
Beatrice Sauerbrey ist seit dem 15. August 2026 Geschäftsführerin des Medienrats. Die gebürtige Weimarerin verantwortet den weiteren Aufbau der Geschäftsstelle, die an der Bauhaus-Universität Weimar angesiedelt ist. Sie unterstützt den Medienrat künftig organisatorisch und fachlich und koordiniert seine wissenschaftlichen Arbeitsprozesse.
Der Medienrat ist ein unabhängiges Sachverständigengremium, das von den Bundesländern auf Grundlage des Reformstaatsvertrags für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk eingerichtet wurde. Das sechsköpfige Gremium soll überprüfen, inwieweit ARD, ZDF und Deutschlandradio ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen. Die Bewertung soll unabhängig, wissenschaftlich fundiert und nach einheitlichen Maßstäben erfolgen.
Alle zwei Jahre will der Medienrat seine Ergebnisse in einem Auftragsbericht veröffentlichen und daraus Empfehlungen für die Weiterentwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ableiten. Damit soll erstmals eine anstaltsübergreifende und systematische Grundlage für die Bewertung der Auftragserfüllung geschaffen werden.
Die Geschäftsstelle soll dafür die organisatorische und fachliche Infrastruktur bereitstellen. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Koordination der Evaluations- und Berichtsprozesse, die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen sowie die Vorbereitung und Durchführung der Evaluierungsverfahren.
„Mit Beatrice Sauerbrey haben wir eine Persönlichkeit gewonnen, die eine wissenschaftsorientierte Perspektive mit umfassender Erfahrung in der Mediengremienarbeit und ausgeprägter organisatorischer Gestaltungskompetenz verbindet“, sagt Nathalie Wappler, Vorsitzende des Medienrats. Die Geschäftsstelle sei eine zentrale Voraussetzung für eine „unabhängige, professionelle und wissenschaftlich fundierte Evaluierung der Auftragserfüllung“.
Sauerbrey bringt Erfahrung aus der Mediengremienarbeit und der Koordination komplexer Entscheidungsprozesse mit. Sie studierte Medienwissenschaft sowie interkulturelle Wirtschaftskommunikation an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und absolvierte einen Studienaufenthalt an der University of Limerick in Irland. Zudem sammelte sie medienpraktische Erfahrungen in Deutschland, Irland und Großbritannien.
Seit 2022 war Sauerbrey Vorsitzende des Programmausschusses Leipzig des MDR-Rundfunkrats. In dieser Funktion leitete sie die Ausschussarbeit, begleitete die strategische Programmbeobachtung sowie Evaluierungs- und Berichtsprozesse und moderierte Abstimmungs- und Entscheidungsverfahren innerhalb der Gremienarbeit des MDR. Von 2015 bis 2024 arbeitete sie zudem als Referentin der Parlamentarischen Geschäftsführung und für Europapolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Thüringer Landtag.
Mit ihrem Wechsel zum Medienrat hat Sauerbrey ihre bisherigen Funktionen beim MDR niedergelegt. Sie gab sowohl den Vorsitz des Programmausschusses als auch ihr Mandat im Rundfunkrat ab. Damit sollen mögliche Interessenkonflikte zwischen ihrer bisherigen Gremienfunktion und ihrer neuen Aufgabe ausgeschlossen werden.
„Die unabhängige Evaluierung der Auftragserfüllung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist eine Aufgabe von hoher gesellschaftlicher Bedeutung“, sagt Sauerbrey. Ihr Anspruch sei es, eine Geschäftsstelle mit „verlässlichen Verfahren, wissenschaftlicher Qualität und effizienten Arbeitsstrukturen“ aufzubauen. Dass diese an der Bauhaus-Universität Weimar angesiedelt ist, freut die gebürtige Weimarerin besonders: „Weimar ist meine Heimat und ein Ort, an dem Medien, Wissenschaft und öffentlicher Diskurs in besonderer Weise zusammenkommen.“