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Kamera läuft! Schritt für Schritt zum Corporate Video

Unternehmensfilme sind keine Erfindung des 21. Jahrhunderts! Bereits in den 1950er Jahren gründeten Unternehmen wie die Friedrich Krupp AG eigene Filmabteilungen, um etwa die Herstellungsprozesse bestimmter Produkte für ihre KundInnen zu dokumentieren. Heute sind die Inhalte natürlich weit vielfältiger:

Arten von Corporate Videos
_Dokumentationen
_Unternehmensnews (im Stil eines Nachrichten-Beitrags)
_Interviews
_Video-Tagebuch
_Imagefilm
_Erklärvideos
_Animationsfilme
_Viral-Spots
_usw.

Mit der Digitalisierung der Medien und dem Aufkommen neuer Verbreitungskanäle sind Corporate Videos zum festen Bestandteil der Unternehmenskommunikation geworden. Marlene Grell, freiberufliche Kamerafrau und Cutterin, bestätigt: „Corporate Videos eignen sich für alle Unternehmen – von klein bis groß. Filme transportieren Ideen. Und Ideen sind unabhängig von der Unternehmensgröße.“ Soll etwas kommuniziert werden, das sich nicht allein in Wort oder Bild umsetzen lässt, ist ein Corporate Video das Kommunikationsmittel der Wahl. Mit einem Video lassen sich nicht nur Zusammenhänge vermitteln, sondern auch gezielt Emotionen bei den ZuschauerInnen hervorrufen. Marlene Grell gibt uns daher ein paar Tipps, was es auf dem Weg zum Corporate Film zu beachten gilt:

Gut geplant ist halb gedreht

Die meisten Stolperfallen lauern, noch bevor die erste Klappe gefallen ist, denn viele Unternehmen unterschätzen den (zeitlichen und finanziellen) Aufwand, der hinter einer Videoproduktion steht. Da hilft es, einen Fachmann/eine Fachfrau hinzuzuziehen – am besten, bevor die eigentliche Idee zum Film steht. Jemand vom Fach kann am besten einschätzen, was sich in einem Corporate Film transportieren lässt, welche Mittel dafür zur Verfügung stehen und welches Budget eingeplant werden muss. Klopfen Sie vorher fest, was der Film transportieren soll, und wen Sie damit erreichen wollen. Damit steht und fällt die Idee! Außerdem sollten Sie die Dauer des Freigabe- und Korrekturprozesses nicht unterschätzen! Planen Sie vorher ein, wer alles sein Okay zum Film geben muss: Der Chef? Die Marketingabteilung? Der Hausmeister?
Die Fachfrau rät: „Oft unterscheiden sich die Vorstellungen sehr stark von dem, was letztendlich wirklich möglich ist. Deshalb rate ich dazu, schon in der Planungsphase jemandem vom Fach hinzuzuziehen.“

Gut Ding will Weile haben

Je nach Länge des fertigen Films variiert die Produktionszeit. Mindestens zwei bis drei Vorbesprechungen sollten Sie vor Drehbeginn auf jeden Fall einplanen. Zuerst geht es darum, eine Idee zu finden – am besten in Abstimmung mit einem Profi. Dann folgen noch ein bis zwei Termine, bei denen die Idee weiter ausgearbeitet wird und eventuell auch schon erste Drehtermine festgelegt werden. Dann geht es ans Skript bzw. ans Storyboard. Die reine Drehzeit hängt stark vom Gegenstand des Films ab: Es gibt Videos, die sind innerhalb von zwei Tagen abgedreht, manche Drehs brauchen ein ganzes Jahr, weil über einen längeren Zeitraum eine Entwicklung dokumentiert werden soll.
Die Fachfrau rät: „Man sollte sich für die Produktion eines Corporate Films Zeit nehmen und nicht unter Druck produzieren. Alles andere ist der Kreativität abträglich. Hat sich jemand vorher keine Gedanken gemacht, merkt man einem Film das an.“

Der gute Ton

Ein Video ist nicht nur Bild, sondern auch Ton. Dazu gehört neben dem gesprochenen Wort auch die Musik. Achtung! Nutzen Sie nur professionelle Musik, für die Sie sämtliche Rechte – auch für die Weitergabe an Dritte – erworben haben. Oder lassen Sie – sofern es das Budget zulässt – die Musik eigens für Ihren Film komponieren.
Die Fachfrau rät: „Soll gesprochener Text integriert werden, schreiben Sie diesen am besten vor. Und sprechen ihn auch im Vorhinein durch. So können Sie abschätzen, wie viel Zeit im Film dafür benötigt wird. Erschlagen Sie ihre ZuschauerInnen nicht mit Text – siebenminütige Monologe will niemand hören!“

