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Interne Kommunikation über Zoom: Mit Storytelling digital das Team zusammenhalten

Foto: © AdobeStock/Jacob Lund

Im aktuellen Arbeitsalltag jagt oft ein Online-Meeting das nächste. Doch wie motivieren Unternehmen auch auf Dauer ihre Mitarbeitenden per Zoom und Co.? Storytelling-Tools sind der Schlüssel zum Erfolg, attestiert Nora Feist, CEO und HR-Verantwortliche der PR- und Brand-Storytelling-Agentur Mashup Communications, und gibt Einblicke, wie Storytelling in Videocalls Mitarbeitende motiviert.

Was macht die Online-Meetingkultur mit dem Kollegenzusammenhalt, wenn das morgendliche Treffen an der Kaffeemaschine ausbleibt und die gemeinsamen Mittagessen wegfallen? „Den Teamspirit hochzuhalten ist gerade jetzt besonders wichtig. Daher ist es unabdingbar, dass Zeit dafür eingeräumt wird, die Unternehmensgrundsätze im alltäglichen Miteinander weiterleben und das Wir-Gefühl bestehen bleibt“, so Nora Feist. Hier kommen einige Storytelling-Tools und -Techniken, die gerade jetzt im Homeoffice unabdingbar sind.

Check-In #1 – Deep Talk als emotionale Bindung für gemeinsamen Wertestrang nutzen
Warum das morgendliche Heißgetränk nicht gemeinsam im Team genießen und sich auch digital privat austauschen? „Um die müden Gesichter zu Beginn des Tages etwas aufzufrischen, kann jede Person zum Beispiel zwei Adjektive nennen, wie er oder sie in die Morgenstunden gestartet ist“, schlägt Nora Feist vor. Persönliche Einblicke fangen das Stimmungsbild der Mitarbeitenden gerade auf Distanz gut ein. „So entstehen Lacher, Insider, Vertrauen und Verständnis, damit das Gefühl für und unter den KollegInnen nicht verloren geht“, erläutert die HR-Verantwortliche weiter. Falls das Stimmungsbild eher müde und träge ist, wissen zumindest alle, dass sie gemeinsam an der jeweiligen Motivation arbeiten oder gegebenenfalls das Gespräch suchen müssen, um diese Hürde im Team zu überwinden.

Check-In #2 – Mit Storylistening über echte Gefühle und Erfahrungen sprechen
Anekdoten aus dem Privatleben sind sehr wertvoll für das Teamgefühl. Der Austausch von persönlichen Erfahrungen sorgt zudem für eine langfristige emotionale Bindung untereinander und zum Unternehmen. „Mit Storylistening-Übungen gelangen oft verborgene Geschichten ans Licht, mit denen sich KollegInnen neu kennen und wertschätzen lernen“, so Nora Feist. Im Rahmen von so genannten Corporate Campfires lassen sich solche Storys sammeln und hervorkitzeln. Sie dienen zum Beispiel dazu, die Erfolge von einzelnen Mitarbeitenden zu feiern. Erkenntnisse, die man erst durch eigene Fehlschläge erlangt hat, zu teilen und gemeinsame Werte zu definieren. Auf diese Weise werden erfolgreiche Team-Momente kreiert. „Es geht in erster Linie darum, über wahre Emotionen und Erkenntnisse zu sprechen und so eine nachhaltige Bindung aufzubauen“, ergänzt die Storytelling-Expertin.

Check-In #3 – Silent-Meetings und Lunch-Roulette – Bürofeeling im Remote-Office
Innerhalb kleiner Teams ist der alltägliche Austausch meist groß. Doch gerade auf Distanz gibt es außerhalb des „Inner Circles“ kaum Begegnungen. „Verabredungen zu digitalen Lunches oder Coffee Breaks, in denen aktiv NICHT über Arbeit geredet wird, sind eine schöne Möglichkeit, auch KollegInnen aus anderen Abteilungen näher kennenzulernen“, schlägt Nora Feist vor. Die zufällige Auslosung kann mithilfe eines digitalen Zufallsgenerators passieren und das Überraschungsmoment ist sicher. Auch so genannte Silent Zoom-Calls, in denen Mitarbeitende still für sich, aber eben digital und per Kamera miteinander verbunden arbeiten, fördern die Konzentration und Effektivität“, so die HR-Expertin. So kann auch im Remote-Office eine Art Bürogefühl aufkommen und eine digitale Verbundenheit teamübergreifend entstehen bzw. aufrechterhalten werden.

