
Die Menschen in Deutschland verbringen weniger Zeit im Internet als noch vor einem Jahr. Im Schnitt sind es laut der „Postbank Digitalstudie 2026“ rund 67,4 Stunden pro Woche – etwa fünf Stunden weniger als im Vorjahr. Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang bei den unter 40-Jährigen, die ihre Onlinezeit gezielt reduzieren wollen.
Die Studie, für die zwischen April und Mai 3.050 Personen befragt wurden, verweist auf ein verändertes Nutzungsverhalten vor allem jüngerer Nutzer:innen. Diese gelten zwar weiterhin als intensive Internetnutzer:innen, zeigen jedoch Anzeichen einer sogenannten digitalen Erschöpfung.
Während die unter 40-Jährigen im Schnitt noch über 80 Stunden pro Woche online sind, ist insbesondere ihre Smartphone-Nutzung gesunken. Diese fiel laut Studie um rund drei Stunden auf etwa 31 Stunden pro Woche. Über alle Altersgruppen hinweg liegt die mobile Internetnutzung bei durchschnittlich 23,9 Stunden wöchentlich – ebenfalls ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.
Das Smartphone bleibt dennoch das zentrale Gerät für den Internetzugang. 86 Prozent der Befragten nutzen es regelmäßig fürs Surfen, Chatten oder für digitale Alltagsaufgaben. Gleichzeitig nimmt die Bildschirmzeit insgesamt ab.
„Das Smartphone bleibt mit großem Abstand das wichtigste Gerät für den Internetzugang“, heißt es in der Studie. Gleichzeitig zeigt sich laut Postbank eine Verschiebung im Nutzungsverhalten hin zu mehr Offline-Zeit.
Besonders jüngere Menschen äußern den Wunsch, ihre Internetnutzung weiter zu reduzieren. 31 Prozent der unter 40-Jährigen geben an, in den kommenden zwölf Monaten weniger online sein zu wollen. Über alle Altersgruppen hinweg liegt dieser Anteil bei 17 Prozent.
„Mobil ins Internet zu gehen, gehört fest zum Tagesablauf der Deutschen. Über das Smartphone einkaufen, chatten oder Bankgeschäfte erledigen erleichtert den Alltag. Das nehmen wir an der stetig steigenden mobilen Nutzung unserer Apps wahr“, beschreibt David Dommel, Leiter des digitalen Performance-Marketings bei der Postbank, beschreibt diesen Trend. „Doch vor allem junge Menschen wollen auch mal offline sein. Das gilt besonders fürs Handy, weil es überall verfügbar ist.“
Auch die Motive für eine bewusste Reduktion der Onlinezeit sind vielfältig. 41 Prozent der Befragten möchten die gewonnene Zeit mit Familie, Freund:innen oder Hobbys verbringen. 38 Prozent wollen sich weniger ablenken lassen, 36 Prozent nennen gesundheitliche Gründe, und 33 Prozent streben eine bessere Konzentration im Alltag an.
Gleichzeitig bleibt das Internet im beruflichen Kontext unverzichtbar. Berufstätige sind laut Studie im Schnitt 2,8 Stunden täglich online, vor allem über Notebook oder Desktop-PC. Auch neue Technologien könnten die Nutzung wieder verändern: Unter denjenigen, die ihre Internetnutzung künftig ausweiten wollen, nennen 56 Prozent Künstliche Intelligenz als wichtigsten Treiber. Bereits 38 Prozent der Deutschen nutzen KI-Tools wie ChatGPT zur gezielten Informationssuche.
Dommel betont zudem eine stärkere Differenzierung im Umgang mit digitalen Angeboten: „Die Deutschen unterscheiden bewusster zwischen notwendigen und überflüssigen Online-Aktivitäten. Sie versuchen, WhatsApp-Chats mit Freunden, stundenlanges Scrollen durch Social-Media-Kanäle oder Streaming zu reduzieren.“ Während Anwendungen wie Online-Banking stabil genutzt werden, gehen insbesondere Social-Media-Plattformen wie Instagram oder TikTok in der Nutzung zurück.
Die Postbank Digitalstudie wird seit zwölf Jahren durchgeführt und untersucht regelmäßig den Stand der Digitalisierung in Deutschland sowie deren Auswirkungen auf den Alltag.