Daniel Günther startet auf TikTok

Foto: © Frank Peter

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nutzt jetzt auch TikTok, um Menschen auf der Videoplattform zu erreichen. Mit dem Schritt reagiert er auf die wachsende Bedeutung sozialer Medien für politische Information und Kommunikation.

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Daniel Günther ist jetzt auch auf TikTok aktiv. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein hat seinen Account unter dem Namen @mp.schleswig-holstein am Tag der Deutschen Einheit gestartet. Gegenüber den Lübecker Nachrichten und den Kieler Nachrichten begründete er den Schritt mit der Bedeutung der Plattform für die politische Meinungsbildung: „Die letzten Wahlen haben mir gezeigt, dass dieses Medium viel verändern kann.“

Günther verwies dabei auf Menschen, die ihre Informationen über TikTok beziehen. Zwar habe er zunächst mit dem Medium gefremdelt, erklärte der CDU-Politiker. „Aber wir dürfen den Kampf auf diesem Feld nicht den Extremen überlassen.“

Politische Kommunikation auf Kurzvideo-Plattformen

Hintergrund sind die jüngsten Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Die AfD, die auf TikTok stark präsent ist, erreichte in Sachsen-Anhalt 43,8 Prozent der Stimmen. In Berlin kam Die Linke auf 25,7 Prozent. Die Bundestagsfraktionsvorsitzende der Linken, Heidi Reichinnek, erzielt mit politischen Kurzvideos auf TikTok ebenfalls hohe Reichweiten.

Mit seinem Account will Günther künftig regelmäßig auf der Plattform vertreten sein. Eine Sprecherin der Staatskanzlei bestätigte dies. Das erste Video des Ministerpräsidenten war laut Staatskanzlei bis zum Zeitpunkt der Berichterstattung rund 73.600 Mal aufgerufen worden. Am Morgen des 8. Oktober folgten dem Account gut 2.800 Menschen; die veröffentlichten Beiträge hatten zusammen rund 10.200 Likes erhalten.

Soziale Medien werden für Politiker:innen wichtiger

Günther ist nicht der einzige Spitzenpolitiker aus Schleswig-Holstein, der TikTok nutzt. SPD-Spitzenkandidat Ulf Kämpfer ist dort seit Mai vertreten, Sozialministerin Aminata Touré von den Grünen bereits länger.

Die Entwicklung zeigt, welche Bedeutung soziale Netzwerke für die politische Kommunikation gewinnen. TikTok und Instagram ermöglichen es Politiker:innen, insbesondere jüngere Zielgruppen über kurze Videos anzusprechen. Zugleich stellt sich die Frage, wie demokratische Akteure auf Plattformen präsent sein können, auf denen politische Inhalte um Aufmerksamkeit konkurrieren und extreme Positionen große Reichweiten erzielen.

zeit.de