Komma5°, Isar Aerospace, Aleph Alpha und Black Forest Labs. Mehrere dieser Unternehmen reagierten dem Test zufolge gar nicht oder erst nach Erinnerung auf Medienanfragen.
Langjähriger Test der Pressearbeit
Der Pressestellentest wird seit 2003 regelmäßig durchgeführt und prüft die Medienarbeit von Unternehmen nach fünf Kriterien: Kontaktservice auf der Website, Erreichbarkeit, Antwortgeschwindigkeit sowie Umfang und Qualität der Auskünfte. Bewertet wird in einem einmaligen Testverfahren.