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Die neue Macht der Hashtags?

#aufschrei, #sklavando, #zensursula – dies sind nur drei deutschsprachige Hashtags der letzten Jahre. Alle drei Beispiele stehen für „Shitstorms“ bzw. Kampagnenarbeit. Sie entstanden auf unterschiedliche Art und Weise. #aufschrei ist eine Schöpfung der Aktivistin Anne Wizorek und thematisierte u.a. den Alltagssexismus gegenüber Frauen. #sklavando entstand (vermutlich) auf der Plattform Twitter, nach dem der TV-Sender RTL vor Ostern eine kritische Reportage über die Arbeitsbedingungen in einem Logistikzentrum des Onlinehändlers Zalando gesendet hatte. Das Hashtag #zensursula schaffte es bereits 2009 in die deutschen Medien. Damals protestierten NetzaktivistInnen gegen Pläne von Ursula von der Leyen, die geheime Internet-Sperrlisten unter Verwaltung des BKA stellen wollte. Alle drei und viele Hashtags mehr haben ihre Bedeutung nicht eingebüßt und sind selbst nach langer Zeit – zumindest #aufschrei und #zensursula – noch in aktiver Benutzung.

Doch was ist ein Hashtag? Wikipedia fasst es kurz zusammen:

Hashtag bezeichnet ein Wort oder eine Zeichenkette mit vorangestelltem Doppelkreuz („#“). Die so ausgezeichnete Zeichenkette fungiert als Meta-Tag und Meta-Kommentierung. Diese Form der Verschlagwortung erfolgt innerhalb des Fließtextes. Soziale Netzwerke wie Pinterest, Facebook und Mikroblogging-Dienste wie Twitter nutzen diese Angaben, um die Suche innerhalb ihres Netzwerks nach so verschlagworteten Begriffen zu erleichtern.

(Definition laut Wikipedia)

Hashtags helfen also, Inhalte aus sozialen Netzwerken zu einem Thema leicht und einfach zusammenzufassen. Damit sind sie ein wesentlicher Ankerpunkt für Social-Media-Kampagnen, denn sie funktionieren inzwischen auch auf verschiedenen Plattformen, wie z.B. Pinterest, Google+, Facebook, Instagram und Twitter. Wobei nicht nur Online-Marketer von Hashtags profitieren, sondern eben – wie oben beschrieben – auch alle UserInnen, die ein Anliegen in die große Runde des Internets tragen wollen. So können Firmennamen in Hashtag-Form sowohl positives wie negatives Feedback versammeln.

Hashtags werden also dann zum Problem, wenn sie durch die „falschen“ UserInnen genutzt werden. Falsch ist dabei relativ, denn UserInnen haben im Zweifel legitime Kritik und die lässt sich jetzt mit einem knackigen Begriff zusammenfassen. Firmen und Organisationen sollten deshalb regelmäßig auf dem Radar behalten, wie ihre Namen, Abkürzungen und Kampagnenbegriffe in den sozialen Medien benutzt werden. Immerhin könnte wertvolles Feedback helfen, die eigenen Services bzw. Produkte oder Kampagnen zu verbessern.

Der Grund für Ihre erhöhte Aufmerksamkeit ist wieder ein einfacher und so alt wie das Internet selbst. Menschen suchen noch Informationen und wenn Sie die Google-Ergebnisse bei der Suche nach #sklavando sehen, dann wissen Sie, wie wichtig die Hashtags auch im Bereich der Suchmaschinenoptimierung sind. User finden mit einem konkreten Begriff sämtliche Kritik zu einem Produkt, einer Firma oder einer Organisation. Wenn Sie es clever anstellen, dann können Ihre Stakeholder dort aber auch Ihre wertvolle Hilfe und Unterstützung zu Ihrem Thema oder Ihrem Produkt finden.

Fassen wir zusammen: Hashtags sind nur kleine Begriffe, Abkürzungen oder Wortspiele, aber hinter ihnen kann sich eine geballte Kraft an Informationen wiederfinden, die sowohl positiv auf eine Kampagne einzahlen, ihr aber auch schaden kann. Es ist also Zeit, dem Bereich ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken und ihn in das tägliche Monitoring aufzunehmen.

Zum Ende habe noch ein paar Leseempfehlungen für Sie zum Thema Hashtags zusammengestellt, die Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag vielleicht als Inspiration dienen können:

Vier Regeln für Markenhashtags (Englisch)
Wie man Hashtags nutzt, um die Sichtbarkeit in sozialen Medien zu steigern (Englisch)
Symbol mit Ambitionen: Die Bedeutung des Hashtags in der PR
Warum wir momentan so viele Hashtag-Kampagnen sehen
3 inspirierende Social Media Kampagnen für mehr Besucher am POS

jst-autorenbildÜber den Autor: Jens Stoewhase ist verantwortlicher Redakteur für medienrot.de und Geschäftsführer der Rabbit Publishing GmbH, die dieses Onlinejournal im Auftrag der Landau Media AG betreibt. Bis Ende 2011 betreute er selbst u.a. die digitalen Aktivitäten zahlreicher kommerzieller Kinder- und Jugendmagazine und YPS. Stoewhase arbeitete vorher jahrelang für den Onlinebereich der TV-Serie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ und als Freelancer im Musikbereich und entwickelte Konzepte für digitale Angebote im Entertainmentsegment.