Der Begriff für gezielt empörende Inhalte in sozialen Medien hat sich bei der Wahl des Jugendwortes des Jahres knapp gegen „Peak“ und „Crashout“ durchgesetzt. Laut Langenscheidt beteiligte sich rund eine Million Jugendliche an der diesjährigen Kampagne.

„Ragebait“ ist das Jugendwort des Jahres 2026. Der Begriff bezeichnet Onlineinhalte, die gezielt Wut und Empörung auslösen sollen, um Aufmerksamkeit und Reichweite zu erzielen. Bei der Abstimmung des Verlags Langenscheidt erhielt das Wort 36,5 Prozent der Stimmen und setzte sich damit knapp gegen die beiden anderen Finalisten durch.
Auf „Peak“ entfielen 33,8 Prozent der Stimmen, „Crashout“ kam auf 29,7 Prozent. Das Ergebnis zeigt, wie eng die drei Begriffe im diesjährigen Wettbewerb beieinanderlagen. Artur Raiser, Marketing Manager der PONS Langenscheidt GmbH, erklärte, bis zuletzt sei offen gewesen, welches Wort gewinnen würde.
Was bedeuten die drei Begriffe?
„Ragebait“ lässt sich mit „Wutköder“ übersetzen. Gemeint sind Beiträge, die bewusst provozieren und heftige Reaktionen hervorrufen sollen. Dazu können etwa Falschmeldungen oder besonders abwegige Meinungen gehören. Die ausgelöste Empörung führt zu Kommentaren und Interaktionen, die wiederum die Reichweite der Inhalte erhöhen können.
„Peak“ steht für den Höhepunkt oder das Beste vom Besten. „Crashout“ beschreibt eine Person, die völlig die Fassung verliert. Alle drei Begriffe waren in der Endrunde der Abstimmung vertreten.
Rund eine Million Jugendliche beteiligten sich
Die Kampagne startete am 29. Mai mit der Einreichungsphase. Nach Angaben des Verlags beteiligten sich seit dem Kampagnenstart rund eine Million Jugendliche. Wie viele Stimmen in der abschließenden Onlineabstimmung abgegeben wurden, wurde nicht gesondert mitgeteilt.
Stimmberechtigt waren Jugendliche zwischen elf und 20 Jahren. Die Wahl des Jugendwortes des Jahres gibt es seit 2008. Im vergangenen Jahr gewann der Ausdruck „das crazy“.
Jugendsprache im Wandel
Begriffe aus der Jugendsprache verbreiten sich häufig über soziale Netzwerke wie TikTok und Instagram. Manche verschwinden schnell wieder, andere etablieren sich über längere Zeit und werden auch von älteren Generationen übernommen. Als Beispiel nennt Langenscheidt den Ausdruck „Digga“, der wiederholt in den Top Ten vertreten war.
Wie lange „Ragebait“ und die anderen Finalisten im Sprachgebrauch bleiben, wird sich zeigen. Die nächste Runde zur Wahl des Jugendwortes ist für den Sommer 2027 angekündigt.