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Alle Boygroup-Klischees in dreieinhalb Minuten!

Foto: Screenshot YouTube / Boygroup Boys

Foto: Screenshot YouTube / Boygroup Boys

Die Neunziger waren das Jahrzehnt der Boygroups. Take That, die Backstreet Boys, *NSYNC & Co. sorgten für Hysterie bei den zumeist weiblichen Fans. Und auch heute noch sorgen z.B. die Jungs von One Direction bei dem einen oder der anderen für Kreischalarm.

Dass hinter all diesen Boygroups ein und dasselbe Konzept steht, zeigt ein Clip, der aktuell im Netz für gute Unterhaltung sorgt: das Musikvideo „We Are The Boys“ der Fake-Boyband Boygroup Boys.

Der dreieinhalbminütige Clip erzählt sämtliche Klischees zum Thema Boygroups: Fünf von Marketingabteilungen zusammengecastete junge Männer singen durchgeskriptete, leicht verdauliche Popsongs. Das „Konzept Boygroup“ wird in dem erfrischend ehrlichen Songtext von „We Are The Boys“ offengelegt: Einer singt, die anderen sehen nur gut aus und singen im Background. Dass die Jungs in ihren identischen Outfits so tun, als seien sie beste Freunde, versteht sich von selbst. Natürlich vereint die Gruppe unterschiedliche Männertypen – Geschmäcker sind schließlich verschieden. Es gibt einstudierte Tanzchoreografien – bevorzugt während des Refrains –, Sport, viel nackte Haut und die obligatorische Lovestory. All das ist natürlich „part oft he contract“. Und auch ein Rap-Part darf nicht fehlen. Voll Gangsta!

Die unterhaltsame Parodie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Werbeagentur DDB Düsseldorf, der Produktionsfirma Markenfilm und Mokoh Music, Regie führte Djawid Hakimyar. Gedreht wurde in Hamburg. Seit dem 6. Juli ist das Video auf dem eigens gelaunchten YouTube-Channel der Band zu finden und verzeichnet dort bereits mehr als 100.000 Aufrufe. Und auch in den sozialen Netzwerken macht der Clip die Runde.

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Dennis May

Auf unsere Nachfrage, ob hinter dem Video eine Kampagne steht, erklärt Dennis May, Kreativgeschäftsführer bei DDB Düsseldorf: „Nein, das Video ist einfach nur ein schönes Stück Entertainment, das möglichst vielen Menschen Freude machen soll. Und ganz nebenbei zeigt, was für schöne Filme ‚Markenfilm Crossing‘ dreht und was für tolle Musik ‚Mokoh Music‘ produziert.“ Und auch die Agentur dürfte sich mit dieser Kreation empfohlen haben.

Dass die Popakademie Baden-Württemberg zunächst in verschiedenen Berichten als Mitauftraggeber des Videos genannt wurde, erwies sich übrigens als Falschmeldung, wie die Kollegen swr3.de hier richtigstellen.

Ob auf ähnlich unterhaltsame Weise bald auch anderer Musikgenres, wie HipHop, Techno oder Rock, auf die Schippe genommen werden? „Wir können noch nichts versprechen – aber wenn es weiter so gut ankommt, dann könnte das schon passieren“, so Dennis May. Wir würden uns freuen!


Nicole-Storch_2015_150x150pxÜber die Autorin: Nicole Storch ist freiberufliche Autorin für Print und Online. Zuvor betreute sie als Redakteurin beim Egmont Ehapa Verlag zahlreiche Kinder- und Jugendzeitschriften. Während ihres Studiums der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der UdK Berlin arbeitete sie bereits als freie Texterin für verschiedene Agenturen.