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Den Riesen in die Knie zwingen: 3 Storytelling-Tipps für FinTech-Unternehmen

Foto: © Fotolia/pichetw

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Fehlendes Vertrauen, eine komplizierte Gesetzeslage und stagnierende technische Fortschritte – sich mit einem innovativen Produkt auf einem strukturell festgefahrenen Markt durchzusetzen, gleicht einem klassischen David-gegen-Goliath-Konflikt. Erfolg hat da nur, wer die Nerven behält und seine Steinschleuder mutig gegen den Riesen, also gegen die Angst der Kunden vor dem Unbekannten, richtet. FinTech-Unternehmen punkten dabei oft in einer sehr wichtigen und von den großen Banken viel zu sehr unterschätzten Sache: Kunden-Service. Sie sind bequemer, nutzerfreundlicher und durch ihre kürzeren Entscheidungswege häufig flexibler, womit sie zunehmend mit ihren großen Konkurrenten auf Augenhöhe rücken. Um langfristig an den etablierten Finanzdienstleistern vorbeizuziehen, bedarf es jedoch einer Reihe vertrauensbildender und erklärender Maßnahmen, die mithilfe von gutem Storytelling wirksam kommuniziert werden können.

1. Den Schauplatz kennenlernen

Wer eine mitreißende Unternehmensstory formulieren möchte, sollte seinen Markt und dessen Besonderheiten genau kennen und in der Lage sein, die öffentliche Wahrnehmung der eigenen Branche richtig einzuschätzen. Darüber hinaus muss in Erfahrung gebracht werden, ob die Zielgruppe das Produkt bereits kennt, wie sie dem Produkt gegenüber eingestellt ist, ob sie eventuell erst von dessen Zuverlässigkeit überzeugt werden muss und welche Themen für sie interessant sind. Nur wer seinen Schauplatz gut kennt, kann interessante Geschichten erzählen.

2. Den wahren Helden erkennen

Sobald die Kulisse steht, geht es an das Kernstück der Geschichte: Den Helden. Doch wer dabei sofort an sein eigenes Unternehmen denkt, hat das Interesse seiner Zielgruppe meist schon verspielt. Insbesondere bei erklärungsbedürftigen Produkten, wie alternativen Zahlungssystemen, ist es viel sinnvoller, wenn das Unternehmen die Rolle des Mentors einnimmt und nach klassischer Storytelling-Manier den Kunden zum Helden kürt. Er ist es schließlich, der sich für ein ihm unbekanntes Produkt entscheiden und damit ohne das nötige Know-how als David den Stein gegen den Riesen richten soll. Seinen Ängsten und Bedenken mit Verständnis und konstruktiven Lösungsansätzen zu begegnen, gehört daher zu den Hausaufgaben eines guten Mentors. Seine ganze Kommunikation muss um den Helden, also um die jeweilige Zielgruppe herum, aufgebaut sein. Nur wer seinen Helden gut kennt, kann Ratschläge individuell an dessen Bedürfnisse anpassen und ihn damit wirklich erreichen, um ihm ein wahrer Mentor zu sein.

3. Als Mentor agieren

Mit ihrer Vorliebe für Bargeld und ihrem ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis stellen deutsche Kunden eine große Herausforderung für FinTech-Unternehmen dar und brauchen einen besonders überzeugenden Mentor, der sie von ihren Bedenken befreit. Für die User von Fin-Tech-Produkten ist es daher besonders wichtig, nicht nur die Handhabung des Produktes zu verstehen und ihr Geld sicher aufgehoben zu wissen, sondern auch einen Mehrwert im Vergleich zu den Leistungen der herkömmlichen Banken zu erkennen. Um hartnäckige Skeptiker von ihren Zweifeln zu befreien, genügt es jedoch nicht, mit seiner Expertise auf Branchenevents zu glänzen und in den Fachmedien hoch gelobt zu werden. Vielmehr muss Gesicht gezeigt werden und zwar gerade dann, wenn das Produkt an Endkonsumenten gerichtet ist. Influencerkooperationen können zum Beispiel dazu beitragen, durch ein bekanntes Gesicht Vertrauen in das Unternehmen aufzubauen. Darüber hinaus bedeutet gutes Storytelling für FinTech-Unternehmen allerdings auch eine strategische Verzahnung aller für das Unternehmen relevanter Kommunikationskanäle sowie eine detaillierte Zukunfts- und Krisenplanung. Ein erfolgreicher Mentor muss auf ganzer Linie überzeugen können, damit sein Held den Stein gegen Goliath erhebt und somit aus eigener Kraft zum Happy End gelangt.

Miriam-Rupp_2016_150x150pxÜber die Autorin: Miriam Rupp ist Gründerin und Geschäftsführerin von Mashup Communications, der Berliner Agentur für PR und digitales Storytelling. Mit der Philosophie „Wir lieben es, neue Geschichten zu erzählen“ fokussiert sich die Agentur vor allem auf Zukunftsthemen aus der digitalen Welt. In ihrem Buch „Storytelling für Unternehmen“ beschreibt Miriam Rupp, wie Geschichten zum Erfolg in Content Marketing, PR, Social Media, Employer Branding und Leadership führen.