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Den Finger in die Wunde legen

Foto: © Fotolia/dizain

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Oft geht es in den Beratungsgesprächen zur PR-Wertmessung darum, den Wert der Kommunikation auch intern im Unternehmen zu zeigen und verständlich zu machen. Ein interessantes Gespräch dazu führte ich vor einiger Zeit mit einem Kommunikationsleiter einer großen Versicherung.

Er bat darum, dass wir den PR-Wert der negativen Kommunikation ermittelten, die sein Unternehmen verursachte, indem es die Auszahlung von Versicherungen gegenüber Kunden verweigerte. Wir kennen diese Berichte alle aus Radio und TV „Versicherungskonzern XY lässt Mutter von vier Kindern nach Hausbrand alleine“ oder „Nach Autounfall Bein verloren: Versicherung will nicht zahlen“.

Die Sachbearbeiter in Versicherungen agieren oft paragraphenorientiert. Der Kunde, das unbekannte Wesen, bleibt auf der Strecke. Begründet wird dieses Verhalten mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, denen man als Kommunikationsverantwortlicher oft nichts entgegenstellen kann.

Für unseren Kunden fanden wir hier eine Lösung: Wir ermittelten den PR-Wert der negativen Berichterstattung, den Entscheidungen der Schadenstelle verursacht hatten. Bei Fällen, die neben den Printmedien auch im TV in entsprechenden Sendungen aufgegriffen wurden, kamen hier schnell Millionenbeträge zusammen.

Jetzt konnte unser Kunde den Zahlenmenschen in seinem Unternehmen eine Rechnung aufmachen, die sie verstanden. Kommunikation wurde in die betriebswirtschaftliche Rechnung einbezogen und Entscheidungen wurden auch auf ihre kommunikative Wirkung hin untersucht. Wer manchmal den Finger in die Wunde legt und sich mit den richtigen Argumenten wappnet, kann auch unternehmensintern viel verändern.

Über den Autor: andrea katheder für landau media, berlin 2013Uwe Mommert ist Vorstand für Vertrieb und Produktion der Landau Media AG. Darüber hinaus ist er begeisterter Web 2.0-Fan und immer an innovativen Ideen interessiert. Für medienrot.de kommentiert Uwe Mommert regelmäßig das Mediengeschehen.

 

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