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Correctiv-GF Simon Kretschmer zieht sich zurück

Simon Kretschmer zieht sich als Geschäftsführer des vielfach ausgezeichneten Recherchezentrums nach strategischer Weiterentwicklung, starkem Wachstum und erfolgreichem Ausbau in den letzten Jahren zurück. In dieser Zeit konnte sich Correctiv als Vorreiter des gemeinnützigen Journalismus in Deutschland etablieren.

Damit ist eine wichtige Stufe erreicht und die Zukunft sowie das weitere Wachstum von Correctiv gesichert. Für die künftige organisatorische Aufstellung habe Simon Kretschmer einen Entwicklungsprozess aufgesetzt, der Correctiv in der nächsten Zeit begleiten soll, heißt es in einer Pressemitteilung zum Rückzug.

Correctiv wurde 2014 gegründet und ist das erste spendenfinanzierte Recherchezentrum in Deutschland. Die ivestigativ arbeitende Redaktion bringt systematische Missstände ans Licht und will Veränderung anstoßen. Simon Kretschmer ist seit 2017 als Gesellschafter Teil des Kuratoriums des gemeinnützigen Recherchezentrums. Von 2018 bis 2022 übernahm er gemeinsam mit Co-Geschäftsführer David Schraven die Geschäftsführung.

In einer wirtschaftlich herausfordernden Lage stieg der langjährige Bertelsmann-Manager, u.a. Publisher von Capital, Business Punk und 11Freunde, vor fast vier Jahren in die Geschäftsführung des noch jungen Pioniers des spendenfinanzierten Journalismus ein. Verantwortlich für die geschäftliche Entwicklung und den strategischen Ausbau, trieb er den Marken- und Organisationsaufbau voran, professionalisierte die Fundraising-, System- und Projektlandschaft und schuf damit ein starkes und nachhaltiges wirtschaftliches Fundament sowie eine tiefe gesellschaftliche Verankerung.

In seiner Zeit wuchs Correctiv auf über 60 Mitarbeitende an drei Standorten, konnte die Gesamteinnahmen wesentlich steigern und hat sich international umfangreich vernetzen können. Die journalistische Reichweite erhöhte sich durch preisgekrönte investigative Recherchen und Faktenchecks mittels neuer Formate, umfangreicher Kooperationen und ausgebauter digitale Kanäle um ein Vielfaches. Über die verschiedenen erweiterten Projektbereiche wie der digitalen Journalistenschule Reporterfabrik, dem deutschlandweiten Lokalnetzwerk Correctiv.Lokal oder der selbst entwickelten Software für die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger CrowdNewsroom nehmen inzwischen Tausende von Menschen an Recherchen teil oder bilden ihre Medienkompetenz weiter. Um diese journalistische Wirkungskraft erreichen zu können, wurde die finanzielle Grundlage durch die Vervierfachung der jährlichen Spendeneinnahmen und durch das relevante Anwachsen der institutionellen Förderungen geschaffen.

Simon Kretschmer: „Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses wunderbare Team auf dem Weg begleiten und mit Leidenschaft unterstützen konnte. Die Herausforderungen für den Journalismus waren noch nie so anspruchsvoll und groß. Ein stabiles Fundament, großartige Inhalte und ein innovativer Geist können viel bewegen, sie sind die Grundlage, die Chancen erfolgreich zu nutzen. Wir konnten das gemeinsam erreichen, das macht mich sehr glücklich. Das letzte Jahr hat noch einmal alle unsere Erwartungen erheblich übertroffen und bildet einen runden Abschluss einer unglaublich bereichernden Zeit für mich. Ich danke dem gesamten Team von ganzem Herzen.“

David Schraven: „Als Gründer kann ich Simon für seine herausragende Tätigkeit und seinen Erfolg gar nicht genug danken. Er hat uns nicht nur in einer schwierigen Situation geholfen, sondern Correctiv auf eine völlig neue Stufe gehoben. Es ist beeindruckend, wie er uns auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet und ein langfristiges Wachstum sichergestellt hat. Es wird unmöglich sein, ihn zu ersetzen. Um so dankbarer sind wir als Team für die Zeit, in der uns Simon begleitet hat.“