Meta prüft kostenpflichtige Premiumfunktionen für Instagram, Facebook und WhatsApp

Foto: © AdobeStock / Romain TALON
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Kostenlos nutzbare soziale Netzwerke könnten bei Meta bald der Vergangenheit angehören. Der Tech-Konzern plant, in den kommenden Monaten neue Premium-Abonnements für Instagram, Facebook und WhatsApp zu testen. Wie TechCrunch berichtet, sollen Nutzer:innen künftig für ausgewählte Zusatzfunktionen zahlen, während die Kernfunktionen der Apps weiterhin kostenfrei bleiben sollen.

Im Fokus der neuen Bezahlmodelle stehen vor allem zusätzliche KI-Tools, mehr Kontrolle über Interaktionen sowie exklusive Funktionen für Kreativität und Produktivität. Besonders auf Instagram könnten die geplanten Neuerungen spürbare Veränderungen im Alltag vieler Nutzer:innen mit sich bringen.

Nutzung wird zusätzlich zur Werbung monetarisiert

Meta setzt damit auf eine Doppelstrategie. Während das Werbegeschäft weiter ausgebaut wird – etwa durch den weltweiten Roll-out von Threads Ads – soll nun auch die Nutzung selbst stärker monetarisiert werden. Ziel ist es, neue, planbare Einnahmequellen zu erschließen und sich unabhängiger vom schwankenden Werbemarkt zu machen.

Die neuen Premium-Abos sind klar von dem bestehenden Programm Meta Verified zu unterscheiden. Während sich Meta Verified mit blauem Haken und verbessertem Support vor allem an Creator und Unternehmen richtet, sollen die neuen Angebote eine deutlich breitere Masse an Alltagsnutzer:innen ansprechen. Jede App soll dabei eigene exklusive Features erhalten, zudem testet Meta verschiedene Pakete.

KI wird zum zentralen Aboargument

Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Bezahlfunktionen ist Künstliche Intelligenz. Meta plant, den kürzlich übernommenen KI-Agenten Manus in die Premium-Abonnements zu integrieren. Das System ist darauf ausgelegt, Aufgaben selbstständig auszuführen. Berichten zufolge übernahm Meta das Unternehmen Anfang des Jahres für rund zwei Milliarden US-Dollar.

Auch die KI-gestützte Videoerstellung Vibes soll künftig über ein Freemium-Modell angeboten werden. Während die Grundfunktionen kostenlos bleiben, sollen Abonnent:innen zusätzliche Video-Optionen freischalten können. Damit wird KI vom optionalen Zusatzfeature zum zentralen Bestandteil eines Bezahlangebots.

Hinweise aus der Entwicklung, unter anderem von Reverse Engineer Alessandro Paluzzi, deuten darauf hin, dass Meta bereits an einer Integration von Manus AI auf Instagram arbeitet.

Instagram-Features mit sozialer Sprengkraft

Gerade auf Instagram zeichnen sich mögliche kostenpflichtige Funktionen ab, die weniger Inhalte als vielmehr soziale Dynamiken betreffen. Entwicklungsfunde von Alessandro Paluzzi legen nahe, dass Nutzer:innen künftig Stories ansehen könnten, ohne als Viewer sichtbar zu sein. Auch detaillierte Einblicke darüber, welche Follower nicht zurückfolgen, eine granularere Zielgruppensteuerung sowie unbegrenzte Zielgruppenlisten stehen im Raum.

Diese Funktionen greifen direkt in Fragen von Sichtbarkeit, Nähe und Aufmerksamkeit ein. Themen wie „Wer folgt zurück?“ oder „Wer sieht meine Inhalte?“ sind für viele Nutzer:innen emotional aufgeladen. Genau hier könnte ein starkes Argument für ein kostenpflichtiges Abo liegen.

Zusätzlich sorgte zuletzt der angekündigte Friends Count im Instagram-Profil für Diskussionen. Er ersetzt die bisherige Follows-Anzeige und setzt sich anders zusammen – ein weiteres Beispiel dafür, wie Meta grundlegende Mechaniken sozialer Interaktion neu ordnet.

Konkurrenz zeigt, dass Abos funktionieren können

Meta ist mit diesem Ansatz nicht allein. Snap hat mit Snapchat+ bereits bewiesen, dass es einen Markt für bezahlte Zusatzfunktionen in sozialen Netzwerken gibt. Der Dienst kostet ab 3,99 US-Dollar im Monat und zählt inzwischen über 16 Millionen Abonnent:innen.

Für Meta ist der Schritt dennoch ein Balanceakt. In Zeiten allgemeiner „Abo-Müdigkeit“ müssen neue Bezahlmodelle einen klaren Mehrwert bieten, um Akzeptanz zu finden. Gleichzeitig versprechen Abos eine stärkere Nutzer:innenbindung: Wer zahlt, nutzt Plattformen in der Regel intensiver und bleibt ihnen länger treu.

Noch ist offen, welche konkreten Funktionen bei WhatsApp und Facebook kostenpflichtig werden. Klar ist jedoch: Meta testet nicht nur neue Features, sondern eine neue Grundordnung. Künftig könnte der Umfang an Kontrolle, Einblick und KI-Unterstützung davon abhängen, ob Nutzer:innen bereit sind, dafür zu zahlen.

techcrunch.com via giga.de, onlinemarketing.de