KI-Monitor: Verbraucher:innen stehen KI zunehmend offen gegenüber

Foto: © AdobeStock / suteeda
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Künstliche Intelligenz (KI) ist in der Lebensrealität vieler Bundesbürger:innen angekommen: Rund 70 Prozent der 18- bis 70-Jährigen haben bereits konkrete Erfahrungen mit KI-Anwendungen gemacht. Jede:r Fünfte nutzt diese sogar regelmäßig – besonders häufig trifft das auf jüngere, höher gebildete und männliche Personen zu. Dies sind Ergebnisse des aktuellen „KI Monitors“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts HEUTE UND MORGEN, für den 1.000 repräsentativ quotierte Bürger:innen online befragt wurden.

„Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag der Verbraucher angekommen und wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen“, sagt Robert Quinke, Geschäftsführer von HEUTE UND MORGEN. Die Einschätzung der Gesamtbevölkerung fällt dabei überwiegend positiv aus: Nur 13 Prozent betrachten die Entwicklung skeptisch.

Chancen und Risiken der KI: Wissenschaft top, Arbeitsplatzsicherheit flop

© HEUTE UND MORGEN GmbH, Köln

Als besonders vorteilhaft empfinden die Befragten den Einsatz von KI in Wissenschaft (67 %), Medizin (56 %) und im Hinblick auf die wirtschaftliche Produktivität (51 %). Auch in den Bereichen Mobilität, Bildung, Kundenservice und Verwaltung überwiegen insbesondere bei jüngeren Befragten die positiven Erwartungen.

Auf der anderen Seite bereitet vielen die Sorge um Arbeitsplätze (44 %) und demokratische Stabilität (36 %) Unbehagen. Auch mögliche Folgen für die Kriminalitätsrate bleiben für viele unklar. Konkrete Ängste äußern sich in Bezug auf Fake News, Betrugsmaschen sowie mangelnden Datenschutz – hier äußert jede:r Zweite Bedenken.

ChatGPT an der Spitze – doch Sprachassistenten dominieren den Alltag

Bei der gestützten Abfrage der bekanntesten KI-Anwendungen liegt Alexa von Amazon mit 85 Prozent vorn. ChatGPT (OpenAI) und Siri (Apple) folgen mit jeweils etwa 70 Prozent. Auffällig: Bei der ungestützten Nennung liegt ChatGPT vorn (50 %), Sprachassistenten werden spontan häufig nicht mit KI in Verbindung gebracht.

Auch in der Nutzung liegt ChatGPT deutlich vorn – sowohl hinsichtlich der Häufigkeit als auch der Zufriedenheit der Nutzer:innen. Andere Anbieter wie Google Gemini oder Microsoft Copilot folgen mit Abstand.

Drei Typen von Chatbot-Nutzer:innen

Laut Studie lassen sich drei Typen in Bezug auf den Umgang mit KI-Chatbots unterscheiden:

  • Emotionale Nutzer:innen (20 %): nutzen Chatbots für persönliche Anliegen, betrachten diese als „Freund und Berater“. Zugleich äußern sie häufiger Sorge vor emotionaler Abhängigkeit.
  • Professionelle Nutzer:innen (34 %): setzen Chatbots gezielt für berufliche oder praktische Aufgaben ein und beurteilen deren Antworten kritisch, aber wertschätzend.
  • Distanzierte Nutzer:innen (46 %): zeigen geringe emotionale Bindung, nutzen KI seltener und erleben diese oft als „fremd“.

„Die emotionale Bindung an KI-Chatbots und deren Wertschätzung nehmen mit der Häufigkeit ihrer Nutzung deutlich zu“, erklärt Quinke. „Damit wächst auch deren Bedeutung als signifikantes Gegenüber im persönlichen Alltag.“

Nutzung abhängig vom Alter – junge Nutzer:innen vorn

Besonders häufig wird KI-gestützte Gesichtserkennung genutzt – etwa zum Entsperren von Smartphones. Auch Sprachassistenten wie Alexa und Siri kommen regelmäßig zum Einsatz, häufiger als textbasierte Chatbots wie ChatGPT. Anwendungen zur Bild-, Video- oder Musikgenerierung sind hingegen noch Nischenprodukte.

Je jünger die Nutzer:innen, desto intensiver ist die Nutzung: Während 18- bis 35-Jährige mehrfach wöchentlich mit KI interagieren, greifen über 55-Jährige nur ein- bis dreimal pro Monat darauf zurück. Auch bei potenziellen künftigen Nutzer:innen zeigt sich ein Generationenunterschied: 67 Prozent der jungen Nichtnutzer:innen sind offen für KI, bei älteren sind es nur 46 Prozent.

Handlungsempfehlung für Unternehmen

Die Studie zeigt: KI verändert das Verbraucherverhalten nachhaltig – bei der Informationssuche, Entscheidungsfindung und im Kundenservice. Unternehmen, insbesondere im Dienstleistungssektor, sollten sich frühzeitig auf diese Veränderungen einstellen, um die Erwartungen der Kund:innen zu erfüllen und nicht den Anschluss zu verlieren.

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