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Das Bild und die Pressemitteilung

Foto: © Fotolia/stockphoto mania

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Ja, es ist 2017 und es geht wieder mal um Pressemitteilungen. Warum? Weil wir in unserer Redaktion jeden Tag Presse-Infos bekommen. Und jeden Tag vermisse ich persönlich bei 9,9 von 10 Presseaussendungen das Bildmaterial.

Seit mehreren Jahren wird über die sozialen Medien diskutiert. Es wird vom Wandel hin zu mehr aussagekräftigem Bildmaterial gesprochen. Wir sahen den Aufstieg von Pinterest, den von Instagram und wir wissen, wie sehr emotionale Bilder einen Text und eine Message unterstreichen. Doch warum werden dann so wenig Pressemeldungen mit Bildern versendet? Weil das Erstellen von Fotos, erklärenden Bildern oder Infografiken zusätzliches Geld kostet? Das ist schade, denn bei mir landen die Mehrzahl von Presseinfos im virtuellen Mülleimer, weil ich sie in meinem Tagesablauf nur bedingt einsetzen kann. Textwüsten möchte man nicht mehr veröffentlichen – Ausnahme ist natürlich dieser Beitrag über Bilder ;-) –, denn sie werden all zu häufig von den LeserInnen ignoriert.

Doch warum das Gejaule? Frau und Mann können sich doch das Bildmaterial auf den Presseseiten der Unternehmen oder Organisationen und Ministerien zusammensuchen. Nein, können sie nicht. Denn sehr oft werden Pressemitteilungen auf den krudesten Webseiten für Pressemitteilungen veröffentlicht. Oft findet man die PM aber erst Tage später auf der eigentlichen Presseseite des Unternehmens oder der Organisation. Und dann auch gern ohne Bild. Oder für den Pressebereich ist eine Anmeldung erforderlich – deren Prüfung und Freischaltung gut und gerne auch mal ein paar Tage in Anspruch nehmen kann.

Eine ebenfalls übliche Praxis: Für Bildmaterial wenden Sie sich gern per E-Mail an … Macht man sich die Arbeit und schreibt einer entsprechenden Person, dann kann schon mal Tage dauern, bis man seine Antwort mit einem Bild bekommt. Bis dahin ist mir als Editor oder Redakteur das Thema aber schon längst weggerutscht oder wurde im Netz schon so breit gestreut, dass ich es nicht mehr auf den von mir betreuten Webseiten nachreichen muss.

Vielleicht sollte die eine oder der andere Presseverantwortliche eine geringere Schlagzahl an Pressemeldungen in Betracht ziehen und dafür eher in die Bildauswahl intensivieren. Denn wir RedakteurInnen, die insbesondere Online gleich mehrere Kanäle, wie Webseite, Twitter, Facebook und Instagram bespielen, wir wollen gern zügig Inhalte für unsere LeserInnen veröffentlichen und diese ausdrucksstark bebildern. Da ist das Teaserbild, das ein Thema schmackhaft anbieten soll. Da ist das Portrait einer zitierten Person im Text. Da ist das Diagramm, welches das wichtigste Ergebnis einer Studie visualisiert. Und da ist womöglich auch noch ein real existierendes Produkt, das man auch mal zeigen könnte. Das sind nur VIER kleine Beispiele dafür, warum dieser Text hier notwendig ist.

Deshalb ist meine Empfehlung: Hinterlegen Sie auf Ihrem schnell und einfach zugänglichen Presseserver Bildmaterial zu einer Pressemeldung, packen Sie obendrauf auch noch Material zu Ihren zitierten Personen und planen Sie Budget für Infografiken und gute Produktfotos ein. Denn aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen: Gutes Bildmaterial hilft ungemein und erhöht die Chance auf Veröffentlichung.

jst-autorenbildÜber den Autor: Jens Stoewhase ist Geschäftsführer der Rabbit Publishing GmbH, die das Onlinejournal medienrot.de im Auftrag der Landau Media AG betreibt. Dabei ist er auch immer wieder als Produzent von Videoinhalten aktiv. Bis Ende 2011 betreute er selbst u.a. die digitalen Aktivitäten zahlreicher kommerzieller Kinder- und Jugendmagazine und YPS. Stoewhase arbeitete vorher jahrelang für den Onlinebereich der TV-Serie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“, als Freelancer im Musikbereich und entwickelte Konzepte für digitale Angebote im Entertainmentsegment.