Digitalisierung wird Alltag – Vertrauen bleibt entscheidend

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Streaming, Künstliche Intelligenz und digitales Banking gehören für immer mehr Menschen in Deutschland zum Alltag. Die „Postbank Digitalstudie 2026“ zeigt zugleich, dass die Akzeptanz digitaler Angebote stark davon abhängt, wofür sie genutzt werden: Während Streaming längst Mainstream ist und mehr als die Hälfte der Deutschen bereits KI verwendet, bleibt das Vertrauen in KI bei finanziellen Entscheidungen gering.

Streaming wird zum Plattform-Mix

72 Prozent der Deutschen nutzen mindestens einen kostenpflichtigen Streaming-Dienst im Haushalt. Bei den 18- bis 39-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 90 Prozent. Gleichzeitig wird der Markt kleinteiliger: 46 Prozent der Haushalte bezahlen bereits für zwei oder mehr Streaming-Dienste, mehr als jeder fünfte für mindestens drei.

Streaming ist damit nicht mehr nur eine Alternative zum klassischen Fernsehen, sondern wird zunehmend über mehrere Plattformen organisiert. Nutzer stellen sich ihr Angebot je nach Inhalt, Preis und persönlichen Vorlieben zusammen.

Deutliche Unterschiede zwischen den Generationen gibt es vor allem bei der Reichweite. Während neun von zehn unter 40-Jährigen kostenpflichtige Streaming-Angebote nutzen, sind es bei den über 40-Jährigen 63 Prozent. Bei der Nutzungsintensität fällt der Abstand dagegen geringer aus: 35 Prozent der Jüngeren und 29 Prozent der Älteren streamen mehr als acht Stunden pro Woche. Jeweils zehn Prozent kommen auf mehr als 15 Stunden.

KI wird Alltagstechnologie

Auch Künstliche Intelligenz verbreitet sich weiter. 54 Prozent der Deutschen haben laut Studie bereits KI-Anwendungen genutzt, sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Weitere 16 Prozent planen den Einsatz.

Die Offenheit endet allerdings häufig dort, wo es um das eigene Geld geht. 70 Prozent lehnen den Einsatz von KI für Überweisungen, Geldanlagen oder Finanzberatung ab. Drei Viertel vertrauen einer persönlichen Beratung mehr als einer KI, ebenso viele halten die Technologie für Finanzfragen noch nicht für ausgereift oder haben Datenschutzbedenken.

„Digitale Offenheit bedeutet also nicht automatisch finanzielles Vertrauen“, sagt David Dommel, Leiter Digitales Performance-Marketing der Postbank. Bei finanziellen Entscheidungen wünschten sich viele Menschen weiterhin einen persönlichen Ansprechpartner, der Verantwortung übernimmt und individuelle Fragen beantworten kann.

Banking wird digitaler

Die Skepsis gegenüber KI geht dabei nicht mit einer generellen Ablehnung digitaler Finanzangebote einher. Mehr als drei Viertel der Deutschen erledigen ihre Bankgeschäfte online. Die Banking-App ist inzwischen der wichtigste Zugang zur Bank: 43 Prozent nutzen sie für Überweisungen, Kontoauszüge oder Informationen zu Geldanlagen. 2022 waren es 30 Prozent.

Das klassische Online-Portal wird dagegen seltener genutzt. Sein Anteil sank von 45 Prozent im Jahr 2022 auf 34 Prozent. Bei den über 40-Jährigen liegt das Portal mit 40 Prozent allerdings noch knapp vor der App mit 38 Prozent.

Jüngere sind auch bei neuen digitalen Finanzangeboten aufgeschlossener. 65 Prozent der 18- bis 39-Jährigen können sich einen Kontakt mit Bankberater per Chat oder Videokonferenz vorstellen. 46 Prozent dieser Altersgruppe könnten sich zudem vorstellen, Überweisungsdaten über einen Sprachassistenten einzugeben.

Vertrauen entscheidet über KI-Nutzung

Die Ergebnisse zeigen damit ein differenziertes Bild der Digitalisierung. Bei Angeboten wie Streaming ist die Nutzung weitgehend selbstverständlich. Auch KI und digitales Banking gewinnen schnell an Bedeutung. Sobald jedoch finanzielle Entscheidungen oder sensible Daten betroffen sind, steigen die Anforderungen an Sicherheit, Transparenz und persönliche Kontrolle.

Das zeigt sich auch beim Umgang mit KI: 60 Prozent der KI-Nutzenden überprüfen Informationen nur selten und vertrauen der Technologie. Gleichzeitig trauen sich lediglich 36 Prozent zu, eine Manipulation durch KI zu erkennen.


Für die „Postbank Digitalstudie 2026“ wurden 3.050 Einwohner in Deutschland befragt. Die Stichprobe wurde nach Bundesland, Alter und Geschlecht gewichtet.

presseportal.de (Streaming), presseportal.de (KI)