Jede dritte Transformation startet ohne klare Kommunikationsstrategie

© AdobeStock / TungCheung
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Veränderung gehört längst zum Alltag von Unternehmen. Doch wie entscheidend Kommunikation für den Erfolg von Transformationen ist, zeigt nun erstmals der PROI Transformation Readiness Index. Die internationale Benchmark-Studie belegt: Professionelle Kommunikation ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Während erfolgreiche Veränderungsprozesse im Schnitt einen Readiness Score von 83 Punkten erzielen, kommen gescheiterte nur auf 58 Punkte.

Für die Untersuchung wurden 675 Führungskräfte und Expert:innen aus 30 Ländern befragt. Ihr Urteil fällt deutlich aus: Fast jedes vierte Transformationsvorhaben (23 Prozent) scheitert.

Kommunikationslücke trotz Bewusstsein für Relevanz

97 Prozent der Befragten stufen Kommunikation in Change-Projekten als wichtig ein. Doch in der Praxis klafft eine deutliche Lücke: Nur in zwei von drei Projekten gibt es klare und konsistente Botschaften, mehr als 30 Prozent verzichten auf regelmäßige Updates. „Kommunikation ist ein wirkungsvoller Hebel für den Erfolg von Transformationen. Das zeigen die Daten“, sagt Georg Kolb, Partner und Transformationsexperte bei Klenk & Hoursch.

Die Beratungsgesellschaft ist Partner von PROI Worldwide und Mitinitiatorin der Studie. Kolb betont: „Die Ergebnisse zeigen insbesondere, welche Faktoren den Unterschied machen, wenn es um die Planung, den Einsatz von Führungskräften, die Einbindung von Stakeholder:innen und das Monitoring geht. Unternehmen können Transformationen schneller und effizienter vorantreiben, wenn sie ihre Kommunikationsstrategie danach ausrichten.“

Transparenz als Schlüsselfaktor

Als wichtigster Treiber für erfolgreiche Transformationen gilt laut Studie eine klare und transparente Kommunikation (63 Prozent). Sie umfasst nicht nur Informationen über Fortschritte, sondern auch Offenheit bei Rückschlägen und die Erklärung des „Warum“ hinter Veränderungen. Auf den weiteren Plätzen folgen Mitarbeitereinbindung (56 Prozent) und Leadership-Commitment (55 Prozent).

Vier Säulen der Kommunikationsqualität

Der Index misst die Veränderungsbereitschaft von Organisationen entlang der Dimensionen Planung, Führung, Engagement und Monitoring. Der Durchschnittswert liegt bei 73 Punkten. Die Differenz zwischen erfolgreichen (83 Punkte) und gescheiterten Transformationen (58 Punkte) unterstreicht die Bedeutung professioneller Kommunikation.

Die Analyse offenbart jedoch auch Defizite: Nur zwei von drei Unternehmen binden ihr mittleres Management ausreichend ein, Storytelling wird lediglich in jedem zweiten Projekt eingesetzt. Zudem verfügen 65 Prozent über keine Systeme zur Erfolgsmessung. Kolb warnt: „Sich ausschließlich auf traditionelle Top-down-Kommunikation zu verlassen, funktioniert heute nicht mehr. Es braucht gemeinsam entwickelte Narrative, die Menschen auf allen Ebenen einbeziehen. Die Führungskräfte des mittleren Managements sind dabei entscheidende Übersetzer:innen zwischen Vision und Umsetzung.“

Handlungsdruck für Unternehmen

Die Autor:innen der Studie sehen Kommunikationsverantwortliche nicht als reine Dienstleister:innen, sondern als strategische Partner:innen. Ihre Expertise könne über Erfolg oder Scheitern millionenschwerer Projekte entscheiden. Der Readiness Index liefert Unternehmen daher nicht nur Benchmark-Daten, sondern auch Fallstudien und Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Transformationskommunikation.

klenkhoursch.de