Newsletter

Betont aufgeschlossen und bitte keine Klischees! 5 Tipps für eine inklusive Karriereseite

Foto: © AdobeStock/NDABCREATIVITY

Vielfalt ist Stärke. Dieser Grundsatz hält auch langsam in der Arbeitswelt Einzug, wo Menschen mit Handicap immer stärker in den Fokus rücken. Doch dort wo alles startet, den Karriereseiten, findet sich noch Verbesserungspotenzial, um Menschen mit Behinderung auf Augenhöhe anzusprechen. Tipps für eine inklusive Karriereseite gibt’s von PR- und Storytelling-Expertin Nora Feist.

Menschen mit Behinderung zu beschäftigen bedeutet, Mitarbeitende mit einer sehr hohen Motivation zu bekommen, die das Team mitreißen können. Im Kollegenkreis wiederum werden Problemlösungsfähigkeiten geschult sowie Empathie und soziale Kompetenzen ausgebaut. Dieser Prozess passiert nicht von heute auf morgen und schon gar nicht auf Knopfdruck. Das Ziel sollte nicht sein, Personen mit Behinderung einzustellen, um Personen mit Behinderung einzustellen. Die Bemühung sollte dahin zielen, dass sich alle Bewerbenden gleichermaßen angesprochen und willkommen fühlen.

Eine echte Teilhabe in allen Lebensbereichen und vor allem am Arbeitsplatz fängt zwangsläufig bei den Unternehmen an. Stellenangebote auf Karriereseiten müssen alle Bevölkerungsgruppen ansprechen und inklusiv gestaltet sein. Nora Feist, die als Geschäftsführerin der Berliner Agentur für PR und Brand Storytelling Mashup Communications u.a. den Bereich Employer Branding verantwortet, zeigt zusammen mit Nils Dreyer, Projektleiter von Inklupreneur, wie die eigene Karriereseite Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen anspricht und begeistert.

1. Authentizität vermitteln
Eine Jobseite lebt von authentischen Geschichten aus dem Unternehmensalltag, um Talenten einen nahbaren Einblick hinter die Kulissen zu geben. Hier bietet es sich an, Mitarbeiter:innen zu Wort kommen zu lassen und potenziellen Bewerber:innen schon ein Gefühl zu geben, wie es ist Teil des Teams zu sein. Arbeiten Menschen mit Behinderung im Unternehmen, eignen sich hier Interviews und Statements in Form von Mitarbeitervideos, um der Wertekultur einer Organisation Ausdruck zu verleihen.

2. Finger weg von klischeehaften Stockfotos 
Bilder mit Personen zu nutzen, die nicht im Unternehmen arbeiten, ist nicht empfehlenswert! Eine ehrliche und aufrichtige Offenheit kann auch durch entsprechende Leitbilder einer Firma belegt und veranschaulicht werden. „Bei der Bilderstellung sollten Organisationen darauf achten, Personen im Rollstuhl nicht von oben herab zu fotografieren, sondern möglichst auf Augenhöhe. Zudem gibt es mittlerweile einige schöne Beispiele, wie die Beeinträchtigung nicht zu sehr im Fokus steht, sondern erst auf den zweiten Blick sichtbar wird“, so der Projektleiter von Inklupreneur Nils Dreyer. Die Plattform Gesellschaftsbilder hat sich beispielsweise darauf spezialisiert und stellt Bilder zur Verfügung, die die Vielfalt der Gesellschaft abbilden. Unterschiedliche Beeinträchtigungen zu zeigen, die weg von Klischees gehen, wirkt sich sogleich positiv auf den ersten Eindruck einer Karriereseite aus.

3. Benefits und Zielsetzungen ehrlich kommunizieren
Auch wenn Firmen noch nicht an dem Punkt sind, dass sie Mitarbeitende mit Beeinträchtigung beschäftigen, können entsprechende Benefits und Zielsetzungen auf der Karriereseite kommuniziert werden. So zeigen Unternehmen, dass ein Platz für Menschen mit einer Behinderung in der Organisation geschaffen wird und auch besondere Anforderungen willkommen sind. Dies senkt die Hürde bei Menschen mit Handicap, sich zu bewerben. Darüber hinaus können Firmen ihr Bestreben, inklusiv zu sein, offen aussprechen. Unterstützt ein Unternehmen inklusive Projekte, bietet es sich an, das beispielsweise in Form eines Statements für alle Besucher:innen der Karriereseite zu visualisieren. Ein paar direkte, klar positionierte Sätze öffnen mentale Türen für potenzielle Bewerber:innen.

4. Auf technische Barrierefreiheit achten
Menschen mit Behinderung nehmen die Welt um sie herum anders wahr. Barrierefreiheit im Netz bedeutet auch, die technische Komponente dahinter zu berücksichtigen. Zwar gibt es heutzutage praktische Hilfsmittel wie Screenreader, um beispielsweise blinden oder sehbehinderten Menschen die Reise durch das Netz zu ermöglichen. Allerdings müssen diese auch reibungslos funktionieren – das geht nur, wenn richtige Voraussetzungen auf der Karriereseite gegeben sind. Audioformate sind für Menschen mit einer Sehbehinderung eine Erleichterung, da sie sich die Texte vorlesen lassen können. Bildbeschreibungen und Alternativtexte vermitteln sehbehinderten Bewerber:innen eine Vorstellung der visuellen Inhalte. Zudem öffnet eine barrierefreie und einfache Sprache die Tür für alle Talente – nicht nur für Menschen mit Handicap. Wichtiger Tipp: Die Navigation auf der Karriereseite so simpel wie möglich gestalten und sich nicht in endlosen Unterseiten verlieren.

5. Inklusionsgedanke als Teil der Unternehmens-DNA sichtbar machen
Wer als Unternehmen den Inklusionsgedanken kommunizieren möchte, muss sicherstellen, dass dieser nicht nur in der DNA verankert ist, sondern auch von allen Beschäftigten gelebt wird. Geschäftsführung und Personalabteilung sollten sicherstellen, dass ihre Beschäftigten aufgeschlossen und rücksichtsvoll gegenüber Minderheiten sind. „Ein gemeinsam aufgesetztes Manifest oder Wertesystem, das von allen Mitarbeitenden getragen wird und zu dem sich jede:r verpflichtet, ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer inklusiven Unternehmenskultur“, so Nora Feist von Mashup Communications. Solch ein Manifest oder Siegel, wie beispielsweise das von Inklupreneur oder auch der Charta der Vielfalt, genauso wie Programme oder Statements von Mitarbeitenden, untermauern den inklusiven Gedanken einer Organisation. So sind sie auf der Karriereseite genau richtig angesiedelt, um konkrete Belege nach außen zu tragen.

Fazit: Alle Menschen ansprechen und willkommen heißen
Jede Organisation profitiert von Inklusion. Bei einer integrativen Employer-Branding-Strategie geht es vor allem darum, authentisch, empathisch und offen zu sein und den Kreis der Talente zu erweitern. Wenn sich alle Mitarbeiter:innen verbunden, vertreten und engagiert fühlen, ist der erste Schritt bereits getan. Am Ende profitieren alle von einer inklusiven Arbeitswelt, die besonderen Bedürfnissen Rechnung trägt. Das fängt mit dem ersten Besuch der Karriereseite eines Unternehmens an.

Quelle: PM Mashup Communications