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Agentur-Nachwuchs: We want you!

Foto: © AdobeStock / ibreakstock

Wer nach der Uni in einer Agentur anheuert, macht das eigentlich nicht zufällig. Das hat Gründe: Agenturen zahlen meist schlechter, die Arbeitszeit ist schwer kalkulierbar und der Auswahlprozess ist oft nicht ohne. Soweit die Vorurteile. Doch fernab aller Klischees findet man in der richtigen Agentur ein Arbeitsumfeld, das nicht nur fordert, sondern massiv fördert. Und genau deshalb sollten auch alle Anti-AgenturlerInnen mal einen Blick in unsere verrückte, liebenswerte Welt riskieren.

Die Geschichte beginnt oft gleich. Man hat irgendwas mit Medien studiert. Oder Sprachen. Oder auch etwas komplett anderes, wie Geographie oder Geschichte. Die Frage, die solchen Studierenden aber gestellt wird, ist immer dieselbe: „Und was machst du damit mal?“ Denn im Gegensatz zu JuristInnen oder MedizinerInnen ist der berufliche Werdegang für uns nicht vorgezeichnet. Wer jetzt laut ruft, dass wir alle TaxifahrerInnen werden, dem sei gesagt: Das ist in Zeiten von Uber auch nicht mehr so easy. Wie dem auch sei, beginnt spätestens zum Ende des Studiums die Suche nach dem passenden Job. Die Möglichkeiten sind extrem vielfältig, aber wer lange genug stöbert, stolpert früher oder später über Einsteigerpositionen in diversen Agenturen.

Ganz nach dem Motto „Good help is hard to find“ suchen Agenturen längst nicht mehr nur nach studierten Kommunikations- oder MedienwissenschaftlerInnen oder Absolventinnen aus der Online-Kommunikation oder dem Journalismus. Nun stellt sich die Frage „Bewerben oder nicht?“ Hier mein Aufruf: Ja, bitte! Unbedingt! Jetzt!

Vom Studi zum Trainee

So eine Bewerbung für ein Traineeship in einer Agentur möchte natürlich gut überlegt sein. Wenngleich sich immer mehr GründerInnen und GeschäftsführerInnen für einen fairen Lohn stark machen, darf sich der Agentur-Nachwuchs erstmal auf zunächst eher magere Zeiten einstellen. Wo die Kumpels aus der BWL mit knackigen 50K einsteigen, freuen sich angehende Beraterinnen in der Kommunikation schon über 25K. Das Einstiegsgehalt liegt in der Branche in der Regel zwischen 1.600 und 2.200 Euro brutto. Leider nicht besonders viel. Mit abgeschlossenem Hochschulstudium hat man sich dann doch mehr versprochen. Ein Traineeship ist aber am Ende nichts anderes als eine kurze betriebliche Ausbildung, dementsprechend wird das Gehalt entsprechend angesetzt.

Doch was die Agentur dem Nachwuchs an finanziellem Spielraum nicht bieten kann, macht sie an Möglichkeiten zum Wachsen wieder wett. In keiner Zeit hat man so viel Raum, die eigenen Talente und Stärken zu entdecken und auszutesten wie in der Zeit als Trainee. Mit einer entsprechenden Ausbilderin oder Mentorin an der Seite kommt man als angehende Beraterin aus dem Staunen nicht mehr raus. Gerade die PR schockt und fasziniert zugleich: Der erste Pitch beim Journalisten verursacht auch bei der größten Sprücheklopferin erstmal Schnappatmung, die erste Pressemeldung will so gar nicht funktionieren und auch inhaltlich steht man ständig vor völlig neuen Herausforderungen. Gerade bei uns bei Oseon, die wir einen Kundenstamm aus der IT und dem Tech-Bereich haben, kommt man zu Beginn relativ schnell an einen Punkt, an dem man gedanklich aufgegeben möchte. Aber: Es fühlt sich unsagbar gut an, wenn man dann eine um die andere Herausforderung meistert.

Liebenswerte Agenturwelt

Egal ob man mit festem Plan in die Agenturwelt einsteigt oder, wie in meinem Fall, doch komplett zufällig, möchte ich hier eine Lanze für die Agenturen dieser Welt brechen. Sie stehen bei den meisten AbsolventInnen weiß Gott nicht ganz oben auf der Liste der Wunscharbeitgeber – dabei gibt es hier so viel zu holen!

Die Möglichkeiten Neues zu lernen und zu entdecken, sind hier so umfangreich wie in kaum einer anderen Umgebung. Kleine Agenturen haben meist einen thematischen Fokus, große bieten oft die ganze Palette von Consumer- bis Tech-Themen. Damit bleibt es im Alltag abwechslungsreich. Verschiedene Accounts, unterschiedliche Menschen, wechselnder fachlicher Anspruch: So ein Umfeld sorgt für Spannung, schafft aber andererseits die Möglichkeit, eine Passion für Themen zu entdecken, die man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. Aber nicht nur thematisch, sondern auch fachlich ist das Potenzial riesig. Nach bald vier Jahren auf Agentur-Seite kann ich sagen, dass immer wieder neue Dinge anstehen und Aktionen geplant werden, die zu meiner fachlichen Weiterentwicklung beitragen. Ob zu Beginn der Laufbahn, als es darum ging, das Handwerkszeug einer PRlerIn zu lernen, oder später, als erste Events geplant wurden, man ein Video produzierte oder im Namen der Agentur auf Veranstaltungen spricht.

Was die Arbeit in der Agentur zusätzlich auszeichnet, ist all das schmückende Beiwerk, das für Stimmung sorgt. Egal wie unkalkulierbar die Arbeitszeiten hin und wieder mal sein mögen, sind Arbeitszeiten sonst selten so flexibel wie hier. Gleitzeit macht Lerchen und Eulen glücklich, Homeoffice schafft zusätzliche Flexibilität. Bei uns gibt es zudem mittlerweile drei Hunde, die ganz selbstverständlich zum Team gehören. Bei uns in der Agentur gibt es zwar nicht den obligatorischen Tischkicker, dafür aber eine riesige Dachterrasse, auf der wir jeden Mittwoch grillen und eine große Küche mit stets vollem Weinregal und jeder Menge Süßigkeiten und Chips. Ganz zu schweigen von den Team Days oder den Weihnachtsfeiern – von der Lama-Wanderung über die Weinprobe bis zum Ausflug ins Kloster spendiert die Chefetage dem Team über das Jahr tolle Erlebnisse. Insgesamt hat die Arbeit ein ganz eigenes Flair: ob im Fatboy in der Küche oder im Liegestuhl auf der Terrasse.

Agentur-Nachwuchs: Kommt zahlreich!

Geschenkt, dass das Thema Geld wohl eher weniger ausschlaggebend für die Bewerbung als Trainee ist. Aber dennoch: Bewerbt euch! Klar, tolle Jobs gibt es auch woanders. Aber eben auch bei uns! Ein Job, der thematische Vielfalt mit sich bringt, der Raum zur Entwicklung von Talenten und neuen Leidenschaften lässt und der jeden Tag für eine Überraschung gut ist. Riskiert einen zweiten Blick auf uns AgenturlerInnen, die wir von Thema zu Thema wechseln, Accounts betüdeln und im Liegestuhl mit dem Laptop auf dem Schoß an Strategien feilen. Wir brauchen euch junge Talente.


Über die Autorin: Julia Bellinghausen ist Senior Campaign Managerin bei der Kommunikationsagentur Oseon. Dort koordiniert sie Etats in den Bereichen Fintech und HR. Sie erreichen sie per Mail unter jule@oseon.com.