Auf die Länge kommt es an…

Und die sollte sich nach dem Kommunikationszweck und der Platzierung richten! Tutorials, die Zusammenhänge verdeutlichen sollen, dürfen länger sein als ein klassischer Image-Spot, ein Video für FachbesucherInnen auf der Messe länger als ein Spot im Netz.
Die Fachfrau rät: „Soll der Film auf YoutTube oder der eigenen Webseite laufen, sollte die Länge zweieinhalb Minuten nicht überschreiten.“

Eine Frage der Platzierung

Möglichkeiten, Corporate Videos zu platzieren, gibt es viele: Sie reichen von der Integration auf der eigenen Website über die Platzierung auf Videoplattformen wie Youtube oder Vimeo bis hin zum Verteilen als Give-Away auf einem Stick bei Messen oder Firmenevents. Auch hier gilt: Das Video gehört dorthin, wo Ihre Zielgruppe ist – und auf Ihre Website.
Die Fachfrau rät: „Corporate Videos gehören auf jeden Fall auch auf die eigene Internetseite! Dort landen die Menschen, die sich gezielt über ein Unternehmen informieren wollen. Die bekommen dank eines Videos dann auch gleich eine Stimmung vermittelt.“

Geld ausgeben lohnt sich

Sie sind total überzeugt, dass Ihr Unternehmen ein Corporate Video braucht und haben auch schon eine Idee im Hinterkopf? Dann stellt sich jetzt die Frage: Was kostet so etwas ungefähr? Wenn Sie nicht wollen, dass ambitionierte StudentInnen Ihren Film drehen, sollten Sie auf jeden Fall mehr als 1.000 Euro einplanen. Denken Sie bei der Budgetierung stets daran: Dank Kino, HD-TV und Co. erwarten die UserInnen inzwischen höchste Qualität in Sachen Bewegtbild. Bei einem Budget von 5.000 Euro können Sie bei einem Profi mit ein bis zwei Drehtagen und ein bis zwei Schnitttagen rechnen. Für eine gut gemachte Dokumentation ist das durchaus realistisch. Nach oben gibt es natürlich keine Grenzen.
Die Fachfrau rät: „Für einen guten Corporate Film sind 10.000 Euro das Minimum. Damit lassen sich schon tolle Sachen umsetzen. Ab 25.000 Euro wird es dann ein richtig, richtig guter Film.“

Genug der Theorie! Lassen Sie uns einen Blick hinter die Kulissen einer solchen Video-Produktion werfen. Marlene Grell hat für die Landau Media AG, Herausgeberin von medienrot.de, die Video-Reihe Sprecherperlen produziert. Mit diesem Making-Of-Video wollen wir Ihnen einen Eindruck der Arbeit dahinter geben.

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Manchmal muss es eben selbst gemacht sein

Ganz klar, es gibt jede Menge Gründe, die für eine professionelle Video-Produktion sprechen. Doch das ist nicht immer möglich – besonders dann nicht, wenn beispielsweise spontan etwas für den Corporate Blog festgehalten werden soll. Scheuen Sie sich nicht, in solchen Fällen Ihr Smartphone zu zücken und Ihre ganz persönlichen Eindrücke von einem Event oder einer Präsentation Ihres Unternehmens festzuhalten. Pluspunkt: Mit dem Handmade-Look transportieren Sie eine bestimmte Aussage – nämlich das Gefühl von Authentizität.

Kurz gesagt: Ein Corporate Video ist kein Schnellschuss, den man bei der Firmenfeier beschließen sollte. Bewegte Unternehmensbilder wollen gut geplant und umgesetzt sein – im Zweifelsfall sind sie nämlich dauerhaft im Internet zu sehen.

Über die Autorin: Nicole Storch ist freiberufliche Autorin für Print und Online. Zuvor betreute sie als Redakteurin beim Egmont Ehapa Verlag zahlreiche Kinder- und Jugendzeitschriften. Während ihres Studiums der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der UdK Berlin arbeitete sie bereits als freie Texterin für verschiedene Agenturen.