Mediennutzung stagniert – Video gewinnt auf Kosten von Audio

© ARD/ZDF

Die ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zeigt wenig Bewegung bei Reichweiten und Nutzungsdauer. Innerhalb der Mediengattungen bleiben dennoch Veränderungen sichtbar.

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Es wächst nicht mehr viel. Zu diesem Urteil gelangt man fast zwangsläufig, wenn man sich die Ergebnisse der neuen ARD/ZDF-Medienstudie ansieht. Die Tagesreichweiten von Video und Audio bleiben gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert, bei Texten gibt es leichte Rückgänge. Auch bei der Nutzungsdauer herrscht weitgehend Stagnation.

Die Ende September veröffentlichte Studie beziffert die tägliche Mediennutzung der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren auf durchschnittlich 385 Minuten. Das sind zwei Minuten weniger als 2025. Video bleibt mit 199 Minuten die zeitintensivste Mediengattung. Audio kommt auf 151 Minuten, Text auf 56 Minuten.

Video legt zulasten von Audio zu

Hinter den stabilen Gesamtwerten verschieben sich die Nutzungsanteile leicht. Im Vergleich zu den Vorjahren gewinnt Video an Gewicht, während Audio Anteile verliert. 2026 entfallen 49 Prozent der gesamten Mediennutzungsdauer auf Video, 37 Prozent auf Audio und 14 Prozent auf Text.

Auch beim Bewegtbild zeigt sich, dass der Wandel hin zu nicht-linearen Angeboten nicht automatisch mit weiterem Wachstum einhergeht. Zwar nutzen insbesondere jüngere Menschen Streamingdienste, YouTube und Videos auf Social Media. Gegenüber 2025 haben die entsprechenden Angebote in ihrer Reichweite und Nutzungsdauer jedoch kaum zugelegt.

Das lineare Fernsehen bleibt insgesamt relevant: 71 Prozent der Bevölkerung sehen mindestens einmal pro Woche das laufende Fernsehprogramm. Bei den unter 30-Jährigen ist es dagegen weniger als die Hälfte. Sie greifen häufiger auf YouTube, Streamingdienste und Social-Media-Videos zurück. Mehr als die Hälfte der gesamten Bewegtbildnutzungsdauer entfällt dennoch weiterhin auf Live-TV.

Audio bleibt vom Radio geprägt

Auch bei Audio ist die Entwicklung nicht einheitlich. Drei Viertel der Bevölkerung hören mindestens einmal pro Woche Radio. Musikstreaming erreicht 46 Prozent. Bei den über 30-Jährigen ist Radio das am häufigsten genutzte Audioangebot; bei den 14- bis 29-Jährigen liegt Musikstreaming vorn.

Die Studie verzeichnet bei den meisten Audioangeboten ähnliche Reichweiten wie im Vorjahr. Radio und Tonträger verlieren leicht. Zugleich kann das Radio seinen Anteil an der Hördauer gegenüber 2025 steigern, weil die Nutzung nicht-linearer Audioangebote etwas zurückgeht.

Online-Texte verlieren leicht

Bei Texten fällt die Entwicklung ebenfalls verhalten aus. 90 Prozent der Bevölkerung lesen mindestens einmal pro Woche mediale Texte. Artikel im Internet liegen dabei weiterhin vorn, während gedruckte Texte vor allem für Menschen ab 50 Jahren relevant bleiben.

Bei der täglichen Nutzung zeigt sich ein leichter Rückgang: Die Tagesreichweite von Text sinkt von 54 Prozent im Jahr 2025 auf 52 Prozent im Jahr 2026. Auch die Tagesreichweite von Artikeln im Internet geht zurück – von 36 auf 32 Prozent. Die tägliche Nutzungsdauer von Text liegt bei 56 Minuten und damit nahezu auf Vorjahresniveau.

Stabilität statt Wachstum

Die Ergebnisse zeichnen damit kein Bild eines umfassenden Umbruchs innerhalb eines Jahres. Vielmehr bleiben die Reichweiten vieler Medienangebote stabil oder verändern sich nur geringfügig. Gleichzeitig unterscheiden sich die Nutzungsgewohnheiten je nach Alter deutlich – besonders bei der Wahl zwischen linearen und nicht-linearen Angeboten.

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