
Karoline Leavitt gibt ihren Posten als Pressesprecherin des Weißen Hauses Ende August auf. Die 28-Jährige möchte künftig mehr Zeit mit ihren beiden Kindern und ihrer Familie verbringen.
US-Präsident Donald Trump machte den Abschied am Mittwoch auf seiner Plattform Truth Social öffentlich. Leavitt werde Ende des Monats ihr Amt niederlegen, um mehr Zeit mit ihren Kindern und ihrer Familie verbringen zu können, schrieb Trump. Er erklärte, er verstehe und respektiere ihre Entscheidung.
Leavitt selbst begründete ihren Schritt ebenfalls mit ihrer Familie. Das Amt der Pressesprecherin erlaube es ihr nicht, „die beste Mutter zu sein, die meine beiden kleinen Kinder verdienen“. Nun wolle sie ein neues Kapitel in ihrem Leben aufschlagen.
Erst im Juli aus der Babypause zurück
Der Zeitpunkt ihres Rückzugs kommt überraschend: Leavitt war erst Mitte Juli aus ihrer Babypause zurückgekehrt. Anfang Mai hatte sie ihr zweites Kind bekommen, eine Tochter namens Viviana, die sie „Vivi“ nennt. Die Geburt hatte die Pressesprecherin über Instagram und X öffentlich gemacht und dabei ein Foto aus dem Kinderzimmer geteilt.
Schon nach der Geburt ihres ersten Kindes hatte Leavitt Familie und politische Karriere eng miteinander verbunden. Wenige Tage nach der Geburt ihres Sohnes Nicholas im Sommer 2024 kehrte sie vorzeitig aus dem Mutterschutz zurück. Damals sagte sie dem konservativen Onlinemagazin The Conservateur: „Das Mindeste, was ich tun konnte, war, schnell wieder an die Arbeit zu gehen.“
Nun fällt ihre Entscheidung anders aus. Leavitt hatte sich in den vergangenen Jahren selbst als konservative, familienorientierte Politikerin und „Super-Mutter“ präsentiert und regelmäßig Einblicke in ihr Familienleben in sozialen Netzwerken gegeben.
Eine wichtige Stimme für Trump
Leavitt war nicht nur das Gesicht der US-Regierung vor der Presse, sondern zählt auch zu den loyalsten Unterstützerinnen Trumps. Bereits während seiner ersten Amtszeit arbeitete sie im Weißen Haus. Später verteidigte sie unter anderem offensiv Trumps unbelegte Behauptungen über Wahlbetrug bei der Präsidentschaftswahl 2020.
Seit ihrem Amtsantritt als Pressesprecherin fiel Leavitt immer wieder durch einen konfrontativen Umgang mit kritischen Journalist:innen auf. Gemeinsam mit Kommunikationsdirektor Steven Cheung veränderte sie die Medienstrategie des Weißen Hauses. Die Regierung begann unter anderem, stärker selbst auszuwählen, welche Journalist:innen Zugang zum Präsidenten erhalten. Gleichzeitig wurde ein neuer Platz für sogenannte „New Media“ im Presseraum geschaffen, der Podcasts, Newsletter und kleinere digitale Angebote stärker in den Fokus rückte.
Reuters zufolge wurde diese veränderte Medienstrategie von Teilen der Trump-Anhänger:innen begrüßt, während Vertreter:innen der Pressefreiheit sie kritisierten. Leavitt war dabei eine zentrale Figur. Sie war die jüngste Person, die jemals das Amt der Pressesprecherin des Weißen Hauses innehatte.
Kein vollständiger Rückzug aus Trumps Umfeld
Ganz aus der Politik verabschiedet sich Leavitt allerdings nicht. Nach ihrem Ausscheiden soll sie Trump weiterhin als externe Kommunikationsberaterin unterstützen und eine wichtige Rolle innerhalb seiner „Make America Great Again“-Bewegung behalten.
Trump bezeichnete Leavitt in seiner Mitteilung als eine seiner vertrauenswürdigsten Mitarbeiterinnen und als eine der besten Pressesprecherinnen in der Geschichte des Weißen Hauses. Wer ihr Ende August als Pressesprecher:in nachfolgen wird, ist bislang nicht bekannt.