Dentsu prüft Verkauf des internationalen Geschäfts

© AdobeStock / pict-japan
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Die japanische Werbeholding Dentsu sondiert offenbar den Markt für potenzielle Käufer ihres internationalen Geschäfts. Laut einem Bericht der Financial Times prüft das Unternehmen derzeit verschiedene Optionen – von der Veräußerung einer Minderheitsbeteiligung bis hin zu einem vollständigen Verkauf der Auslandsgeschäfte. Für die Suche nach Interessenten seien die Banken Mitsubishi UFJ Morgan Stanley und Nomura Securities beauftragt worden.

Dentsu hatte sein internationales Geschäft 2012 durch die Übernahme von Aegis deutlich ausgebaut und 2020 den Namen Aegis aufgegeben. In dieser Zeit wurde auch das US-amerikanische Digitalmarketing-Unternehmen Merkle Teil der Holding.

Eine endgültige Entscheidung über einen Verkauf sei bisher nicht gefallen. Laut Financial Times plant Dentsu jedoch, bis Ende des Jahres konkrete Schritte und mögliche Verkaufskandidaten zu definieren.

CEO Hiroshi Igarashi hatte bereits Anfang August während einer Analysten-Konferenz angedeutet, dass ein Verkauf oder eine Fusion des internationalen Geschäfts nicht ausgeschlossen sei. Er erklärte: „Wir arbeiten daran, unser internationales Geschäft umzubauen und dadurch unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Dabei bewerten wir auch unterdurchschnittlich performende Bereiche neu.“ Konkrete Aussagen zu einem möglichen Verkauf machte Igarashi zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht.

Noch 2023 hatte der Holdingchef in einem Interview mit Campaign betont, dass ein Verkauf nicht seiner Denkweise entspreche, schloss eine Fusion jedoch nicht aus. Damals betonte er: „Wenn sich dadurch Chancen für Wachstum neben unseren aktuellen Aktivitäten ergeben, könnten wir eine Fusion in Betracht ziehen.“

Die aktuellen Überlegungen fallen in eine Phase rückläufiger Zahlen: Für das erste Halbjahr 2025 meldete Dentsu einen leichten Rückgang des organischen Umsatzes um 0,2 Prozent und senkte die Wachstumsprognose für das Jahr auf 1 Prozent. Analyst Brian Wieser von Madison and Wall kommentiert: „Dentsus internationale Geschäftsstruktur war immer ungewöhnlich, da sie vollständig vom Inlandsmarkt getrennt ist. Japan nimmt innerhalb der globalen Agenturbranche eine Sonderstellung ein.“

Wieser sieht potenzielle Käufer vor allem in großen Holdings wie Accenture Song, unabhängigen Agenturgruppen oder Private-Equity-Firmen. IPG und Omnicom seien jedoch ausgeschlossen, da diese derzeit mit ihrer eigenen Fusion beschäftigt seien.

Eine Stellungnahme von Dentsu zu den laufenden Gesprächen liegt bislang nicht vor. In Deutschland hat das Netzwerk kürzlich Katja Brand als neue CEO ernannt, die ihren Posten in der kommenden Woche antreten wird. Dentsu ist hierzulande unter anderem mit der Mediaagentur Carat, der CRM- und Digitaltochter Merkle sowie der Kreativagentur RCKT aktiv.

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