
Die Themenagenda in deutschsprachigen Redaktionen verändert sich spürbar: Wirtschaft, Technologie und strukturelle Transformationsprozesse gewinnen an Gewicht, während klassische konsumorientierte Inhalte an Bedeutung verlieren. Das zeigt der „Redaktionsthemen Report 2026“ des Mount Barley Publishing.
Grundlage der Untersuchung sind die geplanten Redaktionsthemen und Themenpläne von mehr als 5.000 Zeitungen sowie Publikums- und Fachmedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2026. Insgesamt ergibt sich daraus ein detailliertes Bild der medialen Schwerpunktsetzung im deutschsprachigen Raum.
Immobilien als dominierendes Medienthema
Besonders deutlich zeigt sich die Bedeutung des Immobiliensektors: Mit 8.962 geplanten Themen ist er das meistgeplante Themenfeld in den Redaktionen. Dahinter folgen Energie und Technologie, die ebenfalls eine zentrale Rolle in der Berichterstattung einnehmen.
Der Report beschreibt die Entwicklung als weitgehend homogen und stark geprägt von wirtschaftlichen Schlüsselindustrien sowie gesellschaftlichen Transformationsprozessen. Wörtlich heißt es: „Die Themenagenda im deutschsprachigen Raum ist demnach weitgehend homogen und wird maßgeblich von wirtschaftlichen Schlüsselindustrien sowie gesellschaftlichen Transformationsthemen geprägt.“
Technologie, Energie und Finanzen legen zu
Im Vergleich der Themenpläne 2025 und 2026 zeigt sich eine klare Verschiebung zugunsten wirtschaftsnaher Inhalte. Besonders stark wächst der Bereich Technologie mit einem Plus von 321 geplanten Themen, gefolgt von Energie (+102) und Finanzen (+55).
Parallel dazu verlieren klassische Lifestyle- und Konsumthemen deutlich an Relevanz. So verzeichnet der Bereich Reise ein Minus von 425 Themen, Ernährung sinkt um 307 Beiträge, und Gesundheit verliert 293 geplante Themen.
Rückgang von Lifestyle, Fokus auf Strukturthemen
Die Studie deutet damit auf eine strukturelle Verschiebung in der Medienplanung hin: Während früher stärker konsum- und alltagsnahe Inhalte dominierten, stehen heute wirtschaftliche Entwicklungen, technologische Innovationen und Transformationsprozesse im Vordergrund.
Auch saisonale Muster bleiben relevant: Reise- und Umweltthemen konzentrieren sich vor allem auf das Frühjahr, Finanzthemen stärker auf die zweite Jahreshälfte. Technologie hingegen wird ganzjährig eingeplant und zeigt lediglich saisonale Peaks im Frühjahr und Herbst.
Unterschiede zwischen Mediengattungen
Deutlich wird zudem eine Differenzierung nach Medientyp: Während Publikumsmedien weiterhin stärker auf Food- und Lifestyle-Themen setzen, dominieren in Fachmedien klar innovations- und wirtschaftsgetriebene Inhalte.
Der Report kommt insgesamt zu dem Schluss, dass sich die Medienagenda zunehmend entlang wirtschaftlicher und technologischer Entwicklungen ausrichtet – mit Immobilien als zentralem Themenanker und wachsender Bedeutung von Technologie und Energie im redaktionellen Alltag.
mountbarley.de (PDF) via mountbarley.de, kom.de