
Die aktuelle Ausgabe des CMO Barometer 2026 zeigt: Künstliche Intelligenz ist nicht länger nur ein Trend, sondern die zentrale Führungsaufgabe im Marketing. 805 Chief Marketing Officer (CMOs) aus 15 Ländern bezeichnen AI als „Top-Thema 2026“ (68 %) und sehen sich selbst zunehmend in der Rolle von Chief Transformation Officers, die Unternehmen und Teams durch die tiefgreifende technologische Umwälzung führen müssen.
Die Studie, durchgeführt von der Serviceplan Group in Kooperation mit der Universität St. Gallen (HSG) und Heidrick & Struggles, verdeutlicht die Dimension der Veränderungen: Rollen, Aufgaben und Entscheidungslogiken im Marketing werden neu definiert. Effizienzsteigerung (51 %) und die intelligente Verzahnung von Mensch und Maschine (20 %) sind die Schlüsselaspekte der AI-Integration. CMOs müssen dabei vielfältige, oft widersprüchliche Fähigkeiten vereinen – von technologischem Know-how über Kundenorientierung bis hin zu Leadership und Teammanagement. Dominique Weiss von brandi nterim nennt dies „Change Agent sein“, Sara Terraneo von Arcaplanet betont die Verbindung von Vision und operativer Umsetzung.
Das Barometer zeigt zudem, dass die wirtschaftliche Stimmung eher vorsichtig ist: Nur 20 Prozent der Befragten erwarten eine Verbesserung der Wirtschaftslage, 29 Prozent rechnen mit einem Rückgang, 51 Prozent erwarten stabile Bedingungen. Auch bei den Marketing-Budgets dominieren Stabilität (38 %), während regionale Unterschiede auffallen: In Middle East und Teilen Westeuropas rechnen viele CMOs mit Wachstum, in Österreich hingegen mit Budgetkürzungen.
Neben AI bleiben klassische Marketingthemen wie Brand Building (17 %) und Personalisierung (8 %) relevant, allerdings immer im Kontext der neuen Technologien. CMOs erwarten von Agenturen weiterhin Kreativität (69 %), Innovation (61 %) und Proaktivität (54 %) – 2026 erstmals auch Unterstützung bei Transformationsprozessen (33 %). Julia Zimmermann von Serviceplan unterstreicht: „Vielmehr entwickelt sich Marketing zu einem zentralen Leistungsinstrument für ein modernes Unternehmen, in dem Zieldefinition, Markenentwicklung, Vertrauensbildung und technische Umsetzung zusammenlaufen – für einen maximalen ROI.“
Als wichtigste Informationsquellen nutzen CMOs LinkedIn und Social Media Posts relevanter Persönlichkeiten (60 %), Beratungs- und Agentur-Insights (48 %) sowie Branchenkonferenzen und Fachmessen (47 %). Prof. Dr. Sven Reinecke (HSG) betont, dass Marketingpraxis und Wissenschaft künftig enger zusammenarbeiten müssen, um Wissen digital, kreativ und praxisnah aufzubereiten.
Das CMO Barometer 2026 basiert auf einer Online-Befragung von 805 CMOs aus 14 europäischen Ländern und Middle East und liefert ein detailliertes Stimmungsbild sowie strategische Einschätzungen für das kommende Marketingjahr.