Check-In #4 – Gemeinsame Kreativitätsräume schaffen
Fehlt der direkte Schnack bei der Mittagspause oder das spontane Brainstorming mit den TischnachbarInnen, leidet auch die Kreativität darunter. Es ist bekannt, dass die Fantasie vor allem im Austausch mit Menschen, an besonderen Orten oder in neuen Situationen angeregt wird. Doch scheint das gerade jetzt so fern wie nie. „Auf Knopfdruck kreativ oder effektiv zu sein, beziehungsweise neue Prozesse anzustoßen, ist gar nicht so leicht. Mit regelmäßigen digitalen Kreativmeetings, Brainstormings oder Campfires kann der Ideenfindung für Themen und Projekte der notwendige Schwung gegeben werden“, weiß Nora Feist. Wichtig hierfür ist vor allem, dass diese Sessions angeleitet und mit Input begleitet werden, damit der Funke überspringt. Diese Meetings sollten daher ebenso gut vorbereitet und Energie reingesteckt werden, sie abwechslungsreich zu gestalten.

Check-In #5 – Feedback mit Personalverantwortlichen ermöglicht Nähe zu KollegInnen
Wenn sich die Woche oder ein Monat dem Ende neigt, lohnt sich oft ein gemeinsamer Blick zurück, um zu rekapitulieren: Was lief gut und woran müssen wir noch arbeiten? „Manchmal hilft es gemeinsam mit den TeamleiterInnen oder Personalverantwortlichen zu schauen, welche Stellschrauben noch gezogen werden müssen und welche KollegInnen mitunter mehr Unterstützung benötigen. Es sollte also Raum geschaffen werden, damit jeder offen seine Herausforderungen und Erfolge teilen kann. So ist ein wichtiger Bestandteil im Storytelling auch Hürden offen zu besprechen und zu überwinden“, weiß Nora Feist. An dieser Stelle sollte immer auch Platz für Danksagungen sein, um mit einem Lächeln ins Wochenende oder den nächsten Monat zu gehen.

Check-In #6 – Bilderwelten mit Vorbildcharakter schaffen
Strahlende Augen, ein verschmitztes Lächeln, tiefe Stirnfalten oder ein müdes Gähnen – die Mimik der Teammitglieder spricht oft Bände. So ist und bleibt einer der wichtigsten Tipps in jedem Fall der Einsatz von Videocalls – also mit angeschalteter Kamera. Nur eine Tonübertragung lässt eben doch nicht so viele Einblicke in die Gefühlswelt des Gegenübers zu. „Der Austausch untereinander und die Motivation, gemeinsam dieses Zoom-Zeitalter bestmöglich zu gestalten, sollte es wert sein, die Kamera definitiv anzuschalten. Vor allem wenn die KollegInnen einen Vortrag oder eine Präsentation halten, ist es wichtig, dass die Vortragenden nicht das Gefühl haben, mit sich selbst zu reden“, so Nora Feist. Für Werte wie Empathie, Respekt und Teamzusammenhalt machen sich viele Unternehmen stark. Auf diese Weise werden sie ebenso deutlich und klar vermittelt und aktiv im Remote-Arbeitsalltag integriert. Ein weiterer Grundpfeiler des Storytellings.

Fazit – Mit der Macht von Storytelling-Tools den Teamzusammenhalt digital meistern
Die interne Kommunikation im Remote-Office bedarf etwas mehr Arbeit bzw. neuer Tools und kreativer Ansätze. Werden solche aber umgesetzt, können auch in diesem Jahr bestärkte Teams aus dem jetzigen Lockdown hervorgehen. Techniken des Storytellings sollten hierfür durch Formate wie Silent Zoom Calls, digitale Camp Fires und Storylistening unter stetigem Fokus auf die Unternehmenswerte herangezogen werden. Gerade in Krisenzeiten ist das vereinte Ziehen an einem Wertestrang schließlich der Weg aus schwierigen Phasen und gemeinsames Wirken der Anker für zukünftigen Erfolg.

Quelle: Mashup Communications