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Infografik leicht gemacht: Spannende Datengeschichten für Einsteiger

Foto: © Unsplash/rawpixel

Nicht umsonst nennen wir uns stolz Wissensgesellschaft. Tagtäglich überschwemmt uns eine Welle an Informationen, Daten und Zahlen. Aber nur die Wenigsten wissen diese richtig zu nutzen und mit der Strömung mitzuschwimmen. Die meisten gehen in der Informationsflut unter. Doch Rettung naht! Eine Infografik stellt hier ein durchaus hilfreiches grafisches Mittel dar, um den nötigen Durchblick zu schaffen. Diese holt alle ins selbe Boot und ermöglicht einen allgemein verständlichen Zugang zu Wissen. Eine gute Grafik zu erstellen, will dennoch gelernt sein. Mit den nachfolgenden fünf Tipps, wird diese nicht nur informativ und ansprechend, sondern zum wahren Rettungsanker im Datenwirrwarr.

1. Die FIRED-Methode

Soll die Grafik punkten und einen guten Eindruck hinterlassen, hilft es, sich folgende Eigenschaften besonders zu Herzen zu nehmen:

  • Fresh: Ist die Grafik ein Eyecatcher und hebt sich mit ihrem Design von Anderen ab?
  • Informativ: Überzeugend wird es, wenn sie nicht nur korrekte Fakten präsentiert, sondern auch mit neuen Informationen überrascht. Der Aha-Effekt ist also gefragt!
  • Relevant: Sind alle Informationen in diesem Zusammenhang bedeutsam, um die beabsichtigte Botschaft zu vermitteln?
  • Entertaining: Macht die grafische Umsetzung Lust sich näher mit dem Thema zu beschäftigen?
  • Different: Ist die Umsetzung der Datenveranschaulichung neuartig und enthält vielleicht sogar etwas, das es vorher so noch nicht gab?
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    Eine Grafik, die diese fünf Punkte beherzigt, kommt vom niederländischen Illustrator und Grafikdesigner Sam Loman. Dieser veranschaulicht die Funktionsweisen und Verflechtungen der verschiedenen Systeme des menschlichen Körpers metaphorisch in einer Metrolinien-Karte.

    Foto: © infosthetics/Sam Loman

    2.Qualität statt Quantität
    Nutzerfreundlich, überschaubar, widerspruchsfrei interpretierbar – diese Kriterien sollte eine jede Grafik zu bieten haben. Denn, wenn alles gut lesbar und verständlich ist, verbringt der Leser mehr Zeit damit. Dabei sollten unnötige Informationen vermieden werden, sonst ist der Betrachter auch schnell mal überfordert. Diesen Ansatz verfolgte auch die Illustratorin und Fotografin Marion Luttenberger, die mit wenigen Zahlen und einem ausdrucksstarken Bild eine besonders anschauliche Lösung gefunden hat. Der vollgepackte Einkaufswagen symbolisiert beispielhaft die finanziellen Möglichkeiten bestimmter Gesellschaftsschichten. Hier gilt also: Weniger ist mehr.

    Foto: © Marion Luttenberger

    3. Faktenheld
    Ob selbst Daten erhoben werden oder der benötigte Input aus zahlreichen Statistik-Datenbanken (destatis.de, eurostat, statista.com) gesammelt wird – Recherche ist das A und O! Eine kleine Zahl kann so manch großen Geschäftsmann beeindrucken. Blamabel wird es jedoch, wenn die Zahl nicht korrekt ist. Daher müssen Informationen ausreichend geprüft werden. Nur so kann eine seriöse Infografik entstehen. Ein Beispiel, wie Statistik-Datenbanken uns die trockenen Fakten versüßen und schmackhaft aufbereiten, liefert der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI):

    © BDSI

    4. I like to move it
    Schluss mit langweilig. Eine Infografik besteht schon lange nicht mehr nur aus öden Balken oder Kreisen. Ansprechende Optik, eine neuartige Umsetzungsform und Animations-Tools wie Adobe Edge Animate liegen voll im Trend und bringen Bewegung ins Spiel. Einer der Spitzenreiter dieser Disziplin ist Google – gekonnt werden hier trockene Suchanfragen in einem emotionsgeladenen Kurzfilm visualisiert:

    © YouTube/Google Year in Search 2017

    5. Es war einmal
    Jeder liebt Geschichten. Auch Fakten können eine Geschichte erzählen. Diese gilt es zu formulieren und somit einen interessanten Kontext für den Leser zu schaffen. Gekonnt umgesetzt kann so aus jeder gruseligen Zahlenkombination eine Liebesgeschichte werden. So geschehen bei der grafischen Aufbereitung der Entstehungsgeschichte von AirBnb. Schritt für Schritt begibt sich der Betrachter auf die Reise des einstigen Matratzenverleihs bis hin zum heutigen 10 Milliarden Unternehmen. Eine gut umgesetzte und epische Infografik ist das Happy End für einen jeden Leser.

    © adioma/Anna Vital


     

    Fazit
    Mit dem richtigen Know-how kann jeder zum Rettungsschwimmer werden und die Ertrinkenden aus der Datenflut retten. Spannende Visualisierungen, qualitativer Content und ein Hauch Storytelling helfen das Datenchaos zu bändigen und Informationen sowohl seriös als auch unterhaltsam zu vermitteln.


    Miriam-Rupp_2016_150x150pxÜber die Autorin: Miriam Rupp ist Gründerin und Geschäftsführerin von Mashup Communications , der Berliner Agentur für PR und Digitales Storytelling. In ihrem Buch „Storytelling für Unternehmen“ beschreibt Miriam Rupp, wie Geschichten zum Erfolg in Content Marketing, PR, Social Media, Employer Branding und Leadership führen. Mit der Philosophie „Wir lieben es, neue Geschichten zu erzählen“, wecken sie und das 20-köpfige interdisziplinäre Team von Mashup Communications schlummernde Erzählpotenziale in und um Unternehmen, die neue Wege gehen.