Agenturbranche: Mitarbeitende fühlen sich wertgeschätzt, Vielfalt bleibt ausbaufähig

Laura Schlotthauer, Sprecherin des GWA-Forum DEI&B und Autorin der Diversity Umfrage (© GWA)
Laura Schlotthauer, Sprecherin des GWA-Forum DEI&B und Autorin der Diversity Umfrage (© GWA)

Die Mehrheit der Beschäftigten in Deutschlands führenden Kommunikationsagenturen empfindet ihren Arbeitsalltag als wertschätzend und inklusiv. Zugleich zeigt die aktuelle GWA Diversity Umfrage 2025, dass die Branche in Bezug auf ethnische, internationale und altersbezogene Vielfalt weiterhin homogen bleibt. Erstmals konnten die Befragten in der Online-Erhebung freiwillig Angaben zu Identität, Religion, Neurodiversität und weiteren Diversitätsdimensionen machen.

Die Ergebnisse zeigen, dass 67 Prozent der Mitarbeitenden ihre Agentur als wertschätzend wahrnehmen, 74 Prozent ein starkes Zugehörigkeitsgefühl empfinden. Innerhalb der Teams ist die positive Wahrnehmung noch ausgeprägter: 89 Prozent fühlen sich wertgeschätzt und respektiert.

„Dass sich die Mehrheit der Mitarbeitenden in ihren Agenturen und Teams sicher und respektiert fühlt, ist gerade in herausfordernden Zeiten wie diesen eine sehr positive Nachricht“, erklärt Laura Schlotthauer, Sprecherin des GWA-Forum DEI&B und Autorin der Diversity Umfrage. „Zumal sich angesichts von Wirtschaftskrise und Transformationsdruck in vielen Agenturen die Prioritäten derzeit verschieben und Diversität leider oftmals nicht mehr den gleichen Stellenwert hat, wie noch vor ein paar Jahren. Umso wichtiger ist es, dass Agenturen Diversität als strukturelles Asset erkennen. Nicht akzeptabel ist, dass 22 Prozent der Befragten Diskriminierungserfahrungen am Arbeitsplatz gemacht haben. Der GWA setzt sich deshalb dafür ein, gemeinsam mit seinen Mitgliedsagenturen weitere Verbesserungen zu erreichen und betroffene Mitarbeitende aktiv im Umgang mit Diskriminierung zu unterstützen.“

Homogene Branchenstruktur

Die Umfrage zeigt zudem, dass die Agenturbranche strukturell weiterhin relativ homogen ist. 68 Prozent der Mitarbeitenden sind zwischen 25 und 44 Jahren alt. Jüngere Beschäftigte unter 24 Jahren machen nur fünf Prozent aus, ältere über 55 Jahre etwa sieben Prozent. Frauen stellen 63 Prozent der Belegschaft, Männer 31 Prozent, knapp vier Prozent identifizieren sich als divers. In Bezug auf sexuelle Orientierung geben über 80 Prozent Heterosexualität an, rund fünf Prozent Homosexualität.

Ethnische Vielfalt bleibt ebenfalls begrenzt: 90,5 Prozent der Befragten sind weiß, 4,6 Prozent bezeichnen sich als People of Color, 1,2 Prozent als Schwarz. Rund 23 Prozent haben einen Migrationshintergrund, davon knapp zehn Prozent keinen deutschen Pass. Drei Viertel der Mitarbeitenden sind religionslos, unter den Gläubigen stellen Christ:innen die Mehrheit.

Auch das Bildungsniveau zeigt ein klares Muster: Knapp 70 Prozent der Beschäftigten haben einen Hochschulabschluss, mehr als ein Drittel davon ein Master- oder Diplomstudium. Alternative Bildungswege sind selten. Knapp ein Drittel der Mitarbeitenden sind Eltern, darunter 59 Prozent Frauen und 34 Prozent Männer.

„Die Agenturbranche ist seit vielen Jahren durch eine relativ homogene Mitarbeitendenstruktur geprägt. Ich würde mir wünschen, dass sich dies in Zukunft ändert und dass sich unsere Branche weiter öffnet – für Menschen verschiedenen Alters, verschiedener Herkünfte und auch mit verschiedenen Bildungsabschlüssen“, so Schlotthauer. „Vielfalt ist kein Selbstzweck, sondern Innovationsmotor. Unterschiedliche Perspektiven fördern kreatives Denken und stärken die Arbeitgeberattraktivität.“

Zentrale Ergebnisse der GWA Diversity Umfrage 2025 auf einen Blick

  • 75 Prozent der Befragten fühlen sich von ihrer Agentur oder ihrem Team wertgeschätzt
  • Führung wird überwiegend als inklusiv und unterstützend wahrgenommen
  • Mitarbeitende fühlen sich gehört und können ihre Meinung frei äußern
  • 22 Prozent berichten von Diskriminierungserfahrungen, am häufigsten aufgrund von Geschlecht (13 Prozent) und Alter (5,6 Prozent)
  • Frauen fühlen sich häufiger aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt, Männer häufiger wegen ihres Alters
  • 70 Prozent der Befragten sind zwischen 25 und 44 Jahren alt, nur 5 Prozent unter 24 Jahren
  • 63 Prozent sind Frauen, 31 Prozent Männer, knapp 4 Prozent divers
  • 80 Prozent heterosexuell, 5 Prozent homosexuell
  • 90,5 Prozent weiß, 4,6 Prozent POC, 1,2 Prozent Schwarz
  • 23 Prozent mit Migrationshintergrund, davon knapp 10 Prozent ohne deutschen Pass
  • 68 Prozent haben einen Hochschulabschluss, davon 36 Prozent Master/Diplom

Methodik

An der Online-Erhebung nahmen 1.027 Personen aus 90 GWA-Mitgliedsagenturen teil. Der Erhebungszeitraum war vom 30. Juni bis 1. August 2025. Die Umfrage wurde in Kooperation mit Appinio durchgeführt und erstmals um Selbstauskünfte zu Identität, Religion, Neurodiversität und weiteren Diversitätsdimensionen erweitert.

gwa.de