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Foto: © Fotolia/kamasigns

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Fast die Hälfte der Hamburger trauert über das knappe „Nein“ zur Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele 2024. Schnell sind es die „Neinsager“ und „Nörgler“, die hier eine große Chance für die Hansestadt verhindert haben.

Aber war es wirklich so überraschend, dass in einer Zeit, in der in den Medien permanent über gescheiterte Großprojekte und korrupte Sportfunktionäre berichtet wird, nicht jeder Bürger mit einem „Hurra“ zur Urne rennt und einen Blankoscheck
in Milliardenhöhe ausstellt?

Seit Monaten laufen Bilder von korrupten FIFA-Funktionären durch die Medien, die schamlos Millionen verschoben haben. Der DFB bekommt eine mediale Breitseite für dubiose Millionenzahlungen, die am Ende selbst auf die Lichtgestalt des deutschen Fußballs dunkle Korruptionsschatten werfen. Mal ehrlich, wer kann in einer solchen medialen Wetterlage damit rechnen, dass alles glatt geht?

Auch die schönen Bilder des Olympiageländes im Hafen weckten Erinnerungen an ebenso schöne Bilder von der Elbphilharmonie. Auch hier ist durch mediale Dauerbeschallung ein gewisses Misstrauen in die Kompetenz der öffentlichen Hand bei Großprojekten nicht so schwer zu erklären.

Alles in allem ist es natürlich schade, dass wir uns in Deutschland oft nicht mehr so viel zutrauen wie vielleicht noch vor 20 Jahren. Auf der anderen Seite zeigt die mediale Berichterstattung ja auch, wo der Reformierungsbedarf eigentlich sitzt: bei den nationalen und internationalen Sportverbänden und der Steuerung öffentlicher Projekte. Nur mit optimistischer Kommunikation alleine sind die Bürger halt nicht zu überzeugen, ab und zu wollen sie auch mal gute Beispiele für das Management von Projekten und Sportveranstaltungen sehen, bevor wieder der Steuerhahn weit aufgedreht wird.

Über den Autor: andrea katheder für landau media, berlin 2013Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen.

 

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