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Kommunikative Chefs haben zufriedeneres Personal

Foto: © AdobeStock/LIGHTFIELD STUDIOS

Wie gut ManagerInnen mit ihrem Team kommunizieren, beeinflusst die Kündigungsrate im Einzelhandel massiv. Das hat ein gemeinsames Forschungsprojekt des Frankfurter Ökonomen Guido Friebel (Goethe-Universität) mit KollegInnen aus Köln und Konstanz gezeigt. Die Feldforschung fand in einer großen Supermarktkette im Baltikum statt.

Eine gute Gesprächskultur zwischen ChefIn und Mitarbeiterschaft wirkt sich positiv auf die Personalfluktuation im Einzelhandel aus. Das haben Prof. Dr. Guido Friebel (Goethe-Universität), Prof. Dr. Matthias Heinz (Universität Köln) und Nick Zubanov (Universität Konstanz) in einem gemeinsamen Forschungsprojekt herausgefunden.

Schlechte Bezahlung, Azubi-Mangel und hohe Fluktuation: Der Einzelhandel hat kein gutes Image auf dem Arbeitsmarkt. Doch gerade während der Corona-Hamsterkäufe wird deutlich, wie wichtig eingespielte Teams in Supermärkten sind. In einem Zeitraum von 16 Monaten haben die WissenschaftlerInnen die Kündigungsraten in Filialen einer Supermarktkette im Baltikum analysiert, nachdem der CEO die Hälfte seiner FilialleiterInnen per Brief dazu aufrief „alles in ihrer Macht Stehende zu tun“, um die Fluktuation an ihrem Standort zu senken und sich besser um die MitarbeiterInnen zu kümmern.

Die FilialleiterInnen von 119 der 238 Geschäfte verbrachten daraufhin mehr Zeit mit ihren Angestellten – etwa 20 Minuten pro Tag –, während sich in den restlichen Niederlassungen nichts veränderte. Über neun Monate hinweg kündigten die Beschäftigten der kontaktierten FilialleiterInnen seltener, die Fluktuation sank um bis zu 25 Prozent. Nachdem der Chef seine FilialleiterInnen nach neun Monaten erneut an ihr Ziel erinnerte, sanken die Kündigungsraten nochmals im gleichen Maße. In der Zeit vor dem Experiment haben alljährlich im Schnitt 80 Prozent der 5.500 MitarbeiterInnen ihre Kündigung eingereicht.

Die Studie zeigt, dass sich die Fluktuation alleine durch einfache Kommunikation von oberem zu mittlerem Management und FilialleiterInnen zu MitarbeiterInnen maßgeblich senken lässt. „Wir waren überrascht, wie groß der Effekt dieses relativ simplen Eingriffes ist“, sagt Matthias Heinz, Professor bei ECONtribute und der Universität zu Köln. Dies könne daran liegen, dass die intensive Interaktion der Filialleiter mit ihren Angestellten einen Preis habe: Auf den Umsatz hatten niedrigeren Kündigungsraten jedoch keinen positiven Effekt, der blieb gleich. Dies könne daran liegen, dass die intensive Interaktion der FilialleiterInnen mit ihren Angestellten einen Preis habe: „Es bleibt weniger Zeit für die Kunden und die beiden Effekte neutralisieren sich gegenseitig. Die Personalverwaltungskosten aber sinken beträchtlich“, erläutert Prof. Guido Friebel.

Das Forschungsprojekt macht deutlich, wie wichtig die Wahl der passenden ManagerInnen ist. Sie sollten grundsätzlich gut kommunizieren und mit Menschen umgehen können, um die Zahl der Kündigungen möglichst gering zu halten. Aber auch der unkommunikative, schlechtere Führungsstil einiger Manager kann durch eine einfache Aufforderung aus der Chefetage positiv beeinflusst werden.

Die Studie wird in der renommierten Zeitschrift Management Science veröffentlicht.

Quelle: PM Goethe-Universität Frankfurt am Main