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BVDW-Umfrage zum Metaverse: Unternehmen müssen von der Gaming-Branche lernen

Jedes dritte Unternehmen plant, in Metaverse-Projekte zu investieren. Der Vorreiter im Metaverse ist unbestritten die Gaming-Industrie. In ihrem Fahrwasser wurde die Fashion-Industrie mitgezogen, wie die Expertenumfrage des BVDW zeigt. Unternehmen müssen jetzt von der Spielebranche lernen, um so ihren Kenntnisstand über das Metaverse auf den aktuellen Stand zu bringen. Das ist das Fazit einer Studie vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.

Laut der Ergebnisse vertreten 82 Prozent der Befragten die Ansicht, dass die Fashion-Branche am meisten vom Metaverse profitieren wird. Für die Medien- und Unterhaltungsbranche lag die Zustimmung der befragten Personen bei 74 Prozent. Insbesondere der Gaming-Sektor lebt vor, was das Metaverse auszeichnet: Es ist interaktiv, dezentral und immersiv.

Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle und -prozesse neu denken, um das Metaverse für sich nutzen zu können. „Während virtuelle Güter seit Jahren im Gaming präsent sind und zum Teil auch monetarisiert werden, war eine Entmaterialisierung der Mode im Consumer Bereich vor wenigen Jahren noch undenkbar. Inzwischen ist dies ein Megatrend. Dieses Entmaterialisieren wird das gesamte Fashion-Business prägen“, sagt Nico Wohlgemuth (DAYONE), stellvertretender Vorsitzender des Ressorts Metaverse im BVDW.

Mode- und die Unterhaltungsindustrie schreiten bereits seit Längerem im Schulterschluss voran. Dafür sprechen zahlreiche und frühzeitig eingegangene Kooperationen – von Fashion-Shows im Metaverse bis hin zu virtueller Markenkleidung in Spielen. Solche Kombinationen aus realen und virtuellen Welten werden in vielen Bereichen neue Entwicklungen nach sich ziehen: „Modeunternehmen, Beratungen und Digitalagenturen müssen sich jetzt mit den Möglichkeiten der neuen digitalen Ökosystemen auseinandersetzen. Wie kommen Avatare zu ihrer virtuellen Mode? Wie bewerbe ich meine Produkte im Metaverse und wie wird meine Marke zu einem Hype? Mit der richtigen Strategie lassen sich völlig neue Märkte erobern“, so Wohlgemuth.


All diese Entwicklungen gelten auch für andere Branchen. Für den Automobilbereich und die Fast-Moving-Consumer-Goods (FMCG) sehen die befragten Expertinnen und Experten ebenfalls Chancen, jedoch in deutlich geringerem Ausmaß. Einheitlich über alle Branchen hinweg werden sich die Auswirkungen für die einzelnen Unternehmensbereiche zeigen. Das Metaverse beeinflusst in erster Linie das Marketing und die PR, davon sind 87 Prozent der Expertinnen und Experten überzeugt. Knapp dahinter folgen E-Commerce-Aktivitäten, die von 71 Prozent der Befragten genannt wurden.

Gefragt nach den eigenen Investitionsplänen für Metaverse-Vorhaben, lieferten die befragten Fach- und Führungskräfte aus mehr als 14 Branchen ein differenziertes Bild: 35 Prozent wollen in den kommenden zwei Jahren in solche Projekte investieren. 34 Prozent sind noch unschlüssig, 26 Prozent haben keine Investitionspläne, die restlichen Personen machten keine Angaben.

„Die Unternehmen können in Deutschland mit ihren geplanten Metaverse-Investitionen eine Eigendynamik auslösen. Allerdings muss der Jobmarkt zwingend auf die neuen Anforderungen vorbereitet sein. Hier brauchen wir eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Bildungsinstitutionen und Forschungseinrichtungen, um ein weitreichendes Offshoring zu vermeiden. Zukunftstechnologien müssen in die Lehrpläne aufgenommen werden, um den Nachwuchs auf künftige Anforderungen vorzubereiten. Dazu gehört auch das Metaverse”, so Carsten Rossi (Kammann Rossi), Leiter des Labs Metaverse: Society – General Framework, Ethics und Sustainability im Ressort Metaverse des BVDW.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass viele Unternehmen das Metaverse noch als eine abstrakte Technologie für eine ferne Zukunft betrachten. Der BVDW sieht den Grund in erster Linie im mangelnden Verständnis und dem geringen Kenntnisstand für dieses vielschichtige Thema. Als Expertenforum sieht der BVDW seine Aufgabe darin, interdisziplinäres Wissen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufzubauen, um für die bereits heute existierenden Zukunftstechnologien gerüstet zu sein und diese aktiv nutzen zu können.


Zur Umfrage
Der BVDW hat zwischen dem 28. Juni und 15. Juli 2022 online 111 Fach- und Führungskräfte von digitalen Dienstleistern und Unternehmen befragt. Die digital ermittelten Umfrageergebnisse liefern einen Indikator, inwiefern das Metaverse unsere Gesellschaft, Politik und Wirtschaft verändern wird.


Quelle: PM BVDW