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Netzgespräche: Science-Blogger Florian Freistetter

Foto: Simon Kumm/Susanne Schlie

Foto: Simon Kumm/Susanne Schlie

BloggerInnen, die unbekannten Wesen … In der neuen medienrot-Reihe „Netzgespräche“ geben sie Einblicke in ihre tägliche Arbeit und verraten, welche Erfahrungen sie mit PRlerInnen gemacht haben. Den Anfang macht Science-Blogger Florian Freistetter.

Florian Freistetter ist Buchautor, Astronom und Blogger. Auf seinem Sciene-Blog „Astrodicticum Simplex“ veröffentlicht er täglich Artikel, die die Wissenschaft auch für Laien verständlich erklären soll. Damit hat Freistetter großen Erfolg, monatlich erreicht Astrodicticum Simplex durchschnittlich 300.000 Seitenaufrufe.

Beschreiben Sie Ihren Blog in drei Worten!
Florian Freistetter: Wissenschaft ist faszinierend.

Seit wann bloggen Sie?
Florian Freistetter: Seit Februar 2008

Wie sieht Ihr Arbeitsplatz aus?
Arbeitsplatz_FlorianFreistetter
Florian Freistetter: Ich blogge von überall. Mal von meinem Arbeitsplatz zu Hause, aber da ich sehr oft unterwegs bin, auch immer wieder im Zug, in Hotels oder wo sich sonst ein wenig Zeit zum Arbeiten organisieren lässt.

Wie sind Sie zum Bloggen gekommen?
Florian Freistetter: Ich habe Blogs immer schon gerne gelesen. Und habe wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit immer für extrem wichtig gehalten. Also habe ich irgendwann einfach mal ausprobiert, ob Blogs ein gutes Mittel sein können, um Wissenschaft unter die Menschen zu bringen. Und das sind sie!

Für wen schreiben Sie?
Florian Freistetter: Ich schreibe für alle, die sich für Wissenschaft interessieren wollen. Meine Texte sollten nach Möglichkeit auch für alle verständlich und interessant sein; egal ob man vorher schon Ahnung vom Thema hatte oder nicht.

Wie gehen Sie mit den Kommentaren Ihrer LeserInnen um?
Florian Freistetter: Die Kommentare in meinem Blog werden automatisch veröffentlicht. Wenn ich aber unpassende Kommentare, die z.B. strafrechtlich relevant oder zu beleidigend sind oder unter Spam fallen, sehe, werden sie später wieder gelöscht. Eine Vorab-Moderation ist angesichts der großen Zahl der Kommentare und der Tatsache, dass ich mein Blog alleine betreue, nicht möglich.

Wie finanzieren Sie Ihren Blog?
Florian Freistetter: Mein Blog ist Teil der Blogplattform „ScienceBlogs“, die vom Konradin-Verlag betrieben wird. Die Betriebskosten übernimmt der Verlag, bei der Erstellung der Inhalte sind die Blogger aber völlig unabhängig.

Und wie vermarkten Sie ihn?
Florian Freistetter: Nicht speziell – ich nutze soziale Medien wie Twitter, Facebook und Google+, um auf neue Artikel hinzuweisen. Aber mittlerweile gibt es mein Blog ja auch schon seit sieben Jahren. Seine Existenz hat sich herumgesprochen und braucht nicht mehr so enorm viel Werbung.

Was war das bisherige Highlight Ihrer Blogger-Karriere?
Florian Freistetter: Ich freue mich immer dann besonders, wenn mir Jugendliche erzählen, dass sie durch mein Blog ihr Interesse für die Astronomie entdeckt haben und nun ein entsprechendes Studium beginnen.

Welche drei Dinge sind Ihnen beim Bloggen am wichtigsten?
Florian Freistetter: Den Menschen zu zeigen, dass Wissenschaft erstens nicht so unverständlich ist, wie man gemeinhin denkt, zweitens enorm viel Spaß machen kann und drittens viel wichtiger für unseren Alltag ist, als man sich vorstellt.

Welche Erfahrungen haben Sie mit PRlerInnen und Marketinganfragen gemacht?
Florian Freistetter: So gut wie keine. Wissenschaftliche Blogs werden von den PR-Agenturen wohl als zu unwichtig und uninteressant angesehen, um mit entsprechenden Anfragen bedacht zu werden. Bis auf ein paar Massenmails der Form „Wollen sie nicht unsere Seite verlinken?“ gab es da so gut wie nichts.

Was ist für Sie eine gute Marketinganfrage?
Florian Freistetter: Eine, bei der klar wird, dass die PR-Agenturen nicht nur daran denken, wie sie ihre Werbebotschaft durchsetzen können, sondern sich auch Gedanken gemacht haben, wie Blogger und ihr Publikum profitieren können.

Und was ist eine schlechte?
Florian Freistetter: Massenmails, bei denen klar wird, dass die PR-Agentur keine Ahnung hat, wen sie da eigentlich anschreibt.

Was planen Sie für die Zukunft Ihres Blogs?
Florian Freistetter: Keine großen Veränderungen. Mein Blog läuft gut. Eventuell werde ich die Podcast-Elemente ein wenig ausbauen.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke, Herr Freistetter!

Über die Autorin:
Andrea_150x150pxAndrea Zschocher ist freie Journalistin und Bloggerin. Sie schreibt gern, aber nicht ausschließlich über Familie, Beruf und die Vereinbarkeit dieser Lebenswelten. Auf ihrem Blog „Runzelfüßchen“ schreibt sie über die schönen Seiten am Leben mit Kind. Darüber hinaus beschäftigt sie sich beruflich und privat mit Blogs, Social Media und Networking.