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Institutionen-Ranking 2021: Werbeagenturen genießen weiter das geringste Vertrauen

Foto: © AdobeStock/snowing12

Polizei, ÄrztInnen und Universitäten ganz oben, ManagerInnen und Werbeagenturen ganz unten – im aktuellen „Institutionen-Ranking“, das forsa im Auftrag von RTL erhebt, landen Werbeagenturen erneut auf dem letzten Platz.

Seit anderthalb Jahrzehnten ermittelt forsa Jahr für Jahr, wie groß das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zu den wichtigsten Institutionen ist. Wie zur Politik, so das Ergebnis der aktuellen Erhebung, ist auch das Vertrauen zu den meisten übrigen Institutionen der Gesellschaft während der Corona-Krise gestiegen oder wenigstens gleichgeblieben; nur für wenige Institutionen gab es minimale Vertrauensverluste.

Für die meisten Deutschen sind Ärzte auch in der Pandemie ein besonderer Vertrauensfaktor: 85 Prozent der Befragten erklären, sie hätten „großes Vertrauen“ zu den MedizinerInnen. Jeweils vier Fünftel der BürgerInnen haben Vertrauen zur Polizei und zu den Universitäten (80%), sowie zum Bundesverfassungsgericht (78%). Über 70 Prozent der Befragten vertrauen den Gerichten und den kommunalen Unternehmen, 71 Prozent der abhängig Beschäftigten haben Vertrauen zu ihren Arbeitgebern.

Befragt wurden während der Jahreswende über 4.000 BürgerInnen. Ein Jahr zuvor hatten die meisten gesellschaftlich relevanten Institutionen – genauso wie fast alle politischen Einrichtungen, von den Parteien über Parlamente bis zur Bundesregierung – ziemlich schlecht abgeschnitten. Im Mai, als die Corona-Pandemie bereits die gesamte Gesellschaft beherrschte, war das Vertrauen zu den meisten Institutionen zurückgekehrt und hält sich jetzt auf hohem Niveau. Aber auch jetzt gibt es GewinnerInnen im Ranking: Den größten Vertrauenszuwachs verzeichnen die Meinungsforschungsinstitute, mit einem Plus von 5 Prozentpunkten auf jetzt 64 Prozent. Vier Prozentpunkte gewinnt der Zentralrat der Juden und liegt jetzt mit einem Vertrauenswert von 44 Prozent vor der Evangelischen Kirche (36%), dem Papst (29%) und der Katholischen Kirche (15%).

In der Corona-Krise können auch die Medien Vertrauen zurückgewinnen: Das Radio steigt im Vergleich zum Mai 2020 um zwei Prozentpunkte (auf 58%), die Presse um 4 Prozentpunkte (auf 49%), das Fernsehen um drei Prozentpunkte (auf 37%). Zu den GewinnerInnen im Ranking zählen außerdem, mit einem Plus von jeweils drei Prozentpunkten, die Universitäten, das Bundesverfassungsgericht, die Bundeswehr, die Sparkassen und die Banken. VerliererInnen, mit einem Minus von jeweils zwei Prozentpunkten, sind die Polizei, kommunale Unternehmen, die eigenen ArbeitgeberInnen und die Gewerkschaften. Schlusslichter im Ranking sind erneut mit unveränderten Werten die ManagerInnen (15%), der Islam (8%) und die Werbeagenturen (4%).

Vertrauen in Institutionen Anfang 2021*

Es haben großes Vertrauen zu / zur / zum

Ärzten 85% (-1)

Polizei 80% (-2)

Universitäten 80% (+3)

Bundesverfassungsgericht 78% (+3)

Gerichten 73% (+1)

Kommunalen Unternehmen 73% (-2)

Eigenen Arbeitgeber** 71% (-2)

Meinungsforschungsinstituten 64% (+5)

Radio 58% (+2)

Bundeswehr 50% (+3)

Presse 49% (+4)

Zentralrat der Juden 44% (+4)

Gewerkschaften 43% (-2)

Volks- und Raiffeisenbanken 43% (-)

Sparkassen 41% (+3)

Fernsehen 37% (+3)

Evangelischen Kirche 36% (0)

Unternehmern 31% (0)

Papst 29% (+1)

Arbeitgeberverbänden 27% (+1)

Banken 27% (+3)

Versicherungen 20% (+1)

Katholischen Kirche 15% (-1)

Managern 9% (0)

Islam 8% (0)

Werbeagenturen 4% (0)

*In Klammern Veränderung gegenüber Mai 2020

**Basis: abhängig Beschäftigte

AfD-Anhänger haben kein Vertrauen zu den Medien

Nicht nur der Politik, sondern auch fast allen anderen staatlichen, gesellschaftlichen und kirchlichen Institutionen, die für den Zusammenhalt der Gesellschaft notwendig sind, begegnen AfD-AnhängerInnen mit Ablehnung. Sehr viel weniger Vertrauen als die Mehrheit der Gesellschaft haben sie zum Beispiel zur Polizei (59%) sowie zu Meinungsforschungsinstituten (35%), Universitäten (41%) und Gewerkschaften (23%), außerdem zu Gerichten insgesamt (35%), zum Bundesverfassungsgericht (44%) und zum Zentralrat der Juden (15%). Besonders gering ist das Vertrauen zu den Medien: Nur 11 Prozent der AfD-AnhängerInnen trauen dem Radio, 7 Prozent der Presse und 4 Prozent dem Fernsehen. Von den AfD-fernen Wahlberechtigten haben 68 Prozent Vertrauen zum Radio, 59 Prozent zur Presse und 45 Prozent zum Fernsehen. Lediglich zu Unternehmern, zur Bundeswehr und zu den eigenen Arbeitgebern haben AfD-Anhänger ein ähnlich hohes Vertrauen wie die übrigen Wahlberechtigten.


Die Daten zum Institutionen-Ranking wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa zwischen dem 28.12. 2020 und dem 2.1. 2021 im Auftrag der Mediengruppe RTL erhoben. Datenbasis: 4.029 Befragte.


Quelle: RTL/ntv-Trendbarometer