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Augen auf, wenn es um Firmenhymnen geht!

Firmenhymnen werden in Zeiten von Share-Buttons und Retweets zu einer echten Herausforderung.

Das muss gerade McDonald’s (YouTube >>) erfahren. Für ein Musikvideo, das auf einen Recruiting-Day aufmerksam machen sollte, musste das Burger-Imperium harsche Kritik einstecken. Die YouTube-ZuschauerInnen machten sich mit harten Worten lustig über den Liedtext – und den etwas zu ambitionierten Tanzstil im Spot.

Tatsächlich kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Bauchlandungen, wenn Firmen ihr Employer-Branding oder das Recruiting mit viralen Musikvideos vorantreiben wollten. Schon vor Jahren flog das Video eines Firmenevents von Air Berlin (MyVideo >>) durch das Netz und sorgte für zahllose Lacher und viel Häme. Die Sparda-Bank (Youtube >>) schickte kürzlich ihre Azubis mit einem selbstgetexteten Rap-Video ins Rennen und hatte damit offenbar aich nicht den Geschmack der Leute getroffen. BMW (YouTube >>) und Edeka (YouTube >>) hatten ebenfalls kein Glück. Auf Facebook kursiert seit wenigen Tagen das Video einer Veranstaltung der Firma Kaufland (Facebook >>). Die Kommentare unter dem Beitrag lassen sich auch nur mit einer rosaroten Brille als Zustimmung umdeuten.

Allein diese Beispiele dürften verdeutlichen: Die Adaption popkultureller Mechanismen für die Arbeitswelt können funktionieren, müssen es aber nicht. Glaubwürdigkeit und Echtheit sollte man auch nicht mit Peinlichkeit verwechseln. Natürlich wird die Suche nach den besten Köpfen von morgen immer wichtiger und es bedarf neuer und manchmal auch unkonventioneller Methoden. Aber eine professionelle Videocrew und ein günstiges Musikstudio reichen nicht aus, um Menschen für die Belange eines Unternehmens oder einer Organisation zu begeistern. MitarbeiterInnen, Azubis oder PraktikantInnen sind eben nur in den seltensten Fällen gute TexterInnen, SängerInnen oder TänzerInnen. Denn dafür wurden sie auch nicht eingestellt.

Weitere Infos auf horizont.net >>

Über den Autor: Jens Stoewhase ist verantwortlicher Redakteur für medienrot.de und Geschäftsführer der Rabbit Publishing GmbH, die dieses Onlinejournal im Auftrag der Landau Media AG betreibt. Bis Ende 2011 betreute er selbst u.a. die digitalen Aktivitäten zahlreicher kommerzieller Kinder- und Jugendmagazine und YPS. Stoewhase arbeitete vorher jahrelang für den Onlinebereich der TV-Serie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ und als Freelancer im Musikbereich und entwickelte Konzepte für digitale Angebote im Entertainmentsegment.