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Kenn ich, will ich, hab ich – Welche Social-Media-Plattformen machen Sinn?

Foto: © Fotolia/John Smith

Foto: © Fotolia/John Smith

„Wir brauchen Instagram, Pinterest, Snapchat und Facebook sowieso!“, weiß der findige Geschäftsführer von Unternehmen XY Anno 2016. Doch wie zutreffend ist das? Heutzutage stellt sich kaum noch die Frage, ob ein Unternehmen überhaupt im Social-Media-Bereich aktiv sein sollte. Vielmehr geht es darum, die passende Plattform für die angestrebten Kommunikationsziele zu finden. Für wen aber bietet sich welche Plattform an? Ein kurzer Überblick:

Das Urgestein – Facebook

Eine Zahl, die Bände spricht: Facebook hat weltweit ca. 1,7 Milliarden monatlich aktive Nutzer. Facebook stellt also nach wie vor das zentrale Social-Media-Hub für nahezu alle Unternehmen, Branchen und Zielgruppen dar. Die Marketingmöglichkeiten sind vielfältig, die Zielgruppenbestimmung ist nirgendwo so präzise und auch der Reichweitenaufbau für andere Kanäle (YouTube, Blog, Homepage) wird oft von hier aus gesteuert. Außerdem gehen viele Nutzer inzwischen zunächst den Weg über die Facebook-Page, um sich einen ersten Eindruck von einem Unternehmen zu verschaffen. Social-Media-Strategen sollten also darauf achten, dass entscheidende Informationen bereitstehen und sie positiv-authentische Eindrücke des Unternehmens, vor allem auch im direkten Umgang mit der Community, zeichnen.

Das Bilderbuch – Instagram

Auch die Instagram-Nutzerzahlen vermelden stetigen Zuwachs, insbesondere bei jüngeren Zielgruppen ist die Beliebtheit ungebrochen. Visuelles Storytelling steht beim Foto-Dienst im Vordergrund. Schafft man es, mit Bild- und Videomaterial aus der Unternehmenswelt eine (auch ästhetisch) anspruchsvolle Geschichte zu erzählen? Diese Frage sollten sich interessierte Unternehmen im Vorhinein unbedingt stellen. Auch zeigt sich, dass viele Seiten dann eine hohe Nutzerresonanz erzielen, wenn sie sich explizit einem bestimmten Thema widmen. Hier sollte ebenfalls geprüft werden, ob dies mit den Kommunikationsmöglichkeiten des Unternehmens vereinbar ist. Insgesamt kann Instagram eine starke ergänzende Rolle zu anderen Plattformen einnehmen, besonders dann, wenn es um Branding, Markenbekanntheit oder Kampagnenverlängerungen geht.

Der Profi – Twitter

Derzeit hat Twitter im Social-Media-Kosmos keinen leichten Stand: abwandernde Nutzer, Schlingerkurs in der strategischen Ausrichtung, kaum Interesse bei jungen Zielgruppen. Dennoch kann der 140-Zeichen-Dienst gerade für Unternehmen immer noch ein sehr relevanter Kanal sein. Twitter ist nach wie vor der Platz, an dem Experten aus allen Gebieten ihre Botschaften loswerden. Kein anderer Dienst hat ein so professionelles Image. Für den Kontakt mit Journalisten und Influencern ist das Medium ebenfalls unentbehrlich. Außerdem eignet sich Twitter auch in der passiven Nutzung hervorragend dafür, Stimmungs- und Meinungsbilder zu bestimmten Themen einzufangen. Hinzu kommt die gute Möglichkeit des direkten Austauschs mit Kunden und Stakeholdern.

Das Schaufenster – Pinterest

Obwohl auch Pinterest ein visuell getriebenes Netzwerk ist, liegen die Vorteile hier viel stärker als bei Instagram im Sales-Bereich. Besonders für den E-Commerce hat sich Pinterest zu einem entscheidenden Tool für Weiterleitungen auf den Online-Shop entwickelt. Gerade bildliche Branchen wie etwa Mode, Food oder Interior, die sich primär an weibliche Zielgruppen richten, können sich Pinterest zunutze machen. Auch hier kann Storytelling der Schlüssel sein: Einige Unternehmen schaffen es, auf einen Blick eine gesamte Markenwelt auf ihrer Pinterest-Page abzubilden und gleichzeitig die dazugehörige Geschichte zu transportieren. Ein schönes Beispiel auf Pinterest zeigt die Modemarke Free People mit ihrem zum Unternehmen passenden Boho-Hippie-Universum.

Der Shootingstar – Snapchat

Der neue Stern am Social-Media-Himmel strahlt auch in Deutschland immer stärker. Größter Benefit: Die Nutzerschaft ist die jüngste aller sozialen Netzwerke. Dennoch ist es für viele Unternehmen (gerade hierzulande) aktuell noch sehr schwierig, Snapchat als geeigneten Kommunikationskanal sinnvoll einzusetzen. Professionelle Marketingmaßnahmen sind (noch) kaum nutzbar, die Erfolgsmessung sehr eingeschränkt und der Reichweitenaufbau ohne einen zweiten starken Kanal, über den der Snapchat-Account beworben wird, fast nicht möglich. Zudem muss der Content auf die Plattform zugeschnitten sein und der jungen Zielgruppe gerecht werden. Einen Mitarbeiter ohne Erfahrung oder Affinität zum Medium einen Snapchat-Account ins Leben rufen zu lassen, wird wohl nur bedingt von Erfolg gekrönt sein. Für viele Unternehmen ist Snapchat also sicherlich eher Zukunftsmusik, sollte aber nicht aus den Augen verloren werden.

Letztlich kommt es bei der Entscheidung für ein soziales Netzwerk – wie so oft – drauf an: Welche Zielgruppen sollen erreicht werden? Passt die Plattform zum Unternehmen? Und, nicht zuletzt, sind die nötigen finanziellen und personellen Ressourcen vorhanden? Facebook gilt aktuell als Must-have für viele Unternehmen – für alle anderen muss gründlich abgewogen werden.

Miriam-Rupp_2016_150x150pxÜber die Autorin: Miriam Rupp ist Gründerin und Geschäftsführerin von Mashup Communications, der Berliner Agentur für PR und digitales Storytelling. Mit der Philosophie „Wir lieben es, neue Geschichten zu erzählen“ fokussiert sich die Agentur vor allem auf Zukunftsthemen aus der digitalen Welt. In ihrem Buch „Storytelling für Unternehmen“ beschreibt Miriam Rupp, wie Geschichten zum Erfolg in Content Marketing, PR, Social Media, Employer Branding und Leadership führen.