
Die Bundesregierung hat eine zentrale Projektwebseite zur geplanten EUDI-Wallet freigeschaltet. Die digitale Brieftasche soll ab 2027 als sogenannte Bürger-App starten und es ermöglichen, Ausweise, Führerscheine und weitere Nachweise auf dem Smartphone zu speichern und EU-weit zu nutzen.
Die neue Webseite soll erstmals einen gebündelten Überblick über Funktionsweise, Entwicklungsstand und geplante Anwendungen geben. Die EUDI-Wallet ist als Teil eines europäischen Identitätsökosystems konzipiert, in dem Nutzer:innen selbst bestimmen können, welche Daten sie weitergeben. So soll etwa „die Volljährigkeit bestätigt werden, ohne weitere persönliche Daten offenzulegen“.
Parallel zeigt sich jedoch, dass das Projekt in der Bevölkerung bislang kaum angekommen ist. Laut einer Bitkom-Erhebung haben 52 Prozent der Befragten noch nie von der EUDI-Wallet gehört, weitere 18 Prozent kennen den Begriff, wissen aber nicht, worum es sich handelt. Nur ein kleiner Teil der Befragten gibt an, das Konzept bereits gut zu verstehen oder erklären zu können.
Die Wallet ist nicht als isolierte App geplant, sondern als technologische Grundlage für zahlreiche digitale Dienste. Behörden, Unternehmen und andere Organisationen sollen darauf aufbauen und eigene Anwendungen entwickeln können. Auch eine grenzüberschreitende Nutzung innerhalb der EU ist vorgesehen, um digitale Identitäten einheitlich verfügbar zu machen.
Der Start ist nach aktuellem Stand für Anfang 2027 vorgesehen. Die Bundesregierung setzt dabei auf ein Zusammenspiel aus Verwaltung, Technologieunternehmen und europäischen Partnern, um die technische Infrastruktur aufzubauen und Anwendungen zu ermöglichen.